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Aus der Stadt Wie geht es jetzt mit dem Ihme-Zentrum weiter?
Hannover Aus der Stadt Wie geht es jetzt mit dem Ihme-Zentrum weiter?
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00:16 02.12.2016
Die Stadt hofft, den untätigen Investor im Ihme-Zentrum zum Handeln zwingen zu können. Quelle: Michael Thomas

Was ist das Problem beim Ihme-Zentrum?
Das bis 1975 erbaute Ihme-Zentrum schleppt sich seit Jahren von einer Krise zur nächsten. Mehrere Investoren haben die notwendige Sanierung weitergereicht. Zuletzt legte eine Tochtergesellschaft der US-Fondsfirma Carlyle eine Insolvenz während der Sanierung hin. Seitdem sehen weite Teile wie eine Ruine aus. Der neue Haupteigentümer, die Projektgesellschaft Steglitzer Kreisel (PSK), erwarb im Februar 2015 rund 83   Prozent der Immobilie in einer Zwangsversteigerung, hat seither aber keine sichtbaren Sanierungsschritte begonnen. Die Stadt, mit mehreren Ämtern im Gebäude Hauptbüromieter, setzte schließlich ein Ultimatum, das am Donnerstag abläuft.

Fotograf Philipp von Ditfurth hat das Ihme-Zentrum aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert.

Wer ist jetzt am Zug?
Nach dem Ultimatum der Stadt vom Sommer hat Großeigentümer PSK immerhin angefangen, zu handeln. Drei Büros wurden beauftragt, Konzepte für die maroden Bereiche der Immobilie zu entwickeln. Im Boot ist seitdem das hannoversche Architekturbüro Schulze & Partner (spa), das unter anderem die Sparkasse am Raschplatz modernisiert und das Nachwuchszentrum von Hannover  96 an der Clausewitzstraße entworfen hat. Für das Entwickeln der Raumnutzungen ist das Büro Rhode Kellermann Wawrowsky (RKW) aus Düsseldorf engagiert worden, von dem etwa die PGE-Fußballarena in Danzig und diverse Firmenzentralen und Einkaufszentren in ganz Europa stammen. Und die Projektsteuerung liegt bei Höhler + Partner aus Aachen – einer der Generalplaner der Elbphilharmonie, die nun nach jahrelangen Verzögerungen endlich eröffnet ist. Am Donnerstag kommender Woche wollen alle drei Büros den Stand ihrer Planungen im Rathaus öffentlich vorstellen.

Gibt es irgendwelche Überraschungen?
Ja, zumindest diese: Es soll eine ordentliche Durchwegung von der Blumenauer Straße mittig durchs Zentrum zur Ihme geben, damit das Gebäude nicht so monolithisch wirkt. Wie und wo genau, das soll nächste Woche gezeigt werden. Ansonsten klingen die Konzepte ziemlich bekannt. 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche, im Inneren Gastronomie und kleiner Handel, dazu mehr Wohnungen. Auch neue Gewerbemietverträge seien noch nicht präsentiert worden, sagte am Dienstag Frank Herbert, Leiter des OB-Büros im Rathaus.

Lesen Sie auch unser digitales Dossier zum Ihme-Zentrum.

Wenn es nach der Stadt geht – wie geht es weiter?
Begonnen werden soll mit der Fassadensanierung zur Blumenauer Straße. Sie solle etwa 9 Millionen Euro kosten. Man erwarte, dass die Planung in Kürze zur Baureife gebracht werde. Für den Fall, dass die PSK wortbrüchig werde, sehe man Ausstiegsklauseln in den Mietverträgen vor. Allerdings ist die Fassadensanierung nur der kleinste Teil der Gesamtsanierung. Diese werde einen deutlich dreistelligen Millionenbetrag kosten, sagte Herbert, und die Stadt müsse sich darauf verlassen, dass der Investor nicht plötzlich wieder aussteigt. „Bei solch einer Großimmobilie haben Sie immer ein Risiko“, sagt Herbert.

Und die Bürobeschäftigten der Stadt?
Insgesamt haben etwa 1000 städtische Mitarbeiter Büros im Ihme-Zentrum. Wenn der Rat zustimmt, gibt es einen gestaffelten Auszugsplan. Die 300 Beschäftigten des Fachbereichs Jugend und Familie bleiben bis Mitte 2020 im Gebäude Ihmeplatz  5. Dann soll das Gebäude grundsaniert werden, dafür ziehen sie mit einem längerfristigen Mietvertrag in eine Immobilie in der Innenstadt. Ab Mitte 2021 sollen dann ins Gebäude Ihmeplatz  5 Mitarbeiter aus anderen Fachbereichen einziehen, die bisher übers Stadtgebiet verstreut arbeiten. Für weitere etwa 700 Beschäftigte der Stadt im Ihme-Zentrum, etwa den Kommunalen Senioren-Service, laufen die Mietverträge ohnehin noch länger. Für sie gibt es noch keine konkrete Planung.

Kommentar

"Die Stadt sitzt beim Ihme-Zentrum in der Falle"

Und die Stadtwerke?
Vorstandschefin Susanna Zapreva sagt, die Stadtwerke-Mitarbeiter bräuchten Büros, in denen „positive Grundgedanken“ entstehen könnten. Das geht offenbar besser an anderen Orten. Hauptaspekt aber sei, dass man die Mitarbeiter „effektiv und zukunftsorientiert“ an einem Standort zusammenführen wolle.

Wie reagiert die Ratspolitik auf das Vorgehen der Stadt?
Überwiegend zustimmend. SPD, Grüne und CDU sind sich einig, dass die Stadtspitze die richtigen Signale setzt: Dem Investor Zeit geben, aber auf ein umfassendes Sanierungskonzept dringen. Jedoch hat die FDP Bedenken und bittet um mehr Informationen, ist aber an einem gemeinsamen Beschluss mit den rot-grünen Bündnispartnern interessiert. Denn noch sei unklar, welche Reparaturen in den zweieinhalb Jahren tatsächlich umgesetzt werden sollen. Die Ankündigung der Stadtwerke, den Büroturm im Ihme-Zentrum zu räumen, löst in der Ratspolitik keinen Widerspruch aus.

Von Conrad von Meding 
und Andreas Schinkel

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