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Aus der Stadt Zahl der Einbrüche in Hannover nimmt zu
Hannover Aus der Stadt Zahl der Einbrüche in Hannover nimmt zu
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21:56 15.02.2013
Immer mehr Einbrüche in Hannover.
Immer mehr Einbrüche in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

In Hannover und im Umland sind im Jahr 2012 erheblich mehr Straftaten begangen worden als im Jahr zuvor. Die Polizei registrierte insgesamt 109  580 Delikte – das sind 3091 Taten mehr als im Jahr 2011, eine Steigerung von knapp drei Prozent. Die Daten sind in der Kriminalitätsstatistik 2012 enthalten, die Polizeipräsident Axel Brockmann und Vizepräsident Thomas Rochell gestern präsentierten. Besonders auffällig sind die gestiegenen Zahlen bei Wohnungseinbrüchen sowie bei Körperverletzungen unter Alkoholeinfluss. Auch werden Polizeibeamte zunehmend attackiert. Brockmann sprach trotz der zum Teil negativen Entwicklung von einer „Statistik, die erfreulich ist“. Die Kriminalitätsrate sei immer noch die zweitniedrigste in den vergangenen fünf Jahren. 2007 etwa verzeichnete die Polizei noch mehr als 125 000 Straftaten.

Besonders erfreut zeigte sich Brockmann von der Aufklärungsquote seiner Behörde. Die liegt wie im Vorjahr bei etwa 61 Prozent und damit leicht über dem Durchschnitt in Niedersachsen. „Das ist ein super Ergebnis“, sagte Brockmann. Auch wenn die Zahl der Straftaten gestiegen sei: „Die Bürger in Hannover können sich sicher fühlen.“ Die Einführung einer nach Stadtteilen aufgegliederten Kriminalstatistik, die kontrovers diskutiert wird, aber von der Polizeiführung schon mehrfach in Aussicht gestellt worden ist, soll es nun im kommenden Jahr geben.

Die aktuellen Zahlen im Überblick:

  • Drogen: Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank von 5817 auf 5613 Fälle.
  • Kriminalität durch Minderjährige: 6575 Straftaten wurden 2012 von unter 18-Jährigen begangen – 486 weniger als im Vorjahr. „Die Entwicklung ist besonders erfreulich“, sagte Brockmann.
  • Körperverletzung: Nach stabilen Zahlen in der Vorjahren stieg die Zahl der Körperverletzungen deutlich an – um 789 Fälle auf insgesamt 11 077.
  • Raub: 916 Fälle wurden der Polizei gemeldet, etwas mehr als im Jahr zuvor; Handtaschendiebstähle nahmen deutlich zu, dafür gab es nur einen Überfall auf ein Geldinstitut (im Vorjahr zehn).
  • Schwarzfahrer: Nach dem deutlichen Rückgang 2011 gab es hier einen Anstieg um 1470 Taten auf insgesamt 7991 Fälle. Sie zählen mit in der Statistik, wodurch Hannover im Städtevergleich oft unrühmliche vordere Plätze einnimmt.
  • Angriffe auf Polizeibeamte: Die Bedrohungen und Körperverletzungen gegen Polizisten hat sich um fast 40 Prozent erhöht. Die Polizei erfasste 305 Fälle.

Trotz der deutlich gestiegenen Zahlen von Straftaten unter Alkoholeinfluss sprach sich Brockmann gegen ein Alkoholverbot an einzelnen Orten in Hannover aus. Ein Verbot hatten zuletzt einige Politiker etwa für den Raschplatz und die Limmerstraße in Linden gefordert. Als Beispiel dient ihnen die Nicolaistraße in Göttingens Innenstadt. Das dortige lokale Alkoholverbot wurde kürzlich von einem Gericht bestätigt. „Wir sind da noch nicht so weit wie in Göttingen“, ergänzte Rochell. Gerade in der Limmerstraße, die ja eine Flaniermeile mit Geschäften ist, sei ein Verbot nur schwer vorstellbar. Brockmanns Vorgänger Uwe Binias hatte sich noch für ein Alkoholverbot auf Plätzen ausgesprochen, wenn es dort vermehrt zu Straftaten kommt.

Von Gerd Schild

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