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Aus der Stadt „Wir rühren die Deponien nicht an“
Hannover Aus der Stadt „Wir rühren die Deponien nicht an“
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21:31 08.12.2011
Von Andreas Schinkel
„Wir rühren die Deponien nicht an“, betonte Baurat Uwe Bodemann kürzlich in einer Sitzung des Bauausschusses. Quelle: Ralf Decker
Hannover

Aber eine der größten Befürchtungen der Anwohner rund um das Messegelände ist jetzt aus der Welt geschafft: Die Lagerhalle wird nicht auf den beiden ehemaligen Müllhalden an der Emmy-Noether-Allee entstehen. „Wir rühren die Deponien nicht an“, betonte Baurat Uwe Bodemann kürzlich in einer Sitzung des Bauausschusses. Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) gegen die Ansiedlung hatten zuvor ihre Sorge geäußert, dass die zugeschütteten Müllhalden im Zuge der Bauarbeiten aufgedeckt werden und Schadstoffe entweichen.

Tatsächlich strömt aus dem Erdreich immer noch Gas, das die Region als zuständige Bodenschutzbehörde ständig absaugen muss. „Die Gasabführung muss gewährleistet bleiben, wenn das Versandhandelsunternehmen in der Nähe seine Halle baut“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Zudem überwachen mehrere Messgeräte auf dem Gelände die Qualität des Grundwassers. Auch diese Vorsichtsmaßnahme, betont Abelmann, dürfe bei einer möglichen Ansiedlung nicht aufgegeben werden.

Zwei Deponien befinden sich unterhalb der Erdoberfläche rund um die Emmy-Noether-Allee. Die größere Halde, genannt „Bemerode I“, umfasst ein Areal von 30 000 Quadratmetern. Bis zum Ende der siebziger Jahre diente sie als Lagerstätte für Hausmüll und gewerblichen Abfall. Im Zuge der Expo 2000 in Hannover nahm sich die Stadt der Deponie an, untersuchte das Erdreich auf Schadstoffe und überdeckte die Fläche anschließend. Auf der kleineren Deponie („Bemerode III“) wurde bis 1957 Hausmüll, aber auch Asche und Bauschutt gesammelt. Diese Halde ist ebenfalls versiegelt.

Firma muss Gewerbesteuer zahlen

Inzwischen ist bekannt geworden, dass die Stadt die Versandhandelsfirma durchaus zur Kasse bitten darf. „Die Gewerbesteuer wird fällig, sobald ein Unternehmen Gewinn macht“, sagt Stadtkämmerer Marc Hansmann. Dabei komme es nicht darauf an, wo eine Firma ihren Hauptsitz habe. Allerdings sei die Größe der Betriebsstätte vor Ort entscheidend. Wie hoch der Betrag für die Stadtkasse tatsächlich ausfällt, kann Hansmann aber noch nicht absehen. Zudem verspricht sich der Kämmerer von der Ansiedlung höhere Einnahmen bei der Einkommensteuer, an der die Stadt mit 15 Prozent beteiligt ist. Wie berichtet, umfasst das Versandhandelszentrum eine Fläche von 110 000 Quadratmetern. 1000 Dauerarbeitsplätze und bis zu 1500 Saisonarbeitsplätze sollen entstehen – falls Hannover die Zusage bekommt.

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