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Aus der Stadt Wirtschaftsverbände bezeichnen Pläne zur D-Linie als „Murks“
Hannover Aus der Stadt Wirtschaftsverbände bezeichnen Pläne zur D-Linie als „Murks“
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21:09 30.01.2013
Von Bernd Haase
Foto: Einzelhändler und Wirtschaftsverbände kritisieren eine mögliche oberirdische Streckenführung der D-Linie zum Raschplatz.
Einzelhändler und Wirtschaftsverbände kritisieren eine mögliche oberirdische Streckenführung der D-Linie zum Raschplatz. Quelle: Dröse
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Im Gegenteil: Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Handelsverband und die City-Gemeinschaft der Einzelhändler haben am Mittwoch frühere Kritik an dem Vorhaben bekräftigt und dabei in der Wortwahl die Gangart deutlich verschärft: „Warum lässt sich die Politik und Verwaltung Hannovers durch die Region einen solchen städtebaulichen und verkehrlichen Murks aufdrücken?“, fragen die Wirtschaftsvertreter in einer gemeinsamen Erklärung.

Anlass zu der Stellungnahme sind jüngste Entwicklungen in Sachen D-Linie, wie die Strecke heißt. Die SPD hatte sich darauf geeinigt, die Stadtbahnen aus dem Westen der Stadt künftig jeweils zur Hälfte durch vorhandene Tunnelstrecken sowie oberirdisch in die City fahren zu lassen. Endpunkt der oberirdischen Züge soll aber nicht mehr wie bisher und wie von der Üstra favorisiert der Aegi sein, sondern der Raschplatz. Auch die Grünen wollen die Bahnen durch die Unterführung zwischen Ernst-August-Galerie und Hauptbahnhof schicken.

Das hat die Wirtschaftsverbände auf den Plan gerufen, die den Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler, zu ihrem Sprecher gewählt haben. „Es hat den Anschein, dass es nie um eine sachgerechte sowie städtebaulich, verkehrlich und wirtschaftlich verträgliche Lösung gegangen ist, sondern das einzig der Gesichtsverlust von zerstrittenen Politikern vermieden werden soll“, sagt Prenzler. In der Innenstadt sei Chaos vorprogrammiert, das mit Millionenbeträgen für den Streckenbau von den Bürgern bezahlt werden solle. Stadtbelange würden missachtet, kaum dass Oberbürgermeister Stephan Weil sein Büro geräumt habe.

Prenzler erinnert daran, dass Barrierefreiheit, bessere Umsteigemöglichkeiten und bessere Wirtschaftlichkeit die eigentlichen Ziele der Stadtbahnplanung für die City seien. All dieses wäre nach Meinung der Wirtschaftsverbände gegeben, wenn die Züge teils durch den Tunnel führen. Die andere Hälfte soll ihrer Meinung nach den Bereich Hauptbahnhof komplett meiden und bereits am Steintor enden.

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