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Aus der Stadt Hannover wird elektrisch!
Hannover Aus der Stadt Hannover wird elektrisch!
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18:45 04.05.2014
Von Andreas Schinkel
Foto: HAZ-Redakteur Conrad von Meding beim Test des Elektroautos VW E-Up im Februar.
HAZ-Redakteur Conrad von Meding beim Test des Elektroautos VW E-Up im Februar. Quelle: Küstner
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Hannover

Elektroautos erfreuen sich in Hannover zunehmender Beliebtheit. Innerhalb eines halben Jahres hat sich die Zahl der Zulassungen von E-Autos vervierfacht. Waren es im Oktober 2013 noch 75 Fahrzeuge, die über Hannovers Straßen surrten, sind es aktuell 315 Autos. Ein erkennbarer Anstieg ist auch bei den Hybridfahrzeugen zu verzeichnen. Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge, die sowohl von Elektro- als auch von Benzinmotoren angetrieben werden, stieg von 231 im Oktober vergangenen Jahres auf jetzt 481. „Das ist gegenüber der Masse von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zwar noch ein sehr niedriges Niveau“, räumt Raimund Nowak ein, Geschäftsführer der Metropolregion. Doch die Nachfrage steige spürbar an.

Der HAZ-Test

Die HAZ hat eine Woche lang den VW-Elektrowagen E-Up getestet. Was kann das Auto? Und wie weit kommt man elektrisch in Hannover? HAZ-Redakteur Conrad von Meding hat es ausprobiert – zusammen mit HAZ-Lesern. Mehr lesen Sie in unserem Spezialressort.

Die Metropolregion, ein Verbund der Städte Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Göttingen, hat vor zwei Jahren den Zuschlag für das „Schaufenster Elektromobilität“ bekommen. Damit verbunden sind Subventionen des Bundes von bis zu 15 Millionen Euro. Bundesweit gibt es vier solcher Förderschwerpunkte. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Heruntergerechnet auf die Metropolregion wären das 50.000 Fahrzeuge. Davon ist man noch weit entfernt. Zum 1. Januar 2014 fuhren 1307 Elektrofahrzeuge in der Metropolregion, 135 davon hatten Autohersteller den Kommunen zu günstigen Konditionen spendiert. Im Vorjahr waren lediglich 452 E-Autos zugelassen.

Auch die Infrastruktur hat sich für E-Auto-Fahrer verbessert. Sieben öffentliche Stromzapfsäulen gibt es mittlerweile in der Stadt Hannover, eine in Langenhagen. „Mehr werden wir vorerst nicht bauen, da die Kapazitäten an den Ladestationen keineswegs ausgeschöpft sind“, sagt Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen. Am häufigsten genutzt wird die Zapfsäule vor dem Neuen Rathaus, am wenigsten die im Parkhaus Andreaestraße. Ärgerlich sei, sagt Kallen, dass die Zapfsäule vor dem Opernhaus immer wieder von parkenden Benzinautos verstellt wird. „Da müssen wir uns eine härtere Gangart überlegen“, sagt er.

Die gestiegene Nachfrage nach strombetriebenen Wagen geht weniger auf staatliche Förderprogramme als vielmehr auf neue Angebote der Autobauer zurück. „Inzwischen gibt es etwa 16 E-Auto-Typen, darunter durchaus bezahlbare Modelle“, sagt Metropolregion-Chef Nowak. Die Reichweiten von 150 bis 160 Kilometern mit einer Batterieladung ließen sich ebenfalls sehen. „Typische Elektroauto-Besitzer sind Menschen, die sich für Technik begeistern, etwas für den Klimaschutz tun wollen und ein höheres Einkommen haben“, sagt Nowak. Also zum Beispiel Anhänger der Grünen. Gerd Apportin ist einer von ihnen. Der Grünen-Politiker im Rat der Stadt Laatzen fährt seit zweieinhalb Jahren einen Citroën Zero, für den er 35.000 Euro bezahlt hat. Erst im Betrieb rechnet sich das Fahrzeug. „Den Strom für meinen Wagen erzeuge ich in den Solarzellen auf meinem Hausdach“, sagt er. Für ihn zählt nicht nur der Öko-Aspekt, sondern auch die Freude am Fahren. „An Kreuzungen lasse ich jeden BMW stehen“, sagt Apportin. Mit dem Drehmoment eines Elektromotors könne kein Benziner konkurrieren. „Ich fahre jeden Tag mit dem Wagen durch die Stadt, eine Batterieladung langt für eine ganze Woche.“     

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