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Aus der Stadt Wenn zwei Porsche-Fahrer sich streiten...
Hannover Aus der Stadt Wenn zwei Porsche-Fahrer sich streiten...
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00:24 21.03.2015
Von Jörn Kießler
Symbolfoto Quelle: dpa
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Hannover

Viele Freundschaften fußen auf einem gemeinsamen Hobby. Für zwei Männer aus Hannover und Offenbach ist die gemeinsame Leidenschaft aber der Grund, warum sie seit mittlerweile zwei Jahren nur noch über ihre Anwälte miteinander kommunizieren. Auslöser für den Streit, der vor dem Amtsgericht landete, sind zwei Sätze Autofelgen, die die beiden 2012 getauscht hatten.

Stephan M. aus Hannover bezeichnet sich selbst als einen Genussfahrer. Deshalb hatte er sich einen Porsche 911 Carrera Baujahr 1984 gekauft, „einfach, um ihn mal für ein Jahr zu fahren“, wie der 48-Jährige sagt. Jens S. aus Offenbach hingegen kann man getrost als Auto-Enthusiasten bezeichnen. Viele seiner Kunden, für die er Marketing macht, stellen edle Karossen her. Sein Herz gehört jedoch Porsche. Auch er besitzt einen 911 Carrera.

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Eine Nummer zu klein

Als S. von seinem Mechaniker hörte, dass ein anderer Kunde einen baugleichen Wagen verkaufen wolle, an dem sogenannte Fuchsfelgen montiert waren – ein Modell, nach dem S. schon lange suchte –, wurden sich die beiden Porsche-Fahrer schnell einig. Nach ausführlichen Verhandlungen per SMS trafen sich die beiden in der Werkstatt im hessischen Engelstadt. Dort wechselte der Mechaniker die Räder der beiden Autos. Dafür, dass M. noch vor dem Verkauf seines Wagens die Fuchsfelgen gegen weniger beliebte Telefonfelgen eintauschte, zahlte ihm S. 2500 Euro.

1000 Euro will er nun aber wieder zurück haben. Der Hannoveraner habe ihn getäuscht. Statt der benötigten Felgen in Größe 7 habe er ihm Felgen der Größe 6 verkauft, die entsprechend billiger seien. „In dem SMS-Verkehr wurde jedoch nie über die Größe der Felgen gesprochen“, sagte M.s Rechtsanwalt Markus Werner. In der Werkstatt habe sein Mandant gemeinsam mit dem Kläger die Felgen in Augenschein genommen, bevor sie gewechselt wurden. „Danach wurden sie von S. gekauft wie gesehen“, erklärte Werner. Eine nachträgliche Kaufpreisminderung sei daher nicht gerechtfertigt.

S. jedoch sagt, ihm sei die falsche Größe erst aufgefallen, als er seinen Wagen nach der Montage in der Werkstatt abholte. Sicherheitstechnisch macht dieser Aspekt allerdings keinen Unterschied. Ob die abweichende Felgengröße den Marketingexperten aus Offenbach jedoch ästhetisch so sehr störte, dass er die Räder wieder auswechselte, ist offen. Zu dem Termin am Amtsgericht erschien er nicht. Gemeinsame Hobbys können eben auch entzweien.

Rüdiger Meise 21.03.2015
Bernd Haase 21.03.2015