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Aus der Stadt Winterchaos bei der Bahn
Hannover Aus der Stadt Winterchaos bei der Bahn
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23:16 01.01.2010
Von Tobias Morchner
Lange Schlangen bildeten sich an Silvester vor dem Infoschalter und den Anzeigetafeln im Hauptbahnhof Hannover.
Lange Schlangen bildeten sich an Silvester vor dem Infoschalter und den Anzeigetafeln im Hauptbahnhof Hannover. Quelle: Burkert
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Zum Jahreswechsel haben Bahnreisende erneut Verspätungen und Wartezeiten von mehr als einer Stunde in Kauf nehmen müssen. Diesmal behinderten vereiste Oberleitungen an Silvester und Neujahr vor allem den Fernverkehr. ICE-Züge standen teilweise stundenlang still, weil sie keinen Strom für die Weiterfahrt bekommen konnten.

Der Hauptbahnhof Hannover war als Knotenpunkt für die Nord-Süd- sowie für die Ost-West-Verbindungen besonders betroffen. Auf der Strecke zwischen Amsterdam und Berlin via Hannover ging zeitweise gar nichts mehr. Am Freitagvormittag musste wegen der Witterungsverhältnisse die ICE-Strecke von Hamburg nach Bremen über Hannover umgeleitet werden.

In der langen Schlange, die sich an Silvester vor dem Informations-Schalter der Bahn in der Eingangshalle des Bahnhofs gebildet hatte, stand auch Hans-Joachim Poppe aus Bargstedt im Landkreis Stade. Er wollte mit seiner Frau und seiner Tochter den Jahreswechsel in Lindau am Bodensee verbringen. Ursprünglich sollten sie Silvester um 19:45 Uhr ihr Reiseziel erreicht haben. Wegen der Zugausfälle verschob sich die Ankunftszeit jedoch um anderthalb Stunden nach hinten. „Das ist nicht so schlimm, aber bis wir diese Information erhalten hatten, hat sich die Bahn ziemlich viel Zeit gelassen“, beschwerte sich der 56-Jährige.

Auslöser für das erneute Chaos im Bahnverkehr war der Eisregen, der in der Nacht zu Silvester im Norden und im Westen Deutschlands niedergegangen war. „Es handelt sich um ein ganz seltenes Naturphänomen gegen das auch wir keine Abhilfe haben“, sagte ein Bahnsprecher. Vereiste Oberleitungen hatten zuletzt an Heiligabend 2002 zu einer extrem hohen Anzahl von Zugausfällen und Verspätungen im Fernverkehr geführt. Erst im Verlauf des Freitagnachmittags normalisierte sich die Lage auf den Schienen langsam.

Im Nahverkehr gab es dagegen weniger Probleme. „Die Regionalzüge fahren zum Teil noch mit Dieselloks, sie haben deshalb keine Oberleitungen“, teilte das Unternehmen mit. Keine Probleme mit vereisten Leitungen gab es auch bei der Üstra. „Wir haben zusätzliche Bahnen eingesetzt und damit die Taktzeiten so erhöht, dass die Leitungen nicht einfrieren konnten“, sagte Unternehmenssprecherin Anke Vogt.

Zu leichten Verzögerungen kam es dagegen am Neujahrstag im Linienbusverkehr. „Das lag einfach daran, dass nicht alle Straßen geräumt beziehungsweise gestreut waren“, sagte Vogt.

Gunnar Menkens 01.01.2010
Thorsten Fuchs 01.01.2010
01.01.2010