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Aus der Stadt Wo führt der politische Weg von Oberbürgermeister Weil hin?
Hannover Aus der Stadt Wo führt der politische Weg von Oberbürgermeister Weil hin?
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10:41 17.02.2011
Wehrt Spekulationen über seine Zukunft ab: Oberbürgermeister Stefan Weil. Quelle: Surrey

Landesweite Auftritte vor ausgewähltem Publikum eröffnet Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) häufig mit einer Quizfrage: „Bei wie vielen Entscheidungen des Bundesrates, in denen es um viel Geld für die Kommunen geht, hat die niedersächsische Landesregierung dagegen gestimmt?“

Meist wissen die Gefragten nicht die richtige Antwort. Aber Stephan Weil hat sie, auch ohne archivführende Staatskanzlei, schnell parat: 20-mal habe die niedersächsische CDU/FDP-Landesregierung in den vergangenen drei Jahren Gesetzesänderungen zugestimmt, die die Gemeinden mit 6,5 Milliarden Euro schwer belasteten. „20-mal nichts getan“, pflegt er zu unterstreichen.

Weils Interesse für die Landespolitik ist auffällig: So war er in den ersten sechs Wochen dieses Jahres einer der Eröffnungsredner einer Klausur der SPD-Führungsspitze in Walsrode. Auch vom SPD-Bezirksverband Braunschweig wurde der Hannoveraner – für interne SPD-Verhältnisse fast eine Revolution – in diesem Jahr eingeladen, die „Dinnerspeech“ zur Jahresauftaktklausur zu halten; das war kürzlich im Kloster Wöltingerode.

Und selbst auf dem jüngsten Landesparteitag der Grünen in Hannover hielt Weil ein Grußwort, das man auch als Bewerbungsrede eines neuen Ministerpräsidenten-Kandidaten für eine rot-grüne Landesregierung verstehen könnte. Doch immer, wenn die Frage gestellt wird, ob er nicht selbst Interesse an dieser Herausforderung habe, kommt sofort ein ausführlicher Lobpreis der Schönheiten Hannovers – und die routinemäßige Antwort, Niedersachsens SPD entscheide erst nach der Kommunalwahl am 11. September, wer gegen David McAllister antreten werde.

„Ich würde in Berlin massiv darum kämpfen ...“

Diese Parole gab der 52-Jährige auch Dienstagabend aus, als er die Landeskorrespondenten niedersächsischer Medien zu einem Gespräch bei Rote-Bete-Süppchen und überbackener Putenbrust einlud. Auch hier kam er erneut mit seiner Quizfrage, beantwortete aber alle Gegenfragen, wie er es denn als Ministerpräsident mit der Wahrung der Interessen Niedersachsens halten würde, im Konjunktiv: „Ich würde in Berlin massiv darum kämpfen ...“

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand allerdings die Klage, dass die derzeitige Landesregierung überhaupt keine Vision habe, wie sie mit den dramatischen demografischen Veränderungen im Land, dem Wegsterben ganzer Dörfer etwa in der Harzregion, umgehen wolle. „Gerade um die strukturschwachen Gebiete müsste sich die Landesregierung kümmern“, riet da ein Oberbürgermeister, der gleichzeitig verkündete, dass Hannover erstmals seit Jahren wieder ein nachhaltiges Bevölkerungswachstum prognostiziert bekomme – vom Landesamt für Statistik.

Seit 2009 gehe bei Hannovers Einwohnern die Kurve wieder steil nach oben – für Weil auch eine Erfolgskurve, weil die Stadt mit einem Strategiewechsel der Baulandpolitik auch Zuzüglern echte Möglichkeiten eröffne.

Die immer wiederkehrende Frage der Korrespondenten, ob es ihn nicht doch in die Staatskanzlei ziehe, parierte Weil mal leicht genervt, meist aber geschmeichelt. Den Vorhalt, auch Christian Wulff habe stets gesagt, er fühle sich in seinem derzeitigen Amt richtig wohl, ließ er unkommentiert.

Michael B. Berger

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