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Aus der Stadt Streit um leer stehende Wohncontainer am Siloah
Hannover Aus der Stadt Streit um leer stehende Wohncontainer am Siloah
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00:15 22.05.2015
„Unding“: Im Modulbau am Klinikum Siloah wäre Platz für Flüchtlinge. Quelle: Nico Herzog
Hannover

Die Module dienten vor dem Neubau des Siloah als Bettenhaus, Eigentümer ist das Regionsklinikum.

Vonseiten der Stadt heißt es, dass man noch über „Modalitäten“ sprechen müsse. Grundsätzlich habe die Stadt ein Interesse, die Container für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. „Die Stadt kann die Module haben“, sagt Klinikumssprecher Bernhard Koch. Noch aber gebe es keine Einigung über die Konditionen. Offenbar wird um die Höhe von Miet- oder Kaufpreis gerungen, ebenso darum, ob die Container am Standort bleiben oder umziehen.

In der Ratspolitik ist der Unmut inzwischen groß. „Wenn wir die Container nutzen könnten, müssten wir nicht so viele Flüchtlinge auf das Oststadtkrankenhaus konzentrieren“, sagt SPD-Baupolitiker Ewald Nagel. Es sei ärgerlich, dass die Verhandlungen nicht vorankommen.

Im ehemaligen Bettenhaus des Oststadtklinikums sind gut 500 Menschen einquartiert, Tendenz steigend. Noch immer muss die Stadt Flüchtlinge in drei Turnhallen unterbringen. Für 50 Millionen Euro will die Verwaltung neue Wohnmodule kaufen, um mehrere Containerdörfer in der Stadt zu errichten. Vergaberechtlich ist die Stadt zu einer europaweiten Ausschreibung verpflichtet, daher stehen die neuen Container voraussichtlich erst im Herbst. Der Bezirksrat Mitte betont, dass Flüchtlinge auch in Citystadtteilen untergebracht werden sollten und nicht nur in den Randlagen. Für die Stadt ist es aber schwierig, im Innenstadtbereich geeignete Grundstücke zu finden.

Regionspräsident Hauke Jagau, zugleich Aufsichtsratschef des Klinikums, hat kürzlich angekündigt, in den Umlandgemeinden Asylsuchende nicht in Wohncontainern, sondern in massiven Neubauten einzuquartieren. Das bedeutet, dass die Siloah-Container nicht für die Flüchtlingsunterbringung in Umlandstädten verplant sein dürften. Sie stünden also zur freien Verfügung.

„Vor diesem Hintergrund ist es ein Unding, wie sich das Regionsklinikum verhält“, sagt CDU-Ratsfraktionschef Jens Seidel. Zumindest kurzfristig müsse das Regionsklinikum die Siloah-Container zur Verfügung stellen. „Jedes Wohnmodul ist besser als Feldbetten in einer Turnhalle“, sagt Seidel. Auch die Grünen sind konsterniert. „Wir wünschen uns, dass die Probleme der Landeshauptstadt berücksichtigt werden“, sagt Fraktionsvize Michael Dette.

Hinter vorgehaltener Hand bekunden auch im Rathaus Verwaltungsmitarbeiter ihren Unmut. Der Gedanke, dass sich die Kommunen der Region gegenseitig helfen, scheine bei der Region selbst nicht ausgeprägt zu sein, heißt es. Ähnlich zäh verliefen schon die Verhandlungen um das ehemalige Oststadtkrankenhaus. Damals ging es aber um ein kompliziertes Vertragswerk für ein ganzes Gebäudeareal, jetzt sprechen die beiden rot-grün geführten Behörden über eine Ansammlung von Wohncontainern.

Bei den bei Bauarbeiten am Marstall gefundenen Knochen handelt es sich nach Einschätzung der MHH-Rechtsmedizin um Gebeine aus dem Mittelalter. Am Montag fanden Experten derweil noch eine Knochenpfanne. Am Mittwoch sollen Testgrabungen durch Archäologen erfolgen.

Conrad von Meding 22.05.2015

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