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Aus der Stadt Huhn Lieselotte kümmert sich um Straußenküken
Hannover Aus der Stadt Huhn Lieselotte kümmert sich um Straußenküken
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15:42 24.09.2015
Von Bernd Haase
Foto: Huhn Lieselotte hat den Straußenküken beigebracht, wie man Nahrung aufpickt oder trinkt.
Huhn Lieselotte hat den Straußenküken beigebracht, wie man Nahrung aufpickt oder trinkt. Quelle: Zoo Hannover
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Hannover

Die Geschichte geht so: Nordafrikanische Rothalsstrauße leben in freier Wildbahn nur noch in wenigen hundert Exemplaren hauptsächlich im Tschad und im Sudan. Kriege, Jagd und Umweltverschmutzung machen auch den Restbeständen den Garaus. "Sie werden bald verschwunden sein", sagt Maren Frerking, Biologin im Zoo. Deshalb haben sich Zoologen im Jahr 2011 zur Aktion "Eierklau für den Artenschutz" entschlossen. Sie entnahmen 24 Straußeneier aus Gelegen, packten sie in Hannover in eine Brutmaschine und verteilten die geschlüpften Rothalsstraußenküken auf Zoos in Deutschland und England.

Im Zoo Hannover sind im Juni und August sieben Straußenküken geschlüpft. Unter der Aufsicht von Huhn Lieselotte haben sie das Laufen und Picken gelernt. Jetzt erobern sie ihr Gehege am Sambesi.  

Die beiden erwachsenen Rothalsstrauße in Hannover entstammen dieser Brut. "Sie haben nie echte Familienerfahrungen gemacht. Auch gibt es wahrscheinlich intelligentere Tiere als Strauße", sagt Frerking. Die Folge: Als das Paar in den Reproduktionsprozess - den beherrschen sie - einstieg und das Weibchen dann im Frühjahr in der Sambesi-Anlage Eier legte, bestanden zwei Risiken. Zum einen hätten die Vögel bei Regen und Kälte vermutlich das Brutgeschäft aufgegeben, zum anderen hätten sie ihren Nachwuchs möglicherweise sogar verletzt oder getötet.

Also wanderten die Eier wieder in Brutkasten, sieben Küken sind geschlüpft. Für alles weitere kam Huhn Lieselotte ins Spiel, das normalerweise unter seinesgleichen auf Meyers Hof lebt. "Wir haben es als Gouvernante für die jungen Straußen engagiert. Es hat ihnen beispielsweise beigebracht, wie man Nahrung aufpickt oder trinkt", berichtet Frerking.

Mittlerweile sind die Laufvögel fit für das Leben und ihrer Gouvernante um einiges über den Kopf gewachsen. Waren sie bei Geburt mit 35 Zentimetern halbwegs auf Augenhöhe mit Lieselotte, bringen sie es mittlerweile auf etwa 140 Zentimeter. Macht aber nichts: Bis die Küken irgendwann auf andere Zoos verteilt werden, gehört das Huhn zur Jungstraußenbande. Die Eltern müssen weiter von ihnen getrennt bleiben.

24.09.2015
Mathias Klein 24.09.2015