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Aus der Stadt Wie kann ein Pedelec-Akku explodieren?
Hannover Aus der Stadt Wie kann ein Pedelec-Akku explodieren?
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18:49 07.02.2017
Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Nicht erst seit den brennenden Lithium-Ionen-Akkus im Samsung Galaxy Note 7 ist die Gefahr bekannt, die von den Stromquellen ausgehen kann. Kleinste Produktionsfehler können bei der hohen Energiedichte zu Bränden führen, ebenso kleinste Beschädigungen des Akkus. Das gilt für Handy-Akkus genauso wie für Pedelec-Akkus. Auch Kurzschlüsse in den Zellen, eine Überladung oder eine sogenannte Tiefentladung können Feuer verursachen.

Auch bei den Akkus von Pedelecs ist es schon zu folgenschweren Zwischenfällen gekommen: Im August fing der Akku eines Rades in Bad Bevensen Feuer. 2013 starb im selben Ort ein Hotelgast, weil ein überhitzter E-Bike-Akku das Gebäude in Brand gesetzt hatte. In Weil am Rhein (Baden-Württemberg) setzte im vergangenen April ein defekter Akku ein Mehrfamilienhaus in Brand.

Zumindest beim letzten Fall war dem Hersteller das Problem bekannt: Er hatte den Vorgänger des Akkus bereits austauschen lassen, weil er sich selbst entzünden könnte.

Ob sich der genaue Grund für die Explosion des Pedelec-Akkus im Fahrradgeschäft an der Osterstraße noch feststellen lässt, steht noch nicht fest.

sbü (mit lni)

Nachgefragt bei Dirk Zedler, Diplom-Ingenieur und vereidigter Fahrrad-Sachverständiger

"Man schaut auch nicht mit Feuerzeug in den Benzintank"

Warum kann ein Akku eines Pedelecs plötzlich explodieren?

Das kann mehrere Ursachen haben. Die Fahrräder werden heute von Lithium-Ionen Akkus betrieben. Das falsche Laden oder eine Manipulation am Akku kann zu einer solchen Reaktion führen. Ich habe schon erlebt, dass Leute ihren Kindersitz am Akku festgeschraubt hatten



Das Feuer heute ist in einem Fachgeschäft ausgebrochen. Dort sollte der richtige Umgang mit den Akkus bekannt sein. Was kann noch dazu geführt haben?

Es gibt Hersteller, die haben eine lange Tradition im Bau von Akkus und installieren ein sogenanntes Batterie-Management-System. Das schaltet den Akku sofort ab, wenn irgendwo ein Fehler auftritt. Und dann gibt es Hersteller, die produzieren in erster Linie günstige Akkus.

Was muss aus Ihrer Sicht ein guter Akku kosten?

Zwischen 500 und 700 Euro. Das liegt nicht so sehr an den einzelnen Batterien, sondern an der Elektronik, die eingebaut ist.


Lithium-Akkus sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken, sie betreiben auch Smartphones, Laptops oder Akkuschrauber. Auf was muss der Verbraucher achten?

Auf den richtigen Umgang. Wir haben ja früher auch nicht mit dem Feuerzeug in einen Benzintank geschaut. Die Verbraucher müssen sich im Klaren darüber sein, dass sie es mit einem kraftvollen Energiespeicher zu tun haben.


Was muss man beim Umgang mit dem Akku bedenken?


Laden Sie ihn nur mit den vorgesehenen Ladegeräten, in trockenem Zustand und bei Raumtemperatur auf einer nicht brennbaren Unterlage. Es ist von Vorteil, wenn der Laderaum mit einem Rauchmelder ausgestattet ist.

Interview: Tobias Morchner