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Aus der Stadt Böllerexplosion kostet Fußballfan 4300 Euro
Hannover Aus der Stadt Böllerexplosion kostet Fußballfan 4300 Euro
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17:39 04.05.2015
Von Michael Zgoll
Bei der Explosion in der HDI-Arena waren sieben Fans des Gästeteams verletzt worden. Quelle: Archiv/Montage
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Hannover

Zwei Geldstrafen von insgesamt 4300 Euro und Verfahrenskosten für zwei Prozesse: Das ist der Preis, den ein mit Freiburg sympathisierender Fußballfan aus dem Schaumburger Land für das Zünden eines Böllers in der HDI-Arena zahlen muss. Bei der Explosion waren sieben Fans des Gästeteams verletzt worden. Bereits vergangenen September war gegen den 27-Jährigen ein Strafbefehl von 1800 Euro wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Jetzt legte das Amtsgericht Hannover nach und bestätigte den zivilrechtlichen Anspruch des SC Freiburg, der von dem Täter Schadenersatz in Höhe von 2500 Euro gefordert hatte.

Der 10. Mai war der letzte Spieltag der Bundesligasaison 2013/14, Hannover 96 spielte im heimischen Stadion gegen den SC Freiburg. Das sportliche Geschehen wurde von Ausschreitungen überschattet, es kam sogar zu Handgreiflichkeiten zwischen 96-Ultras und hannoverschen Anhängern, die die Schmährufe gegen Präsident Martin Kind nicht mehr hören mochten. Den großen Knall aber gab es im Gästeblock.

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Sieben Fans durch Böller verletzt

Es war die 12. Spielminute, als der 27-Jährige die Lunte eines Chinaböllers zwischen seinen Beinen anzündete und den Sprengkörper in die vor ihm liegenden Zuschauerreihen beförderte. Zur Ablenkung reckte der Täter einen Moment später einen Fanschal in die Höhe. Ein Polizeivideo zeigt, wie sich zahlreiche Fußballanhänger auf einen Schlag die Ohren zuhalten - natürlich zu spät, um der Druckwelle und dem Knall des Böllers zu entgehen. Sieben Freiburg-Fans gaben später an, unter vorübergehender Taubheit gelitten zu haben.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte gegen den SC Freiburg eine Strafe von 5000 Euro verhängt; sie richtete sich gegen zwei Fans des süddeutschen Vereins. Dieser versuchte sich das Geld von seinen Anhängern zurückzuholen. Gegen den 27-Jährigen erwirkte der SC beim Amtsgericht Stuttgart einen Vollstreckungsbescheid; über den Einspruch des Freiburg-Fans hatte der hannoversche Amtsrichter Roger Heidenreich zu befinden. Nachdem der Richter dem Beklagten signalisiert hatte, dass er seine Täterschaft auf Basis der Ermittlungsakten für erwiesen halte, zog dieser seinen Einspruch zurück. Sowohl das straf- wie auch das zivilrechtliche Verfahren sind nunmehr rechtskräftig.

In jüngerer Vergangenheit hatten Gerichte gegen Böllerwerfer und Bengalozündler bei Bundesligaspielen mit 96-Beteiligung unterschiedliche Urteile gefällt. Sie reichten vom Freispruch über eine mit Geldbußen belegte Verfahrenseinstellung bis zu Gefängnisstrafen auf Bewährung.

Auch in dieser Saison wird Hannover 96 sein letztes Saisonspiel in der HDI-Arena gegen den SC Freiburg bestreiten - aufgrund der akuten Abstiegsnöte beider Clubs noch brisanter als im Vorjahr. Ausschreitungen wie 2014 möchte sicherlich niemand mehr sehen, das einzige, das sich aus hannoverscher Sicht wiederholen darf, ist das Ergebnis: Vor einem Jahr gewann 96 mit 3:2.

04.05.2015
04.05.2015
Bernd Haase 04.05.2015