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Aus der Stadt Den Streifenwagen droht Überalterung
Hannover Aus der Stadt Den Streifenwagen droht Überalterung
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00:15 08.10.2014
Rene Allruth wechselt an einem Streifenwagen eine sogenannte Koppelstange. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Sechs Jahre Dienst schafft ein niedersächsischer Streifenwagen im Schnitt, 4200 davon sind im ganzen Bundesland unterwegs. Insgesamt 83 Millionen Kilometer legen diese Autos Jahr für Jahr zusammen zurück. Kaum zu glauben bei einer solchen Zahl, dass den Ermittlern noch irgendetwas verborgen bleibt im Lande.

Nun aber machen sich die Beamten Sorgen, ob diese Laufleistung noch lange beibehalten werden kann. Die Zentrale Polizeidirektion (ZPD) Hannover nämlich warnt vor einer drohenden Überalterung ihres Fahrzeugbestands. Laut Abteilungsleiter Norbert Dobewall, der für den Fachbereich Mobilität bei der ZPD verantwortlich ist, fehlen in diesem Jahr für Neuanschaffungen fast 
3 Millionen Euro. „Um den Fuhrpark auf einem aktuellen Stand zu halten, bräuchten wir rund 14 Millionen Euro für Investitionen“, sagt Dobewall. Das Land stelle der ZPD im laufenden Haushalt dafür aber nur 11 Millionen Euro bereit. Auch die Gewerkschaft der Polizei fordert mehr Geld vom Land. „Wenn mittelfristig nicht zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, kann die ZPD Schwierigkeiten bekommen“, mahnt der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. Noch gebe es aber keinen Grund, um Alarm zu schlagen. „Der Zustand des Fahrzeugparks ist derzeit im Grunde akzeptabel“, sagt Schilff.

Der Fuhrpark der Zentralen Polizeidirektion Hannover steht unter Sparzwang, Gewerkschaft und Dienststellenleitung sind besorgt.

Angesichts der knappen Mittel versucht die niedersächsische Polizei, ihren Fuhrpark durch effiziente Planung zu optimieren. Die Fäden dazu werden in der hannoverschen ZPD-Zentrale in der Tannenbergallee gezogen. „Wir begleiten hier alle Fahrzeuge von der Anschaffung bis zum Wiederverkauf“, sagt Dobewall. Obwohl alle sechs Polizeidirektionen in Niedersachsen ihren eigenen Fuhrpark hat, behält die ZPD jederzeit den Überblick. „Wir wissen genau, an welcher Schraube wir drehen müssen, um die Kosten zu senken“, sagt der Abteilungsleiter.

Insgesamt hat die Polizei für ihre Fahrzeuge ein jährliches Budget von rund 20 Millionen Euro. Ein nicht unerheblicher Teil dessen wird für Benzin ausgegeben; etwa sieben Millionen Liter tankt die Polizei pro Jahr. Eigene Zapfsäulen haben die Beamten seit einiger Zeit nicht mehr, auch die Streifenwagen müssen bei Esso, Aral und Co auftanken. Immerhin gewähren die Tankstellenketten der Polizei einige Prozente, verrät Dobewall.

Auch Fahrzeugreparatur und -wartung werden häufig in private Werkstätten ausgelagert. „Wir können den ganzen Fuhrpark nicht selbst instand halten, manche Dinge können aber nur wir machen“, sagt Dobewall. Für spezielle Aufgaben, wie etwa dringende Reparaturen am Wochenende oder die Wartung der Spezialfahrzeuge, hat jede Polizeidirektion eine eigene Werkstatt. Sieben von 13 Standorten wurden seit 2006 allerdings geschlossen, um Geld zu sparen. Weitere Kosten lassen sich dort laut Dobewall nicht mehr optimieren. „Wenn wir alles in private Hände geben würden, müssten wir 3 Millionen Euro mehr zahlen“, sagt er. In diesem Punkt will auch der GdP-Landesvorsitzende Schilff erst gar keine Diskussion aufkommen lassen. „Die Wirtschaftlichkeit der Kfz-Werkstätten ist hervorragend“, sagt der Gewerkschaftschef.

Die größte Werkstatt befindet sich natürlich in der Tannenbergallee, wo Werkstattleiter Uwe Lange 30 Mitarbeiter zur Verfügung hat. Auch Sonderbauten zur Überwachung oder andere verdeckte Einsätze werden hier getätigt. „Ich baue das ein, was nicht jeder sehen soll“, sagt Tischler Ragnar Droska. Jede seiner speziellen Umbauten muss zwar von einem Sachverständigen auf Sicherheit geprüft werden, bleibt aber streng vertraulich.
Nicht alle 4200 Polizeifahrzeuge gehören dem Land Niedersachsen, viele sind Eigentum des Bundes. Auf den Parkdecks in der Tannenbergallee stehen allein 400 Großfunkstreifenwagen der Bundespolizei, die ebenfalls von der ZPD gewartet werden. „Die Mittel, die der Bund dafür bereitstellt, sind seit einiger Zeit deutlich rückläufig“, sagt Dobewall. Diesen Trend beobachten sowohl der Abteilungsleiter wie auch die Polizeigewerkschaft mit großer Sorge. Denn die Einsparungen müssten vom Land ausgeglichen werden.

Trotz knapper Finanzmittel gibt es im ZPD-Fuhrpark auch viele Innovationen. Teilweise nehme Niedersachsen sogar eine bundesweite Vorreiterrolle ein, etwa bei der Entwicklung von Tatortfahrzeugen und der gelben Sonderbeklebung der Autobahnpolizeiautos. Eine weitere revolutionäre Neuentwicklung ist der Sonderfahrzeugassistent, der zusammen mit Volkswagen entwickelt wird. Der Apparat vereint Navigations- sowie Funkgerät und die Steuerung der Blaulichtanlage, die bislang getrennt voneinander bedient werden mussten. „Wenn es einen Einsatz gibt, muss es schnell gehen – da kann ein Beamter nicht mit drei Bedienteilen hantieren“, sagt Thorsten Dege, Dezernatsleiter für Fuhrparkmanagement und Einsatzmittel bei der ZPD. Die ersten Fahrzeuge mit dieser Technik sollen bald auf die niedersächsischen Straßen kommen. Allerdings werden nur Neuanschaffungen über die Neuentwicklung verfügen.

Auf Spurensuche im Elektroauto

Die Elektrofahrzeugflotte der niedersächsischen Polizei ist noch relativ klein. 20 Elektroautos sowie zehn Pedelecs werden momentan getestet, weitere sechs Hybridfahrzeuge sollen 2015 dazukommen. „E-Fahrzeuge sind nur dann wirtschaftlich, wenn sie besonders viel fahren“, sagt ZPD-Fuhrparkleiter Thorsten Dege. Ob und wie das im Polizeidienst möglich ist, wird momentan unter wissenschaftlicher Begleitung getestet.

Aufgrund ihrer begrenzten Reichweite von rund 120 Kilometern seien Elektroautos für den Streifendienst kaum geeignet. Ein Standardstreifenwagen lege pro Tag schließlich bis zu 800 Kilometer zurück. Dennoch haben die umweltfreundlichen Automobile auch bei der Polizei eine Zukunft. „Im Kriminalermittlungsdienst, wo man überschaubare Distanzen zurücklegt, sind Elektrofahrzeuge ideal“, sagt Dege. Die dreijährige Testphase für Elektrofahrzeuge in der ZPD Hannover läuft noch bis 2016.

Spritztouren sind eher selten

Hubschrauber, Polizeiboote, Gefangenentransporter, gepanzerte Räumfahrzeuge oder ein Funkmastwagen mit einer 40 Meter hohen Antenne – die niedersächsischen Polizei verfügt über knapp 1000 Spezialfahrzeuge. Das eindrucksvollste davon ist der Wasserwerfer 10.000, kurz WaWe10. Das fast vier Meter hohe und zehn Meter lange Gefährt ist seit Oktober 2010 im Einsatz. Meistens reicht alleine die Präsenz des 31 Tonnen schweren Kolosses, um Demonstranten einzuschüchtern. Obwohl er regelmäßig eingesetzt wird, verschießt er nur in Ausnahmefällen auch tatsächlich Wasser aus seinem 10.000 Liter fassenden Tank – dann aber bis zu 65 Meter weit. Immerhin muss die ZPD nur für die Wartung aufkommen, den Kaufpreis von rund 900.000 Euro zahlte der Bund.

Polizeiautos unterm Hammer

Wenn der Betrieb eines Polizeifahrzeugs nicht mehr wirtschaftlich ist, wird es aufbereitet und verkauft. Ein bestimmtes Fahrzeugalter oder eine Kilometerzahl, die nicht überschritten werden dürfen, gibt es bei der Zentralen Polizeidirektion Hannover nicht. Die meisten Autos werden mittlerweile über das virtuelle Auktionshaus www.zoll-auktion.de versteigert, berichtet ZPD-Fahrzeugchef Norbert Dobewall. Gelegentlich würden aber auch öffentliche Versteigerungen auf dem ZPD-Gelände mit einem Auktionator abgehalten.

Ein ehemaliger Polizeibus, der früher als mobile Leitstelle genutzt wurde, wird wohl als nächstes versteigert. Solche Spezialfahrzeuge bilden aber die Ausnahme. „In der Regel fahren wir bei der Polizei Mittelklassefahrzeuge“, sagt Dobewall. Ein gewöhnlicher Funkstreifenwagen koste inklusive kompletter Polizeiausrüstung wie Funk und Blaulicht etwa 32.000 Euro. Bei der Motorisierung setzen die Beamten auf die handelsübliche Grundausstattung. „Unsere Fahrzeuge müssen bei Verfolgungsjagden nicht 250 Stundenkilometer erreichen – dafür gibt es Funk.“

Christian Link

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