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Aus der Stadt Wohnungspreise klettern auf Rekordniveau
Hannover Aus der Stadt Wohnungspreise klettern auf Rekordniveau
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00:15 21.03.2015
Die Preise sind hoch, das Bauen zeitgemäßer Wohnungen lohnt sich – wie hier in der Lister Günther-Wagner-Allee am Pelikan-Gelände.
Die Preise sind hoch, das Bauen zeitgemäßer Wohnungen lohnt sich – wie hier in der Lister Günther-Wagner-Allee am Pelikan-Gelände.  Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Der Preisauftrieb an Hannovers Wohnungsmarkt reißt nicht ab. Zu der ohnehin großen Nachfrage nach Eigentumswohnungen kommt jetzt offenbar auch noch eine Verknappung des Angebots. Im vergangenen Jahr wurden 7,7 Prozent weniger Wohnungen verkauft als im Vorjahr. Der Preis für Eigentumswohnungen stieg dabei erneut um 5 Prozent - damit hat er sich seit 2008 um insgesamt rund 40 Prozent erhöht. Die Daten stammen aus dem Grundstücksmarktbericht der Gutachterausschüsse, für den ausschließlich notariell beurkundete Kaufverträge ausgewertet werden - er gilt damit als die zuverlässigste Marktbeobachtung. In wenigen Tagen soll der Bericht gedruckt vorliegen.

„Bei den Bodenpreisen für Einfamilienhäuser tut sich derzeit kaum noch etwas. Aber alles, was die Preise für Mehrfamilienhäuser und Etagenwohnungen betrifft, ist rapide gestiegen“, sagt Karin Wolters vom Vorstand der Gutachterausschüsse im Landesamt für Geoinformation. Ob der leichte Rückgang bei der Menge der Wohnungsverkäufe ein erstes Anzeichen für einen Dämpfer am Immobilienmarkt ist, darüber will sie nicht spekulieren. „Bundesweit gibt es Anzeichen für eine Abkühlung, aber in Hannover ist bei den Preisen noch kein Zenit zu erkennen“, sagt Wolters. Solange das Zinsniveau extrem niedrig sei, bleibe der Wohnungskauf vor allem zum Selbstbewohnen attraktiv. Bei reinen Kapitalanlegern hingegen „könnte es sein, dass manch einem das Risiko angesichts steigender Kaufpreise zu hoch“ werde. Insgesamt wurden 4801 Wohnungsverkäufe beurkundet, dabei wurden 585,3 Millionen Euro umgesetzt - der Durchscnittspreis der Wohnungen liegt damit bei rund 122 000 Euro.

Auch Häuser teurer: Auch die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser haben erneut spürbar angezogen. Regionsweit haben sie 2014 um 4 Prozent zugelegt. Bei gebrauchten Häusern betrug der Anstieg im Stadtgebiet sogar 8,1 Prozent, im Umland 3,7 Prozent. Besonders hoch ist weiterhin die Nachfrage nach zeitgemäß sanierten frei stehenden Häusern. Im Angebot sind aber überwiegend unsanierte Gebäude. Ein etwa zehn Jahre altes Haus mit 128 Quadratmetern Wohnfläche hat in der Stadt durchschnittlich 365 000 Euro gekostet, im Umland 264 000 Euro.

Kaum Mehrfamilienhäuser verfügbar: 2014 ist die Zahl der verkauften Mehrfamilienhäuser in Hannover wieder deutlich gesunken. Bei steigenden Preisen (plus 4,8 Prozent in der Stadt) wurden fast 15 Prozent weniger Verkäufe notariell beurkundet.

Weniger Zwangsversteigerungen: Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien befindet sich auf einem Tiefststand. Kamen 2010 regionsweit noch 351 Immobilien unter den Hammer, so waren es im vergangenen Jahr nur 198. Grund ist, dass sich aktuell für fast alle Immobilien Käufer finden.

Bodenpreise im Vergleich: Für die HAZ haben die Gutachterausschüsse für sechs Straßen stadtweit die Bodenrichtwerte für den Bau von Mehrfamilienhäusern abgefragt, die als Indikator für den Wert in Stadtvierteln gelten. Demnach kommt man An der Lutherkirche in der Nordstadt auf 210 Euro, in der Kleefelder Fichtestraße auf 250 Euro, in der Lindener Haasemannstraße auf 290 Euro, in der Rückertstraße in der Calenberger Neustadt auf 340 Euro, in der Oststädter Edenstraße auf 400 Euro und in der Südstädter Lutherstraße auf stolze 480 Euro. In der Innenstadt, wo auch Misch- und Bürobauten zugelassen sind, liegen die Preise teilweise im vierstelligen Bereich.

Bericht liegt in Kürze vor: Der Grundstücksmarktbericht soll in wenigen Tagen für 50 Euro in gedruckter Form zu erhalten sein. Er umfasst erstmals auch Nachbarlandkreise. Im Internet kann man bei den Gutachterausschüssen Statistiken abrufen und auch Grundstückspreise für einzelne Adressen abfragen - dafür wird dann allerdings eine Gebühr fällig.

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