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Aus der Stadt Wladimir Putin und Gerhard Schröder wollen in Hannover anstoßen
Hannover Aus der Stadt Wladimir Putin und Gerhard Schröder wollen in Hannover anstoßen
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12:24 07.04.2013
Von Stefanie Nickel
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Hannover

Dabei könnte es für den Gerd so einfach sein, seinem Duzfreund Wladimir zu imponieren. Das könnte dann so aussehen: Nachdem Putin seine Pflichttermine zur Eröffnung der Hannover Messe hinter sich gebracht hat, trifft er sich mit Gerd am Aegi. Die beiden nehmen an den rustikalen Holztischen der „Ständigen Vertretung“ Platz und stöbern in der Speisekarte. Dann zeigt Gerd mit Stolz geschwellter Brust auf ein ganz besonderes Gericht: „Deutsches Kanzler-Filet ,Schröder Art‘“. Kostenpunkt: 7,45 Euro. Wladimir würde vielleicht anerkennend nicken und Gerds Currywurst mit Pommes, pikanter Sauce und Röstzwiebeln probieren.

Russlands Präsident Wladimir Putin eröffnet mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hannover-Messe.

So aber funktioniert die Welt eines Wladimir Putin nicht. In Putins Welt wäre die „Ständige Vertretung“ schon längst verkabelt und von seinen Sicherheitsleuten durchkämmt worden. So wie das Maritim Grand Hotel gegenüber dem Neuen Rathaus, wo Putin in der Nacht zu Montag schlafen wird. In seiner 180 Quadratmeter großen Präsidentensuite wurden die abhörsicheren Leitungen bereits verlegt, ein Sicherheitsraum, der es Putin ermöglicht, Kontakt nach Moskau zu halten, wird derzeit eingerichtet. Dass Schröder und Putin für ihren Absacker eine Bar in der Innenstadt aufsuchen, ist nur schwer vorstellbar.

Dabei mangelt es Hannovers Wirten nicht an Ideen. In der „KGB“-Bar wüsste Kristina Kowaljow, was sie so prominenten Gästen auftischen würde. Erst die russische Suppe Borschtsch, dann Pelmeni, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, sowie einen Fleischspieß nach russischer Art. Zum Runterspülen gäbe es den „Bissigen Hund“ – Hochprozentiges aus zwei Rumsorten und einem hausgemachten Likör.

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Putin und Schröder es sich in der Präsidentensuite zwischen all den Biedermeier-Antiquitäten gemütlich machen werden. Verhungern oder verdursten werden sie gewiss nicht. Das Hotel ist bestens vorbereitet: Ein Container mit Speisen und Getränken aus Putins Heimat wird im Maritim-Hotel bereits erwartet.

Die Hotelleitung hat eigens für diese Lieferung eine zwölf Quadratmeter große Kühlkammer ausräumen lassen. Dort sollen Putins Leckerbissen lagern. Falls Schröder oder der Russe nach einem speziellen Wodka oder einer Speise verlangen, ist das Hotel gerüstet. Und mehr noch: In enger Abstimmung mit einem russischen Küchenbeauftragten wird Küchenchef Gerd Clövers für Sonntagabend verschiedene Gerichte für den Präsidenten vorbereiten. Fünfmal fünf Speisen werden auf Verdacht kredenzt.

Aber wer weiß, vielleicht will Schröder Putin am Ende doch noch zeigen, welche Qualitäten er in den vergangenen Jahren als Hausmann entwickelt hat. Dann tischt er ihm selbst etwas auf.

Bärbel Hilbig 05.04.2013
Christian Link 07.04.2013