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Aus der Stadt Zerstückelte Frauenleiche aus Hannover identifiziert
Hannover Aus der Stadt Zerstückelte Frauenleiche aus Hannover identifiziert
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21:33 06.01.2010
Ermittler untersuchten am Mittwoch erneut den Fundort der Leichenteile.
Ermittler untersuchten am Mittwoch erneut den Fundort der Leichenteile. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Die Frau, deren Leichnam Fußgänger am Montag unter der Legionsbrücke an der Ihme entdeckt haben, ist identifiziert. Vom Täter, der den Leichnam zerstückelt und in Plastiksäcke gesteckt hatte, fehlt allerdings bisher jede Spur. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, handelt es sich bei dem Opfer um die 24 Jahre alte Monika P. Die Kriminalpolizei hat inzwischen eine zehnköpfige Mordkommission gebildet. Sie trägt den Namen „Rose“ – nach einer auffälligen Tätowierung, die die Ermittler am Körper des Opfers fanden.

Einen Tag nach dem erschütternden Fund beschäftigte Monika P.’s Schicksal Mittwochnachmittag die Gäste einer Bierstube in der Elisenstraße in Linden. Dort hatte die junge Frau ins neue Jahr gefeiert – Stunden später war sie verschwunden. Am Montag, 4. Januar wurde sie schlielich von ihrer Mutter als vermisst gemeldet. Gegenüber der Polizei gab die Frau an, ihre Tochter zuletzt am Neujahrsmorgen gesehen zu haben. Demzufolge haben die Tochter, die Mutter sowie deren Lebensgefährte in der Wohnung der Mutter in der Elisenstraße gemeinsam Silvester gefeiert. Kurz nach Mitternacht tauchten sie in der benachbarten Bierstube auf. „Die drei haben etwas getrunken, Monika auch. Gegen 1 Uhr sind sie weitergezogen“, sagt ein Besucher. Allzu betrunken seien sie nicht gewesen. „Nicht so wie sonst.“ Etwa eine Stunde später war Monika noch einmal in der Elisenstraße unterwegs. Es war das letzte Mal, dass Zeugen sie lebend sahen.

Inzwischen wurden Einzelheiten aus dem Leben der Getöteten bekannt. Nach HAZ-Informationen soll Monika P. eine geistige Behinderung gehabt und regelmäßig Alkohol getrunken und Marihuana geraucht haben. Ihre Eltern stammen aus Polen, leben aber seit Jahren in Hannover. Monika soll bei ihrem Stiefvater in der List gewohnt haben.

Einem Beruf ging sie nicht nach, arbeitete aber in unregelmäßigen Abständen auf dem hannoverschen Straßenstrich in der Mehlstraße. Das bestätigte gestern die Polizei. Möglicherweise wurde Monika die Begegnung mit einem Freier zum Verhängnis. Nicht weit von der Fundstelle der Leichenteile entfernt liegt ein Parkplatz, auf den sich Prostituierte vom Straßenstrich häufig mit ihren Kunden zurückziehen.

Unterdessen geht das Rätselraten über das Motiv des Täters weiter. „Es gibt nur sehr wenige psychopathische Täter, die ein Bedürfnis verspüren, eine Leiche zu zerstückeln“, sagt Jan Sperhake vom Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sehr viel häufiger verstümmelten Täter eine Leiche aus einem ganz pragmatischen Grund: „Um Spuren zu verwischen.“

Das ist im Fall Monika offenbar nicht gelungen. Die Todesursache ist der Polizei inzwischen bekannt. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollen die Beamten jedoch keine Einzelheiten nennen. Einen Schritt weiter sind die Beamten auch bei der Eingrenzung des Tatzeitraums. Zeugen haben die beiden Müllsäcke, in denen die Leichenteile verpackt waren, bereits am Sonnabend, 2. Januar, gegen 9.30 Uhr unter der Legionsbrücke liegen sehen. Die Tat muss also vorher verübt worden sein.

Von Vivien-Marie Drews und Tobias Morchner

Das Foto wurde vor etwa einem Jahr aufgenommen, die 24-Jährige war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens deutlich fülliger, wie die Polizei berichtet. Foto: Polizeidirektion Hannover

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