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Aus der Stadt Ihme-Zentrum: Stadt bleibt, Enercity zieht aus
Hannover Aus der Stadt Ihme-Zentrum: Stadt bleibt, Enercity zieht aus
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00:15 02.12.2016
Für Enercity gehen 2020 die Lichter im Ihme-Zentrum aus: Die Stadtwerke verlassen ihre Büroflächen dort und wollen sich perspektivisch auf einen Standort konzentrieren. Quelle: Ole Spata (Archiv)
Hannover

Die Stadtwerke Hannover ziehen zum Ende des Mietvertrags 2020 aus dem Ihme-Zentrum aus. Vorstandschefin Susanna Zapreva kündigte an, das Unternehmen wolle langfristig nur noch einen Standort statt wie bisher drei für die Enercity-Mitarbeiter haben. Damit verlässt der neben der Stadtverwaltung wichtigste Mieter den maroden Gebäudekomplex. Grund sei aber nicht unbedingt der schlechte Zustand der Immobilie, sondern eine veränderte Strategie der Stadtwerke, sagte Zapreva. Ob die neue Zentrale langfristig gegenüber auf dem Enercity-Gelände an der Glocksee oder auf dem Unternehmensareal in Ricklingen errichtet werde, wolle sie mit dem neuen Vorstand entscheiden.

Monatelang war unklar, wer genau hinter dem Investment im Ihme-Zentrum steckt. Am Donnerstag war Amir Dayan im Rathaus.

Die Stadt Hannover dagegen verlängert ihr Ultimatum an den Investor und bleibt zunächst Hauptmieter im Ihme-Zentrum. Wenn der Investor nun endlich konkrete Umbaupläne zeige, wolle man im kommenden Jahr über einen neuen, dann 20-jährigen Mietvertrag entscheiden, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok am Dienstag. 

Lesen Sie auch unser digitales Dossier zum Ihme-Zentrum.

Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) sagte in einer Pressekonferenz am Dienstag, dass die Verhandlungen mit dem Investor auf einem guten Weg seien. Es gebe eine grundsätzliche Einigung. Deshalb werde das dem Investor gesetzte Ultimatum verlängert. Die Stadt hatte mit dem Auszug von Hunderten Mitarbeitern gedroht, falls der Haupteigentümer, die Steglitzer Kreisel GmbH, nicht bis Dezember endlich verlässliche Planungen für eine Modernisierung des Gebäudekomplexes am Ihme-Ufer vorlegt. Die dann ausbleibenden Mietzahlungen hätten den Investor finanziell hart getroffen.

Fotograf Philipp von Ditfurth hat das Ihme-Zentrum aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert.

OB Schostok sprach am Dienstag von „dem härtesten Ultimatum, das man einem Investor stellen kann“. Fakt ist: Der Haupteigentümer hat es nicht geschafft, im geforderten Zeitraum die Planungen so weit zu konkretisieren, dass die Stadt zufrieden ist. Andererseits gebe das, was vorgelegt worden sei, Anlass zu großen Hoffnungen, sagte Schostok: „Ich will nicht von beeindruckend sprechen, aber die Anzeichen sind eindeutig, dass der Investor ernsthaft arbeiten lässt.“ Es seien drei exzellente Büros beauftragt worden, Konzepte zu entwickeln. Am kommenden Donnerstag, 8. Dezember, sollen die Ergebnisse öffentlich im Rathaus vorgestellt werden.

Seit der gescheiterten Sanierung 2009 gleichen weite Teile des Gebäudekomplexes an der Ihme einer Ruine. Im Februar 2015 hat die Berliner Firma Steglitzer Kreisel in einer Zwangsversteigerung 83 Prozent des Gebäudes erworben und wollte angeblich investieren. Passiert ist bisher aber nichts. Deshalb hat der Rat im August beschlossen, ein Ultimatum zu verhängen.

Wohneigentümer klagen

Der OB will dem Rat vorschlagen, das Ultimatum zu verlängern und für weitere zweieinhalb Jahre Büro-Großmieter im Ihme-Zentrum zu bleiben. Ihre ersten Mietverträge laufen Ende 2017 aus, die Verlängerung soll also bis Mitte 2020 dauern. Im kommenden Sommer soll final entschieden werden, ob man für weitere 20 Jahre Mieter bleibt – wenn der Investor dann das geforderte Sanierungskonzept vorlegt und die Sanierung startet. Sein Gesamtkonzept setzt offenbar weiter auf großflächige Handelsansiedlungen im Bereich der Blumenauer Straße, auf kleineren Handel und Gastronomie im Inneren sowie darauf, einige der ehemaligen Gewerbeareale zu Wohnbereichen für Studierende und Senioren umzubauen.

Jürgen Oppermann, der Vorsitzende der Verwaltungsbeiräte im Ihme-Zentrum, war skeptisch. „Wir sehen keine verbindlichen Absprachen in dem Agreement zwischen Stadt und Investor“, sagte er: „Wir haben immer von Großeigentümern vollmundige Ankündigungen gehört und nachher ist nichts rausgekommen.“ Man habe erwartet, dass die Stadt sich echte Sicherheiten geben lasse. Die Wohnungseigentümer haben jetzt Klage gegen die Projektgesellschafter Steglitzer Kreisel eingereicht: Sie soll 50 Millionen Euro für die Wiederherstellung des Gebäudezustands vor der Sanierung zahlen.

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