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Aus der Stadt „Xaver“ wirbelt Hannover durcheinander
Hannover Aus der Stadt „Xaver“ wirbelt Hannover durcheinander
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09:12 06.12.2013
In der Bahnhofstraße stürzte ein Bauzaun auf eine Passantin, die am Bein verletzt wurde. Die Feuerwehr sicherte die Absperrung mit Brettern und Stützen.
In der Bahnhofstraße stürzte ein Bauzaun auf eine Passantin, die am Bein verletzt wurde. Die Feuerwehr sicherte die Absperrung mit Brettern und Stützen. Quelle: Dröse
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Hannover

Schulen beendeten wegen des Unwetters früher den Unterricht. Kindergärten schlossen bereits um 13 Uhr, so dass sich viele Eltern spontan einen halben Tag Urlaub nehmen mussten, um ihren Nachwuchs zu betreuen. Außerdem wurden Bürgersprechstunden abgesagt, der Zoo blieb geschlossen, und viele Sportvereine strichen die Übungsstunden für ihre Jugendmannschaften.

Leichte Verletzungen zog sich eine Fußgängerin in der Bahnhofstraße in Hannovers Fußgängerzone zu, als der Wind einen Bauzaun umriss. Auf der Bundesstraße 65 bei Barsinghausen wurde ein Behindertenbus von einer Böe erfasst. Das Fahrzeug geriet in den Gegenverkehr und kollidierte frontal mit einem Ford. Der Fahrer des Busses und die beiden Insassen erlitten leichte Verletzungen. Im Ford wurde der Beifahrer schwer, die übrigen drei Insassen leicht verletzt.

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Die Feuerwehr Hannover rückte bis zum Freitagmorgen zu 25 Sturmschäden aus. Die Helfer sicherten die Preistafel einer Tankstelle am Schnellweg, die herabzufallen drohte. Außerdem kümmerten sie sich um ein umgerissenes Baugerüst in der Liepmannstraße in Limmer. An der Matthäikirche in Wülfel drohten Buden des Weihnachtsmarktes dem Sturm zum Opfer zu fallen. Die Einsatzkräfte sicherten die Holzverschläge ab und deckten vorsichtshalber einige Dächer ab. In der Schleswiger Straße in Vahrenwald knickte ein Baum um und demolierte einen Peugeot, der dort abgestellt worden war. Die Feuerwehr zerlegte den Baum mit Motorsägen. Insgesamt war es aber eine relativ ruhige Nacht für die Einsatzkräfte.

Auch in der Region hinterließ „Xaver“ seine Spuren. In Sehnde drückte der Orkan die Verglasung eines Pferdestalls ein und deckte beinahe das Dach ab, zudem entwurzelte er drei Bäume. In Wunstorf musste die Polizei die Bundesstraße 441 zwischen Bokeloh und Hagenburg zeitweise sperren. An der Abzweigung in Richtung Schloss Ricklingen war ein Auto gegen einen umgestürzten Baum geprallt. Der 24-jährige Fahrer blieb unverletzt, das Auto musste wegen eines defekten Kühlers abgeschleppt werden.

Im Umland von Hannover hinterlässt das Orkantief "Xaver" deutliche Spuren.

Am Flughafen Hannover fielen am Donnerstag im Laufe des Tages sechs Flüge aus. Lufthansa, Air Berlin, Turkish Airlines und Swiss Air ließen den Flughafen aus Sicherheitsgründen gar nicht erst anfliegen. „Die Rückverbindungen in die jeweiligen Orte entfallen dann auch“, sagte ein Sprecher. Viele Fluggäste informierten sich frühzeitig im Internet und fuhren nicht mehr zum Airport.

Bei der Üstra kam es durch „Xaver“ zu keinerlei Einschränkungen im Bahn- und Busverkehr. „In ein paar Fällen blieb Müll in den Spanndrähten der Oberleitungen hängen“, berichtet Üstra-Sprecher Udo Iwannek. „Er wurde aber zügig entfernt und hatte keinen Einfluss auf den Betrieb.“ Schon ab 15 Uhr kam es zu etlichen Verspätungen im Bahnverkehr in Niedersachsen, von denen viele Reisende am Hauptbahnhof betroffen waren. Zwischen Neustadt und Nienburg stellte die Bahn den Regional- und S-Bahnverkehr ein, nachdem ein Baum auf eine Lokomotive gestürzt war. Auf diesem Abschnitt wurden Busse als Ersatzverkehr eingesetzt. Auch Reisende in Richtung Osten und Süden waren vom Sturm betroffen. Vor allem Züge in Richtung Berlin und in den Raum Köln konnten erst mit großer Verspätung starten.

Auf der Bundesstraße 65 zwischen Stemmen und Göxe wurde ein Kleinbus von einer Orkanböe in den Gegenverkehr gedrückt. Dort kollidierte er frontal mit einem Kleintransporter.

Auch am  Freitag werden die Menschen in der Stadt und dem Umland mit den Auswirkungen des Orkans zu kämpfen haben. Die Temperaturen sinken auf etwa vier Grad. Im Lauf des Tages ist mit Schneefällen zu rechnen. Der Wind schwächt etwas ab. Die stärksten Böen werden aller Voraussicht nach mit etwa 40 Stundenkilometern über Hannover hinwegfegen.

Kein Uni-Empfang und Bezirksrat: Die Leibniz-Uni musste 450 Gäste ausladen, die zur Verleihung der Karmarsch-Denkmünze ins Welfenschloss kommen wollten. Der Preisträger konnte wegen „Xaver“ nicht kommen. Auch die Sitzung des Bezirksrats Buchholz-Kleefeld wurde abgesagt.

Von Tobias Morchner und Jörn Kießler

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