Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Der erste Sonntags-Flohmarkt gibt auf
Hannover Aus der Stadt Der erste Sonntags-Flohmarkt gibt auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:43 22.09.2017
Von Andreas Schinkel
Nicht kommerzielle Flohmärkte soll es sonntags weiterhin geben - wie den Schulenburger Garagenflohmarkt vom August.  Foto: Junker
Nicht kommerzielle Flohmärkte soll es sonntags weiterhin geben - wie den Schulenburger Garagenflohmarkt vom August. Quelle: Daniel Junker
Anzeige
Hannover

„Für unseren Markt wird es im nächsten Jahr keine Genehmigung mehr geben“, sagt Veranstalter Frank Henkel von der Firma Move Messeorganisation. Dabei werde der überwiegende Teil der Verkaufsstände von Privatleuten betrieben, sagt er. Auf einen anderen Termin, etwa einen Sonnabend, will Henkel nicht ausweichen. „Das ist wenig attraktiv, weil unter anderem die Konkurrenz der Läden zu groß ist“, sagt Henkel. Er sammelt jetzt zusammen mit anderen Betreibern gewerblicher Flohmärkte Unterschriften gegen die neue Genehmigungspraxis.

Grund für die strengeren Vorschriften ist ein Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg aus dem Frühjahr. Demgemäß müssen Kommunen gewerbliche Floh- und Trödelmärkte genauso behandeln wie den Einzelhandel. Das bedeutet: Grundsätzlich darf an Sonn- und Feiertagen kein Handel genehmigt werden. „Flohmärkte, die von Privatpersonen organisiert werden, werden bei uns meist nicht angezeigt“, sagt Stadtsprecherin Ulrike Serbent. Sollte jedoch ein solcher Markt an einem Sonntag stattfinden, müsse eine Ausnahme beantragt werden. In Hannover hat die Stadt in diesem Jahr insgesamt 63 Sonntags-Flohmärkte genehmigt.

Der Flohmarkt in Hannover wird 50 Jahre alt. Am 8. April 1967 erhielt der gelernte Dekorateur und Lebens-Aktionskünstler Reinhard Schamuhn die Genehmigung der Stadt, dass normale Menschen Trödel in der Altstadt verkaufen dürfen. Impressionen von früher. 

Ausnahmen vom Marktverbot an Feiertagen sind möglich. Sie können dann erteilt werden, wenn ein besonderer Anlass vorliegt, etwa ein städtisches Fest, das durch einen Markt bereichert werden soll. „Zum anderen kann die Veranstaltung selbst den besonderen Anlass bilden, sei es wegen ihres überregionalen Zuschnitts oder ihrer Tradition, sei es wegen der Bedeutung der angebotenen Gegenstände und des Niveaus des Marktes“, erklärt Stadtsprecherin Serbent. Je mehr einmalige Merkmale ein Flohmarktkonzept vorweise, desto größer sei die Chance, dass er genehmigt werde. Die Stadtverwaltung habe gewerbliche Veranstalter darauf hingewiesen, dass sie künftig ausführlicher den Anlass begründen und den Charakter ihres Marktes beschreiben müssen.

Tobias Morchner 22.09.2017
24.09.2017