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Aus der Stadt Ihre Fragen – beantwortet vom KRH
Hannover Aus der Stadt Ihre Fragen – beantwortet vom KRH
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08:31 26.11.2014
Die HAZ hat die Klinikvertreter und Politiker an einen Tisch gebracht. Quelle: Kleinschmidt
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Stefan Schröter via Facebook

In Niedersachsen gibt es jetzt schon deutschlandweit die geringste Bettendichte je Einwohner, sowie mit den niedrigsten Fallpauschalen. Was machen Sie, um diesem Trend entgegenzuwirken?

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KRH: Zuständig für die stationäre Gesundheitsversorgung ist das Land Niedersachsen. Im Einvernehmen mit dem Landesplanungsausschuss werden jährlich die Planbetten pro Krankenhaus und Fachdisziplin festgelegt und in einem niedersächsischen Krankenhausplan veröffentlicht. Die für die Vergütung entscheidenden Bewertungsrelationen für die Fallpauschalen werden bundeseinheitlich durch das Institut für Entgeltsysteme festgelegt. Eine Fortschreibung der Fallpauschalen erfolgt deutschlandweit unter Beteiligung ausgewählter Kliniken. Der jährliche Basisfallwert wird bundeslandspezifisch zwischen den Krankenkassen und den Krankenhausgesellschaften festgelegt. Im Bundesvergleich ist der Landesbasisfallwert von Niedersachsen einer der geringsten.

Zum Thema

Alle Nachrichten zum Klinikum Region Hannover (KRH).

Coppenbrügge Andreas Höver – HAZ-Forum

Das Klinikum Region Hannover will das Krankenhaus in Springe schließen. Für mich als chronisch kranker Patient bricht ein Teil der medizinischen Notfallversorgung zusammen. Im Krankenhaus Springe wird man aus meiner Sicht fachlich, menschlich, freundlich behandelt und beraten. Auch wegen der geringen Warte- und Anfahrtszeit ist Springe die erste Anlaufstelle für mich. Sonst müsste ich wieder ins Sana-Klinikum Hameln. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass die ländliche Bevölkerung zweitklassig eingestuft wird. Nicht nur für mich, sondern auch für ältere Personen wird es immer schwieriger einen fachkundigen Arzt oder, wie in diesem Fall, ein Krankenhaus in der Nähe zu finden. Wie immer steht zum Leid der Betroffenen die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, aber leider nicht der Mensch.

Das KRH Klinikum Region Hannover denkt für den Standort Springe an ein  ambulantes Versorgungsmodell („Praxisklinik“) inklusive Notfallversorgung. Ärzte verschiedener Fachrichtungen könnten hier eine hervorragende ambulante Versorgung der Patienten vor Ort anbieten. In der ambulanten „Praxisklinik“ könnte selbstverständlich auch die Erstversorgung von ambulanten Notfallpatienten erfolgen. Bereits jetzt werden im KRH Klinikum Springe stationär nur wenige sehr komplexe Notfälle behandelt: Muss ein Patient zum Beispiel nach einem schweren Unfall oder einem Herzinfarkt versorgt werden, fährt der Krankenwagen in der Regel das nächste gelegende  spezialisiertes Traumazentrum oder ein Klinikum mit Herzkatheterlabor an. Hat man sich aber z.B. eine tiefe Schnittwunde zugezogen, fände man auch künftig schnelle Hilfe vor Ort in der Praxisklinik.

Ist die Zukunft der Krankenhäuser in der Region gesichert? Welche Folgen hat die angekündigte Schließung von Kliniken? Die HAZ hat die Klinikvertreter und Politiker am Dienstagabend an einen Tisch gebracht.

Astrid Jäger, Leserbrief

Politik und aktuelle Gesetze zwingen die deutschen Kliniken immer mehr in die Knie. Mitarbeitende dort stehen unter enormer Belastung, Qualität soll zukünftig noch mehr im Fokus stehen – die Bezahlung der Leistung wird zukünftig an nachgewiesene Qualität gekoppelt sein. Die Dokumentationsanforderungen an Ärzte und Pflegekräfte ufern inzwischen ins Bodenlose und die Krankenkassen zahlen die Krankenhausrechnungen nicht. Für administrative Bereiche werden inzwischen bundesweit Milliarden ausgegeben. Der wirtschaftliche Druck ist seit Einführung der Fallpauschalen in den Kliniken enorm gestiegen, das war notwendig um die ausufernden Kosten einzudämmen. Inzwischen haben die Kliniken jedoch kaum noch Spielraum für Kosteneinsparnisse.

Um als Krankenhaus überleben zu können, müssen die Fallzahlen steigen – wer viel operiert kommt am besten über die Runden. Krankenhäuser sind für kranke und hilfsbedürftige Menschen gemacht. Alles muss bezahlbar bleiben – das ist klar. Aber wollen Sie wirklich diesem Existenzkampf weiterhin tatenlos zusehen?

Die Krankenhäuser in Niedersachsen haben eine groß angelegte Kampagne unter dem Titel „2Drittel“ gestartet, mit der sie darauf aufmerksam machen, dass zwei Dritteln aller niedersächsischen Krankenhäuser in den nächsten Jahren das Aus droht. Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser hat sich seit Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2004 dramatisch verschlechtert. Dies liegt nicht an falscher Planung oder Missmanagement der Kliniken, sondern an der unzureichenden finanziellen Ausstattung. In Hannover haben sich alle Krankenhäuser zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen und versuchen trotz Konkurrenz untereinander, gemeinsam eine Lösung für dieses Problem zu finden.

 

Jörg Helms, per E-Mail

Ist die Geschäftsführung, der Aufsichtsrat gut beraten, wenn die Geburtsklinik trotz steigender Geburtenzahlen schließt? Das Argument, das rechne sich nicht, darf nicht unkommentiert bleiben. Vor Kurzem galt eine Klinik mit 500 Geburten als Maß, jetzt wird die Region mit Berlin verglichen, wo erst ab 3000 Geburten Kliniken als rentabel gelten. Darf nur noch rentable Medizin, wie im Strategiepapier der KRH angeboten werden? Ist es rechtens, nach den Rosinen zu picken, und den Rest übernehmen die MHH, DDH und andere Kliniken?

Beim HAZ-Forum hat sich Prof. Dr. Moesta hierzu geäußert: 1200 bis 1500 Geburten können ausreichen und rentabel sein, wenn man zusätzlich eine starke Gynäkologie hat. Die neue Medizinstrategie wird dafür sorgen, dass auch in den kommenden Jahren jederzeit jedermann in der Region so wohnortnah wie möglich sehr gute medizinische Versorgung bekommt.

Physis Burgwedel via Facebook

Wird das Klinikpersonal 1:1 auf andere Häuser verteilt und übernommen?

Einerseits führt die neue Medizinstrategie 2020 an einigen KRH Standorten und Abteilungen dazu, dass Arbeitsplätze wegfallen. Anderseits entstehen in anderen medizinischen Bereichen wie z.B. der Geriatrie oder der Neurologie neue Arbeitsplätze . Betriebsbedingte Kündigungen des Arbeitsverhältnisses, die für den Großteil der KRH Beschäftigen  bis 2015 ohnehin tariflich ausgeschlossen sind, wollen wir auch zukünftig, wenn irgend möglich, vermeiden. Die KRH Geschäftsführung  ist bemüht, dass ein Großteil der von den strukturellen Veränderungen betroffenen Mitarbeiter/innen im KRH-Klinikverbund weiterhin eingesetzt werden kann. Wo immer möglich, setzen wir sozialverträgliche Lösungen, wie z. B. Altersteilzeit undnatürliche Fluktuation,  ein.

Iris Kraus via Facebook

Warum muss eine Geburtsstation überhaupt Profit abwerfen? Es sollte für ein reiches, soziales Land wie Deutschland normal sein, dass alle Mütter, auch die außerhalb von Hannover, in kürzester Zeit in einem Krankenhaus sind und ihr Kind (den zukünftigen Steuerzahler!) sicher zur Welt bringen können

 und

Hebamme Sandra Kunze via Mail

Wenn die Standorte zusammengelegt und große Geburtskliniken geschaffen werden, betreiben wir in Hannover wieder Geburtsmedizin wie in den 50er-90er Jahren. Der Deutsche Hebammenverein hat 2013 einen Expertinnenstandard für die Geburtshilfe entwickelt. Wir Hebammen wollen mit  GeburtsHILFE den Start ins Leben effizient, familienorientiert und sicherer für die Frauen gestalten. Mit welcher Begründung wird die Ausübung unseres Berufes, die Vertretung des Geburtsplanes der Frau und der Raum für GeburtsHILFE so dermaßen eingeschränkt?

 und

Saskia Jäger via Facebook

Die gynäkologische Abteilung und der Kreissaal sind die Stationen, die immer einen hervorragenden Ruf hatten! Und genau die Abteilungen sollen abgeschafft werden? Wo ist da die Logik? Auch wenn diese Abteilungen keinen Profit abwerfen, sollte man doch mal annehmen, dass genau die Geburtenstation das auch nicht muss, oder?

Es geht bei der Medizinstrategie nicht um Profit und Gewinne, sondern darum das KRH Klinikum Region Hannover sicher für die Zukunft zu machen. Zurzeit betreibt das KRH vier Geburtskliniken an den Standorten Gehrden, Großburgwedel, Neustadt und Nordstadt. Aufgrund der vergleichsweise geringen Zahl von rund 600 bis 900 Geburten je Standort, sind diese Kliniken nicht wirtschaftlich zu betreiben. Eigenfinanzierte Investitionen in neue Infrastruktur und Technik sind dadurch nicht durchführbar. Dadurch wäre langfristig die Versorgungsqualität gefährdet. Das ist auch der schwierigen Finanzierungssituation in der Geburtsmedizin geschuldet, die alle Krankenhäuser in Deutschland in diesem Bereich vor große Herausforderungen stellt: Aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen sind bundesweit in den letzten Jahren zahlreiche Geburtskliniken geschlossen worden. Die weiterhin bestehenden Geburtskliniken in Gehrden und Neustadt werden trotz schlechter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weitergeführt. Damit erfüllt das KRH seinen Versorgungsauftrag in der Region Hannover.

 

Anonym 

Nicht alle Menschen sind so mobil, jederzeit in eine Notaufnahme 30 Minuten mit dem Auto entfernt zu fahren. Ist es sicher, dass der Neubau kommt? Und falls ja, wird er definitiv im Raum Burgdorf oder Burgwedel sein?

Die Medizinstrategie 2020 steht derzeit zur Diskussion bzw. vor der Beschlussfassung. Dort wird vorgeschlagen, die Standorte Lehrte und Großburgwedel in einem Krankenhausneubau zusammenzufassen. Im ersten Schritt geht es um einen Projektauftrag zur Konzeptentwicklung und Finanzierbarkeit eines Krankenhausneubaus. Eine Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Finanzierbarkeit. Auch die Standortfrage ist noch nicht geklärt.

 

Anonym

Warum wird nicht nur die Entbindungsstation, sondern sogar die ganze Gynäkologie incl. Brustkrebszentrum geschlossen? Wo sollen die Frauen hin mit Krebs, Myomen, Zysten, etc?

 Der Schwerpunkt der Onkologischen Behandlung im KRH zentriert sich in Zukunft im KRH Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus. Im zertifizierten Onkologischen Zentrum werden auch gynäkologische Krebserkrankungen behandelt.

Anonym 

Warum wird nicht das Krankenhaus Laatzen geschlossen? In Hannover ist die Versorgung mit Krankenhäusern gut genug. Liegt der Fehler nicht eher in der Gesundheitsreform? Warum wird das nicht geändert? Warum können Kliniken nicht alles in Rechnung stellen, was geleistet wird. Das System der Abrechnung und der sehr häufigen Ablehnungen der Zahlungen von den Krankenkassen ist das Hauptproblem es kann doch nicht sein, dass man an zwei 'Dingen' behandelt wird, aber nur eins abgerechnet werden kann? Da hakt doch das ganze Gesundheitssystem. Die Krankenkassen zahlen Beiträge zurück, aber bei den Behandlungen im Krankenhaus kürzen sie alles was geht.

Die stationäre Behandlung der Patienten im KRH Klinikum Region Hannover erfolgt nach medizinischen und pflegerischen Leitlinien und nicht nach primär wirtschaftlichen Optimierungskriterien. Diese bedarfsgerechte Versorgung kann im Einzelfall dazu führen, dass nur eine Hauptleistung des stationären Aufenthalts durch die Krankenkasse vergütet wird. Der Gesetzgeber hat dies so festgelegt, was im Einzelfall zu einer wirtschaftlichen Schieflage führen kann.

 

Wolfgang Lüpke aus Laatzen

Vor zwei Jahren wurde der vertragsärztliche Bereitschaftsdienst am Laatzener Agnes-Karll-Krankenhaus eingestellt: wegen zu geringer Auslastung. Jetzt heißt es, die Notfallaufnahmen seien überlastet, weil sie von vielen Patienten aufgesucht würden, die auch vom Hausarzt behandelt werden könnten.

Diese Entscheidung hat die Kassenärztliche Vereinigung getroffen. Wir bedauern dies sehr.

 

Jörg Maslobay via Facebook

Wann tritt Herr Jagau als Regionspräsident zurück? Wann wird die KRH GmbH aufgelöst und in Eigentum des Bürgers bzw. des Steuerzahlers überführt?

Herr Jagau ist in diesem Jahr mit der Stimmenmehrt der Bürger/innen der Region Hannover als Regionspräsident wiedergewählt worden. Er hat immer wieder versichert, dass es sein Ziel ist,  das KRH in kommunaler Trägerschaft zu halten. Als kommunales Unternehmen ist das KRH bereits jetzt Eigentum der Bürger/innen der Region Hannover. Die Medizinstrategie 2020 hat zum Ziel, den Fortbestand des KRH als kommunales Unternehmen zu sichern und so eine Auflösung oder Privatisierung ausdrücklich zu verhindern.

 

Heinrike Pfohl, vom Verein Kaiserschnittstelle Hannover

Sie beobachtet mit Sorge die Schließungen der geburtshilflichen Abteilungen des Nordstadt-Krankenhauses (ca. 1428 Geburten pro Jahr) und des Krankenhauses in Großburgwedel (ca. 550 Geburten pro Jahr). Sie fragt, wie die Geburtshilflichen Abteilungen im Friederikenstift, MHH, Robert-Koch Gehrden, Henriettenstift, Klinikum Neustadt und Vinzenz Krankenhaus die Schließungen der geburtshilflichen Abteilungen auffangen können? Die Situationen der Hebammen ist noch dazu aktuell so angespannt wie nie zuvor, was bedeutet dass die außerklinischen Geburten ebenfalls rückläufig sein werden. Gibt es Pläne, wie Hebammen unterstützt werden können? Welche Vorkehrungen  in den übrigen geburtshilflichen Abteilungen werden nun vorgenommen, um die ca. 2000 zusätzlichen Geburten pro Jahr aufzufangen? Wird sich etwas an der Personalsituation verändern?

Diese Fragen müssen von den Vertretern der Kliniken beantwortet werden, die weiterhin geburtshilfliche Abteilungen im Stadtgebiet Hannover vorhalten.

Die steigenden Haftpflichtprämien für Hebammen sollen auf Initiative des Gesundheitsministeriums gedeckelt werden. Dies kann ein erster Schritt zur finanziellen Besserstellung des Berufs der Hebamme sein.

 

Brigitte Salisch per E-Mail

Sehr geehrte Damen und Herren, die Zusammenlegung der Kliniken ist geplant. Für die Zeit der Schließung und Fusionen stellen sich viele Fragen: Was werden Sie unternehmen, wenn die einen Klinik schließt und die andere jeweils mehrere hundert Geburten mehr zu betreuen hat? Gibt es bis zur endgültigen Verortung eine Übergangslösung mit einer personellen Aufstockung bei den Hebammen und Ärzten? Schon seit Schließung der letzten Kliniken sind die Abteilungen personell ausgereizt. Damit wird es zukünftig nicht mehr tragbar werden, noch viel mehr Geburten zu betreuen und dabei Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Bei weiterer Steigerung der Geburtenzahl in den verbleibenden Kliniken wird es zwangsläufig zu Überlastungen kommen:
Hierfür ist es dringend erforderlich eine bedarfsorientierte personelle Ausstattung sicher zu stellen. Diese dürften dann jedoch nicht in Abhängigkeit von DRGs erst rückwirkend ermittelt werden. Können wir davon ausgehen, dass dies sichergestellt wird? Zudem stellt sich ja zusätzlich die Frage der Raummöglichkeiten unter eben diesen Veränderungen bei einer Steigerung der Geburtenzahl pro Haus.

Die Schließung der beiden geburtshilflichen Abteilungen in Großburgwedel und Hannover Nordstadt führt zu einer Patientensteigerung in anderen Kliniken, die weiterhin im Stadtgebiet Hannover eine geburtshilfliche Abteilung vorhalten. Durch die frühzeitige Ankündigung unserer Pläne bleibt den Krankenhäusern ausreichend Zeit, sich auf die zu erwartenden Patientenströme vorzubereiten und gegebenenfalls Kapazitätsanpassungen vorzunehmen.

 

Welche Konzepte haben Sie für die Ausbildung von Hebammen, den Praxisanteil und Kooperationen mit Kliniken. Werden der Hebammenverband, die Hebammenschulen und Universitäten bezüglich der Ausbildung zusammen an einem Tisch die zukünftige Ausgestaltung der Ausbildung diskutieren?

Die Hebammenschule hat eine lange Tradition und es ist im Interesse aller, diese grundsätzlich zu erhalten. Es haben sich bereits zwei Interessenten gemeldet, die die Hebammenschule in ihrer jetzigen Form übernehmen und fortführen wollen, um den hohen Stand der Hebammenausbildung in Hannover weiterhin zu gewährleisten.

JOJO per E-Mail

Wenn man das Strategiekonzept hinterfragt, kommt man zum Schluss, dass nur wirtschaftlich lukrative Bereiche der Medizin berücksichtigt werden (Altersmedizin), der Rest soll durch den Markt geregelt werden. Ist dies mit dem Versorgungsauftrag vereinbar? Wie kann der Gesellschaft politisch vermittelt werden, dass gegen die Alterspyramide vorgegangen werden soll, wenn im Umkehrschluss, es werdenden Eltern erschwert wird, Kinder in Kliniken wie GBW zu kriegen?

Plant die KRH als nächstes auch die Geburtshilfe in Gehrden und Neustadt zu schließen, da diese genauso so defizitär sind? Wie ist zu erklären, dass in der Expertengruppe 2020 der KRH kein Gynäkologe beteiligt war? Warum soll die DDH jetzt mit der KRH kooperieren, nachdem die KRH, der DDH in direkter Nachbarschaft das modernste Krankenhaus gebaut und eingeweiht hat? Geht es der KRH finanziell so schlecht, dass an den Plänen Neubau Großburgwedel nicht mehr festgehalten wird, obwohl doch schon der Garten platt gemacht und die Wedel denaturiert wurden?

Selbstverständlich ist auch die Fachexpertise aus dem Bereich Gynäkologie eingebunden gewesen.

Die mit dem Medizinkonzept 2020 beabsichtigten Veränderungen werden den bestehenden Versorgungsauftrag des KRH neu definieren, um das KRH sicher für die Zukunft zu machen. Dafür sind strukturelle Veränderungen unumgänglich. In den vom Niedersächsischen Sozialministerium geplanten Regionalkonferenzen wird gemeinsam mit anderen Klinikbetreibern sichergestellt, dass eine bedarfsgerechte stationäre Gesundheitsversorgung in der Region Hannover weiterhin erfolgen wird. Pläne zur Schließung weiterer Kliniken bzw. Abteilungen gibt es nicht.

 

Amy Totterdell via Facebook

Die Mütter, die Schwierigkeiten haben eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, werden viel wahrscheinlicher in einer kleinen Geburtsklinik erkannt und man kann ihnen helfen bzw. entsprechende Maßnahmen einleiten. Durch die 'Abfertigung' in den großen Geburtskliniken werden mit Sicherheit die Mütter durchs Netz fallen. Wollen Sie für die Schlagzeile 'Baby verhungert' verantwortlich sein?

Es gibt keinen empirischen Nachweis, dass die Versorgung in einer kleineren Geburtsklinik besser oder persönlicher ist als in einer größeren.

Ulrich und Ulrike Körber aus Burgwedel

Die geburtshilfliche und gynäkologische Abteilung des Krankenhauses Großburgwedel soll bereits 2015 geschlossen werden. Warum kann diese Entscheidung nicht ausgesetzt werden und im Rahmen der Planung Neubau des Krankenhauses Nord/Ost sorgfältig überprüft werden? Wie groß ist der wirtschaftliche Vorteil dieser Einzelmaßnahme aufs Jahr gerechnet, dass man dies nun unbedingt schnellstmöglich machen will?

 und

Katja Oldendorf via Facebook

Warum wird die Geburtsklinik in Großburgwedel jetzt schon bzw. Anfang nächsten Jahres geschlossen und gibt es dann im geplanten Neubau eine neue?

Zurzeit betreibt das KRH vier Geburtskliniken an den Standorten Gehrden, Großburgwedel, Neustadt und Nordstadt. Aufgrund der vergleichsweise geringen Zahl von rund 600 bis 900 Geburten je Standort, sind diese Kliniken nicht wirtschaftlich zu betreiben. Eigenfinanzierte Investitionen in neue Infrastruktur und Technik sind dadurch nicht durchführbar. Dadurch wäre langfristig die Versorgungsqualität gefährdet. Das ist auch der schwierigen Finanzierungssituation in der Geburtsmedizin geschuldet, die alle Krankenhäuser in Deutschland in diesem Bereich vor große Herausforderungen stellt: Aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen sind bundesweit in den letzten Jahren zahlreiche Geburtskliniken geschlossen worden. Die weiterhin bestehenden Geburtskliniken in Gehrden und Neustadt werden trotz schlechter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weitergeführt. Damit erfüllt das KRH seinen Versorgungsauftrag in der Region Hannover.

An Stelle der Geburtshilfestandorte in den KRH Kliniken Nordstadt und Großburgwedel stehen jeweils mehrere hervorragende Geburtskliniken anderer Klinikträger im Umkreis von 25 Kilometern zur Verfügung. Schwangere im Stadtteil Hannover-Nordstadt werden durch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), das Friederikenstift und die Henriettenstiftung bei der Geburt bestens versorgt. Diese Einrichtungen sind auch für werdende Mütter westlich von Burgwedel gut erreichbar. Wer eher im nördlichen oder östlichen Teil von Burgwedel wohnt, für den bietet das AKH Celle eine sehr gute geburtsmedizinische Versorgung an. Eine Alternative wäre auch das Klinikum Peine.

Bis auf das Klinikum Peine, das Vincenzkrankenhaus Hannover und das Diakoniekrankenhaus Friederikenstift sind alle genannten Geburtskliniken als Perinatalzentren Level 1 zertifiziert. Das garantiert die höchste Versorgungsqualität: Hier sind auch extreme Frühgeburten und Mehrlinge in aller besten Händen. Jeweils mindestens sechs Intensivplätze werden dort für die Neugeborenen bereitgehalten. Die Versorgungsqualität in der Geburtsmedizin ist damit sowohl im Stadtteil Hannover-Nordstadt als auch in Burgwedel gesichert.

 

Maike Sielaff via Facebook

Erst vor kurzem war der Presse zu entnehmen, dass schon jetzt immer mehr Notaufnahmen überlastet sind und sich abmelden. Wie kann ein solcher Umstand verträglich mit einer vernünftigen Notfallversorgung sein? In Städtischen und ländlichen Gebieten ist eine vernünftige ärztliche und notärztliche Versorgung wichtig. Wie ist dieser Umstand mit den geplanten Schließungen vereinbar?

Die Notfallversorgung ist einer der Schwerpunkte des Medizinkonzeptes 2020. Von den Maßnahmen werden die Bürger/innen der Region Hannover  profitieren. Bei Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen reicht es nicht, dass man schnell einen Arzt erreicht.. Entscheidung für Leben oder Tod ist die schnelle Erreichbarkeit von Kliniken mit Herzkatheterlaboren, MRT und anderer hochmoderner Technik für Diagnostik und Therapie. Wenn wir diese Infrastruktur der Bevölkerung in der Region Hannover weiterhin zugänglich machen wollen, ist eine Schwerpunktbildung an ausgewählten KRH Standorten alternativlos.

r.

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