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Aus der Stadt „Wir müssen systematisch Blindgänger suchen“
Hannover Aus der Stadt „Wir müssen systematisch Blindgänger suchen“
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10:03 27.09.2013
Zufrieden mit dem Einsatz: Feuerwehrchef Claus Lange (3.v.l.) und Kampfmittelbeseitigungsdienst-Leiter Thomas Bleicher (2.v.r.). Quelle: Dillenberg
Hannover

Ein lauter Knall läutete am Sonnabendmorgen um 1.48 Uhr das Ende eines langen Einsatzes ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Blindgänger im Vahrenwalder Benzweg die 835 Einsatzkräfte schon fast 14 Stunden auf Trab gehalten – nachdem viele von ihnen bereits bei der nervenaufreibenden Bombenräumung in Brink-Hafen am Donnerstagabend mitgewirkt hatten.

Knapp zehn Minuten nach der Sprengung der fünf Zentner schweren britischen Fliegerbombe gaben die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) Entwarnung. Die rund 14.500 Anwohner, die den Sicherheitsbereich mit einem Radius von rund 500 Metern um die Fundstelle ab 22 Uhr verlassen mussten, durften daraufhin wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

An der Ecke Melanchthonstraße/Benzweg ist ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.

Nach dem zweiten Bombenfund in zwei Tagen forderte Feuerwehrchef Claus Lange erneut die systematische Erforschung von Bombenblindgängern in Hannover. „Es ist wichtig, dass wir wieder anfangen, systematisch zu suchen und dabei Priorität auf die Baustellen legen“, sagte Lange. Der jüngste Fund habe die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und KBD „an die Grenze der Belastbarkeit gebracht“. Der Blindgänger war am Freitagmittag gegen 12 Uhr bei Bauarbeiten an der Benweg Ecke Melanchthonstraße gefunden worden. Aufgrund eines defekten Zünders war es laut KBD nötig, die Bombe noch in der Nacht sprengen.

Lange lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Bewohnern und Einsatzkräften. „Die Evakuierung hat wie am Schnürchen geklappt, ich bin sehr stolz auf die Bevölkerung“, sagte der Feuerwehrchef. Es habe praktisch keine Probleme bei der Räumung gegeben, weshalb die Evakuierung schneller als geplant abgeschlossen werden konnte. Schon um 1.20 Uhr hatte der KBD die Arbeit an der Bombe aufgenommen. Aufgrund zahlreicher Krankentransporte hatte die Feuerwehr damit gerechnet, dass der Sicherheitsbereich erst gegen 2 Uhr geräumt ist.

In der Wohlenbergstraße ist am Donnerstag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Blindgänger konnte nicht entschärft werden und musste noch am Abend gesprengt werden.

Insgesamt waren 130 Krankentransporte für nicht gehfähige Personen erforderlich. Weitere 47 Fahrten waren nötig, um die Bewohner des Altenheims Rotermundstraße in die Betreuungsstelle IGS Vahrenheide zu bringen. Dort wurden rund 200 Personen betreut, die Pflege benötigen. Weitere 1065 Menschen hatten sich in der Betreuungsstelle in der Herschelschule eingefunden. Beim gemeinsamen Bürgertelefon von Feuerwehr Hannoer, Region Hannover und Polizei gingen bis 2.30 Uhr rund 2600 Anrufe ein.

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