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Aus der Stadt Zimmervermittlung prellt Messemuttis
Hannover Aus der Stadt Zimmervermittlung prellt Messemuttis
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20:49 18.01.2012
Von Tobias Morchner
Messemutti Anna Kuntze wartet seit zwei Monaten auf 2220 Euro von der Agentur. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Zur Landwirtschaftsmesse Agritechnica, die am 19. November 2011 zu Ende ging, hatte sie Übernachtungsgäste aus Polen bei sich aufgenommen – auf Vermittlung der Agentur. Doch die vereinbarte Miete ist ihr die Agentur bislang schuldig geblieben. Immer und immer wieder telefonierte Anna Kuntze mit Mitarbeitern der Zimmervermittlung. Stets wurde sie vertröstet. Dann riss der langjährigen Messemutti endgültig der Geduldsfaden. „Ich habe jetzt einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der bei Gericht einen Mahnbescheid gegen die Agentur beantragen soll“, sagt die 71-Jährige.

Anna Kuntze ist nicht die einzige Privatzimmervermieterin, die bis heute auf Geld von besagter Zimmervermittlung wartet. Auch eine 70-jährige Frau aus Langenhagen, die ihren Namen nicht nennen will, klagt über das miserable Geschäftsgebahren der Firma: „Dreimal habe ich bereits schriftliche Mahnungen geschickt, passiert ist bis heute nichts.“ Für die fünf Übernachtungen inklusive Frühstück von drei polnischen Frauen und zwei Männern zur Agritechnica stehen ihr noch 1320 Euro zu. Doch auch die 70-Jährige wird mit einer Ausrede nach der anderen abgespeist. „Mal heißt es, die Agentur sei insolvent, ein anderes Mal, die Geschäftsführerin liege im Krankenhaus“, berichtet die Frau.

Seit zehn Jahren vermietet die Langenhagenerin die ehemaligen Zimmer ihrer Kinder an Messebesucher. Bislang hat sie ihre Kunden durch die Empfehlung anderer Gäste erhalten. Zur Agritechnica nahm sie erstmals die Dienste einer Agentur in Anspruch – und wurde prompt enttäuscht. Die Agentur war sogar so dreist, trotz der nicht bezahlten Rechnung zur Teppichmesse Domotex bei der 70-Jährigen anzufragen, ob sie nicht kurzfristig wieder ein paar Besucher bei sich aufnehmen könne.    

Die Geschäftsführerin der Zimmervermittlung wollte sich am Mittwoch nicht persönlich zu den Vorwürfen äußern. Über eine Bekannte ließ sie ausrichten, dass die Agentur derzeit tatsächlich in Zahlungsschwierigkeiten stecke, sodass es derzeit noch weitere Gläubiger gebe. Die schlechte Zahlungsmoral der Messegäste sei dafür verantwortlich. „Wir hoffen darauf, dass wir am Donnerstag eine größere Summe überwiesen bekommen, dann begleichen wir sofort unsere Ausstände“, hieß es von der Agentur. Messemutti Anna Kuntze hat sich unterdessen dazu entschlossen, bei der Vermietung ihrer Zimmer nie wieder die Hilfe einer Agentur in Anspruch zu nehmen. „Bevor ich so was nochmal erlebe, lasse ich die Räume lieber leer stehen“, sagt sie.

Tourismusregion vermittelt Zimmer

Der Verein Tourismusregion Hannover ist der einzige offizielle Partner der Messe, wenn es um die Vermittlung von Privatzimmern geht. Interessenten stehen aktuell rund 850 Objekte zu Verfügung. „Wir gehen davon aus, dass es auch in diesem Jahr zu den großen Messen wieder einen großen Bedarf an Privatzimmern geben wird“, sagt Claudia Matschofsky von der Zimmervermittlung. Doch die Ansprüche der Gäste sind gestiegen. Klassische Einzelzimmer mit Familienanschluss und Badmitbenutzung finden nur wenig Anklang. Gefragt seien dagegen Zimmer mit separatem Bad und WLAN-Anschluss. Bei der Tourismusregion Hannover kostet das Einzelzimmer im günstigsten Fall 55, das Doppelzimmer 80 Euro. Wohnungen sind ab 100 Euro pro Person und Nacht zu haben. Kontakt: Telefon (05 11) 3 66 19 81.

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