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Aus der Stadt Wirte stöhnen: InBev erhöht Bierpreise
Hannover Aus der Stadt Wirte stöhnen: InBev erhöht Bierpreise
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14:42 16.01.2009
Von Rüdiger Meise
Demontage: Nach einer weiteren Preiserhöhung für Bier fürchten viele Kneipen den Ruin. Quelle: Stefan Arendt
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Betroffen sind auch Beck’s und Gilde. Allerdings wollen die Wirte die Preiserhöhung zunächst nicht an die Kunden weitergeben. „Wer in der momentanen Konsumkrise den Preis für ein Glas Bier anhebt, kann seine Kneipe gleich dichtmachen“, sagt Jörg Nagy, Wirt der Gaststätte Kalabusch in der Südstadt. Durch die Preiserhöhung verkleinere sich die Gewinnspanne bei Fassbier derartig, dass für manche Wirte eine ruinöse Grenze überschritten werde, sagt der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

Der InBev-Konzern bestätigte gestern die „Preisanpassung“. Der Konzern reagiere auf die gestiegenen Rohstoff- und Produktionskosten. Wie stark die Preise steigen, wollte InBev-Sprecher Oliver von Oehsen nicht sagen: „Weil Groß- und Einzelhandel sowie Gastronomie in ihrer Preisgestaltung frei sind, können wir die Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise nicht einschätzen.“ Zudem gebe es große Unterschiede in der Vertragsstruktur von Wirten und Händlern.

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Erst im September hatte InBev die Preise erhöht. Kalabusch-Wirt Jörg Nasy zahlt seitdem sechs Euro mehr für ein 50-Liter-Fass. „Ab Februar kommen für mich nochmal vier Euro drauf“, sagt er. Zusammengerechnet werde der Bierpreis damit um mehr als 15 Prozent erhöht. „Wenn ich das an meine Gäste weitergeben würde, müsste ich statt 2,70 Euro für ein großes Bier (0,4 Liter) 3,20 Euro nehmen“, sagt Nasy. Schon jetzt sei die Gewinnspanne bei Fassbier minimal, rechnet Jan Verhagen vor, Wirt der Gaststätte „… und der böse Wolf“ in Linden: „Es gibt keinen Wirt, der mehr als fünf Cent an einem Glas Bier verdient – viele sogar wesentlich weniger.“ 

Besonders hart treffe die Preiserhöhung kleine Einraumkneipen, sagt Rainer Balke vom Dehoga. „Die können die sinkende Gewinnspanne beim Fassbier nicht mit Küche oder Kaffeekultur ausgleichen.“ Allgemein habe es in der Branche im vergangenen Jahr einen Umsatzeinbruch von rund zehn Prozent gegeben. „Rauchverbot, Konsumkrise und steigende Energiekosten sind schon jetzt ein fataler Mix für viele Wirte“, sagt Balke. „Preiserhöhungen könnten da für manche Kneipen das Aus bedeuten.“ 

Flaschenbier wird ebenfalls teurer: InBev hebt zum 1. Februar auch den Preis für Flaschenbier an. Betroffen sind etwa Halbliterflaschen der Marke Beck’s und alle Flaschengrößen der Marke Gilde. Ob die Preiserhöhung an den Endverbraucher weitergegeben wird, ist auch hier noch unklar.

Bernd Haase 16.01.2009
Hans-Peter Wiechers 16.01.2009
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