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Aus der Stadt Wohin am Wochenende?
Hannover Aus der Stadt Wohin am Wochenende?
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10:09 21.06.2015
Von Rüdiger Meise
Foto: AC/DC gibt am Sonntag ein Konzert der Superlative auf dem Messegelände. Die Aufbauarbeiten für das Konzert laufen bereits.
AC/DC gibt am Sonntag ein Konzert der Superlative auf dem Messegelände. Die Aufbauarbeiten für das Konzert laufen bereits.  Quelle: Martin Steiner (Archiv)
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Da ist Musik drin

Ob der Sommeranfang am Sonntag in der Stadt heiß wird, muss noch abgewartet werden. Doch eins ist sicher: Er wird musikalisch wie noch nie. Die achte Fête de la Musique ist die erste, die Hannover als offizielle „Unesco City of Music“ austrägt. Und die Organisatoren haben sich noch mehr ins Zeug gelegt als bei den vorigen Fêtes. In ganz Europa werde man beobachten, wie Hannover die Großveranstaltung ausrichtet, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok. Und Europa soll ebenso wenig enttäuscht werden wie Hannovers Musikfreunde. 3000 Künstler aller Niveaus werden in der Stadt spielen – auf 39 Bühnen, auf Plätzen, an Straßenecken, unter Bäumen. Jede Musikrichtung wird vertreten sein, sagt Schostok. „Falls jemandem eine fehlt, so möge er sein Musikinstrument nehmen und sie selbst spielen.“ Denn das, sagt Schostok, sei der Geist der Fête de la Musique.

Bei der Fête de la Musique sind in Hannover über 1000 Künstler auf 29 Bühnen und 36 Plätzen aufgetreten.

Zahlreiche Neuerungen sind angekündigt. So wird die Fête mit einem „Aufstrich“ eröffnet – einer Art großem Violinen-Flashmob. Um 15 Uhr treffen sich alle Geiger, die Lust haben, auf dem Opernplatz und spielen gemeinsam eine Romanze von Joseph Joachim. „Geiger aller Leistungsstufen spielen gemeinsam, allerdings unterschiedliche Parts“, sagt Markus Lüdke von Musikland Niedersachsen. Die Noten sind auf der Homepage der Initiative herunterzuladen und liegen am Opernplatz aus. Angekündigt haben sich bereits 200 Geiger, die Organisatoren hoffen auf mehr Teilnehmer. Eine Gemeinschaftsaktion bildet auch den Abschluss des Tages: Wie im vergangenen Jahr gibt es einen „Nachtgesang“ um 22 Uhr am Hauptbahnhof.

Künstler der anderen „Unesco City of Music“-Städte Sevilla, Gent, Glasgow und Mannheim spielen auf der Bühne am Schillerdenkmal. Über das Netzwerk der „Unesco City of Music“ informiert der Verein Krehtiv mit einer Ausstellung. Am Kröpcke spielen Bands aus Hannovers Partnerstädten Poznan, Rouen und Leipzig gemeinsam. Die Gruppen sind bereits Mitte der Woche angereist und haben im Musikzentrum geprobt – „schließlich haben sie zuvor noch nie zusammen gespielt“, sagt Sabine Busmann vom Musikzentrum, das die diesjährige Fête maßgeblich mitorganisiert. Neu ist auch eine riesige Plattenbörse, die auf dem Opernplatz aufgebaut wird, sowie die „Drum Street“ auf der Großen Packhofstraße, wo sich ausschließlich Percussionisten austoben. Damit auch Bürger an der Veranstaltung teilhaben können, die den Weg in die City nicht bewältigen können, tragen Chöre, kleine Ensembles und Einzelkünstler die Fête de la Musique in Seniorenstifte, Diakonieeinrichtungen und Krankenhäuser.

Das ist das Programm

  • Opernplatz: Das Zentrum der Fête de la Musique. Um 15 Uhr beginnt hier die Party mit einem großen Geigen-Flashmob. Zuvor können ab 13 Uhr Musikliebhaber auf einem großen Platten- und Musikflohmarkt stöbern. Ab 14 Uhr gibt es im „Lauschparcours“ Wissenswertes zu hören. Hier ist auch das Künstler-Catering und das mobile Wohnzimmer von Musikland Niedersachsen aufgebaut.
  • Hauptbahnhof: Auf der Chorbühne präsentierten sich Kinder- und Jugendchöre ab 14 Uhr. Um 17 Uhr sind die Erwachsenenchöre dran. Um 22 Uhr endet hier die Fête mit einem gemeinsamen Nachtgesang.
  • Platz der Weltausstellung: Zum zweiten Mal ist hier die Inklusionsbühne aufgebaut – organisiert vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Laut und leise, viel Bewegung und tanzbarer Glitterrock.
  • Marktkirche: Prominente lokale Bands wie U3000, Shanaya und Milou & Flint treten auf der Leinehertz-Bühne auf.
  • Steintor: Bands aus der offenen Jugendarbeit der Stadt bespielen ab 15 Uhr die Bühne. Dazu gibt es alkoholfreie Cocktails, Kaffee und Muffins.
  • Schillerdenkmal: Hier präsentieren sich Künstler aus den anderen „Unesco City of Music“-Städten und rocken gemeinsam mit hannoverschen Bands. Das Netzwerk Kre-htiv informiert zudem über das Unesco-Projekt.
  • Cique Electrique: Die Goseriede wird erneut zur Manege für Hannovers Elektroszene. Mehr als 30 DJs und Live-Acts performen – präsentiert von Fuchsbau, Lieber Club, Yippiee und Observer.
  • Kröpcke: Bands aus Hannovers Partnerstädten spielen erstmals gemeinsam ein „Band-Mash-up“ – vereint im Herzen der Innenstadt.
  • Ballhof: Swing, Free Jazz, Chanson, Rockabilly, Fusion – der Jazz-Club Hannover präsentiert lokale Größen und junge Talente. Den Anfang macht um 15 Uhr Swing-O-Matic, den Abschluss bildet ab 21 Uhr Sound Discount feat. Premium Quality.
  • Drum Street: Percussion, so weit die Große Packhofstraße reicht. Afrikanisch, japanisch, amerikanisch. Trommeln gehört international zum Handwerk.
  • Weitere Spots: Die Klassikbühne des Freundeskreises Hannover in der Galerie Luise bespielen 30 teils hochkarätige Musiker und zwei Chöre. Später am Tag gibt es Jazz. In einem Ladengeschäft nahe der Bühne werden gebrauchte Musikinstrumente verkauft. Am Hans-Lilje-Platz gibt Hannover Concerts erstmals auf einer eigenen Bühne Gas: Punkrock, Grunge und Retroklänge von 15 bis 22 Uhr. Das Kulturzentrum Faust organisiert die „Bühne der Vielfalt“ am Holzmarkt – für Demokratie, interkulturellen Austausch und Toleranz. Die Kinderbühne am Hannah-Arend-Platz bietet ab 14 Uhr Programm. In der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses präsentiert die Musikschule Hannover 200 Schüler aus zwölf Ensembles. Am Marstall gibt die Bandakademie Hannover dem Nachwuchs eine Chance.

"Velo Challenge"

Am Sonntag starten dann bis zu 1000 Radfahrer beim Jedermannrennen „Velo Challenge“. Statt wie in den Vorjahren auf bis zu 110 Kilometer langen Schleifen vom Maschsee aus durch die Deisterregion und das Calenberger Land wird das größte Jedermannrennen Norddeutschlands nun auf einem zwei Kilometer langen Rundkurs am Lindener Berg gefahren. Der erste Start erfolgt um 9 Uhr, weitere Rennen werden bis 16.30 Uhr ausgetragen. Die Straßen rund um den Lindener Berg sind an diesem Sonntag für den Verkehr gesperrt.

Markus Holz hat einige Impressionen der Velo-City-Night festgehalten. Die Bilder zeigen die Fahrt über die A2 zwischen Altgarbsen und Garbsen-Mitte auf der Berenbosteler Straße.

AC/DC lässt am Sonntag 
das Messegelände erzittern

Für manche Hardrockfans ist AC/DC die größte Band aller Zeiten. Und selbst Liebhaber anderer Musikrichtungen sind der Meinung, dass die Band zu den wenigen gehört, die man im Leben einmal live gesehen haben muss. Am Sonntag gibt AC/DC auf dem Messegelände ein Konzert der Superlative – sechs Jahre nach ihrem letzten Auftritt in der Stadt. Der Veranstalter Hannover Concerts erwartet 75.000 Besucher. Um 18.15 Uhr spielt als Vorband The Whiskey Foundation aus Los Angeles, um 19.30 Uhr übernimmt Vintage Trouble aus München. Kurz vor 21 Uhr ist der Auftritt der australischen Rocklegenden geplant. Karten kosten 80 Euro an der Abendkasse. Fans, die nach dem Konzert noch nicht genug haben, können am Steintor weiterfeiern: Das Rocker an der Reuterstraße 5 und das benachbarte Heartbreak Hotel richten After-Show-Partys aus. Allerdings dürfte nur ein Bruchteil der 75.000 Besucher in die kleinen Clubs hineinpassen.

AC/DC in Hannover: Bilder vom Konzert auf dem Messegelände im Mai 2010.

150 Jahre Straßenbahn –
 das muss gefeiert werden

Vor 150 Jahren, am 22. Juni 1865, fuhr zwischen Berlin und Charlottenburg die erste reguläre Pferdebahn Deutschlands. Anlässlich dieses Jubiläums setzt das Hannoversche Straßenbahn-Museum am Sonntag ab 11 Uhr seine beiden Berliner Wagen auf die beiden Fahrstrecken des Museums in der Hohenfelser Straße 16, Sehnde-Wehmingen. Nach über vier Jahrzehnten des Sammelns sowie der Restaurierung verfügt das Museum heute über die größte Vielfalt historischer Straßenbahnwagen in Deutschland. Besucher können sich also auf einen ereignisreichen Museumstag freuen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 7,50 Euro (ermäßigt 6,50 Euro), Kinder zahlen 4 Euro und Familien 20 Euro.

Und außerdem ...

... erstrahlen an allen drei Abenden des Wochenendes nach Einbruch der Dunkelheit die Brunnen, Fontänen, Hecken und Figuren im Großen Garten Herrenhausen in festlicher Beleuchtung, dazu erklingt Barockmusik. Einlass ist ab 20 Uhr, Illumination zwischen 22 und 23 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro.

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