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Aus der Stadt Tierische Inventur im Zoo Hannover
Hannover Aus der Stadt Tierische Inventur im Zoo Hannover
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00:18 14.01.2018
Inventur im Zoo Hannover: die Löwen Basu und Naima.  Quelle: Heidrich
Hannover

 Shorty ist da, auch Bella und Ümschi: Drei Waschbären zählen Tierpflegerin Jasmin Batzdorfer und ihr Kollege Benedikt Knüppe bei der diesjährigen Inventur im Zoo Hannover. Drei fehlen allerdings. Mütze, Socke und Alice drücken sich offenbar vor der Zählaktion draußen in der kalten Januarluft. Für die Tierpfleger eine Geduldsprobe, denn sie müssen so lange warten, bis alle Tiere erfasst sind.

Einfacher geht es bei den Löwen: Eins, zwei, da ist die Inventur schnell vorbei. Dabei nutzen die Pfleger die Gelegenheit, die Tiere zu messen und zu wiegen. Was wiederum bei den Löwen nicht ganz einfach ist. Zum Messen werden sie mit Fleischstücken an einen übergroßen Zollstock gelockt. Bis zur Schulter ist Löwenmännchen Basu etwa 1,20 Meter hoch. Partnerin Naima kommt auf eine Körperlänge von fast zwei Metern, wenn sie sich nach oben streckt, um an die Leckereien heranzukommen. 

197 Exemplare mehr als im Vorjahr

Wie jedes andere Unternehmen macht auch der Zoo Hannover zum Jahresbeginn eine große Inventur. Dann wird alles gezählt, von der Schraube bis zum Stofftier im Shop – und eben auch alle tierischen Bewohner. Nun steht fest: 2039 Tiere in 173 Arten leben im Zoo. Das sind 197 Exemplare mehr als im Vorjahr. Viele Neuankömmlinge wie die Brazza-Meerkatzen sind im letzten Jahr in die neue Themenwelt Afi Mountain eingezogen. Außerdem bewohnen nun zahlreiche grünleuchtende Rußköpfchen, Moorenten, Senegaltauben, Triele und Kampfläufer die Afrika-Voliere. Neu im Zoo ist auch Eisbärin Milana aus Moskau, das Sibirische Tigerweibchen Alexa aus Berlin und Spitzmaulnashorn-Bulle Kito aus Dänemark.

Von der Antilope bis zum Zebra: Der Zoo Hannover hat wieder alle Tiere gezählt. Wir zeigen die besten Bilder.

 „Die Daten der Inventur sind wichtig für unsere Forschung. So ermitteln wir, wie sich die Tiere hier entwickelt haben und ob es ihnen gut geht“, sagt Zoo-Chef Andreas Casdorff. Gezählt, gemessen und gewogen wird aber das ganze Jahr. „Wir sind in einem ständigen Lernprozess und die Zahlen helfen uns, unsere Arbeit zu verbessern“, ergänzt er. Nach der letzten großen Datenerhebung werden die Zahlen verglichen. Daraus entsteht ein Jahresbericht, der an den Landesbetrieb für Naturschutz und an das Veterinäramt übermittelt wird. Dann ist jedes Tier von der Antilope bis zur Zebra auch aktenkundig. 

Zahl der Besucher ging zurück

Elefantenbulle Nikolai ist mit seinen 5,5 Tonnen wieder das Schwergewicht. Dagegen sind die Blattschneider-Ameisen Winzlinge: Mit ihren rund 0,3 Zentimetern sind die Insekten die kleinsten Bewohner. Die Ameisen haben die Tierpfleger übrigens nicht gezählt – das ganze Volk wird als ein Tier notiert. 

Doch nicht nur über die Tiere gibt der Zoo einmal im Jahr ausführlich Auskunft. Zoo-Direktor Casdorff veröffentlicht zum Jahresbeginn auch die Besucherzahlen. 2017 waren es 1,1 Millionen und damit etwas weniger als im Jahr davor. Das schlechte Wetter, umfangreiche Bauarbeiten und nicht zuletzt die Kontroverse um die Videos der Tierschutzorganisation Peta werden vom Management für den Besucherrückgang verantwortlich gemacht. Für 2018 hat der Zoo einiges vor: Die Elefantenanlage wird nach dem Haltungssystem Protected Contact – zu Deutsch „geschützter Kontakt“ – vorzeitig umgebaut, die Schneeeulen bekommen eine neue Anlage und der Zoo-Eingang wird komplett erneuert.

Von Andrea Brack Peña

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