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Aus der Stadt „Kein Grund, sich zurückzulehnen“
Hannover Aus der Stadt „Kein Grund, sich zurückzulehnen“
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00:27 26.04.2015
Von Lars Ruzic
Foto: Premiere für die sechste Transportergeneration in der hannoverschen Heimat: Werner Bahlsen, VWN-Chef Eckhard Scholz und Uni-Präsident Volker Epping testen den „T6“.
Premiere für die sechste Transportergeneration in der hannoverschen Heimat: Werner Bahlsen, VWN-Chef Eckhard Scholz und Uni-Präsident Volker Epping testen den „T6“. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will sich für eine stärkere Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen einsetzen. „Wir müssen über eine steuerliche Prämie für ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten reden“, sagte Weil Donnerstagabend beim gemeinsamen Wirtschaftsempfang von Unternehmerverbänden Niedersachsen (UVN) und Leibniz Universität Hannover. Große Konzerne hätten keine Probleme, die Digitalisierung der Wirtschaft nachzuvollziehen, sagte Weil. „Aber ich mache mir große Sorgen mit Blick auf den Mittelstand.“

Weil schlug sich damit auf die Seite der Wirtschaft, die schon länger staatliche Hilfen gegen die Investitionszurückhaltung in Deutschland fordert. Vor allem die Industrie hat verbesserte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Forschungs- und Erweiterungsinvestitionen ins Spiel gebracht – ist damit allerdings bislang bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble abgeblitzt.

Am Donnerstagabend haben sich im Lichthof der Leibniz Universität Hannover 700 Gäste zum Wirtschaftsempfang versammelt.

Weil warnte davor, angesichts aktuell guter Wirtschaftsdaten die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft mittelfristig aus dem Auge zu verlieren. Die Sorge treibt auch Niedersachsens Unternehmerpräsident Werner Michael Bahlsen um. „Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen“, warnte er vor gut 700 Gästen im Lichthof der Universität. Beim Ausbau schneller Datennetze hinke Deutschland beispielsweise weit hinter anderen Ländern hinterher. „Die anderen geben richtig Gas – und wir tun es nicht“, sagte der Unternehmer. Wirtschaft und Wissenschaft müssten enger zusammenarbeiten, um den Technologiestandort zu stärken.

Die bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft stand im Mittelpunkt des Empfangs. Mehrere Forschungseinrichtungen der Uni nutzten die Veranstaltung, um für sich zu werben. „Unser Ziel ist es, intensive Kooperationen zu schaffen, um Innovationen zu entwickeln und diese in die Tat umzusetzen“, sagte Uni-Präsident Volker Epping. Es war bereits der achte Wirtschaftsempfang von UVN und Universität.

Der Kopf des größten industriellen Arbeitgebers der Stadt, VW-Nutzfahrzeugchef Eckhard Scholz lobte in seinem Gastvortrag die von Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) gestartete Bundesratsinitiative zur Förderung von Elektroautos. Der Landesregierung schwebt vor, dass die öffentliche Hand den Kauf von E-Mobilen mit 5000 Euro pro Stück bezuschusst. „Die erfolgreiche Einführung der Elektromobilität hängt stark von steuerlichen Vorteilen, Abschreibungsmöglichkeiten und Kaufanreizen in Form von Subventionen ab“, meinte Scholz.

Gerade die gewerblichen Kunden von VW Nutzfahrzeuge (VWN) achteten beim Kauf eines Stadtlieferwagens oder Transporters auf jeden Cent. Allein die Einsparungen bei Sprit oder Verschleiß könnten den hohen Anschaffungspreis eines E-Autos bislang aber nicht kompensieren. Deshalb zögere seine Kundschaft hier noch mit dem Kauf, so Scholz. Dabei seien gerade elektrisch angetriebene leichte Nutzfahrzeuge „prädestiniert für eine entscheidende Vorreiterrolle im Stadtverkehr der Zukunft“. Gemeinsam mit Stadtverwaltung und Uni forscht VWN hieran bereits in Hannover.

Scholz weiß, dass in den Metropolen der Welt zunehmend Pläne um sich greifen, den Lieferverkehr mit konventionellen Motoren in den Innenstädten zu beschränken – Beispiele gibt es dafür bereits in London und Oslo. Deshalb werde die Marke künftig „einen deutlichen Fokus“ auf E-Autos legen.

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