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Aus der Stadt Zwei junge Brüder übernehmen Abbruchunternehmen
Hannover Aus der Stadt Zwei junge Brüder übernehmen Abbruchunternehmen
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09:15 17.06.2017
Von Albrecht Scheuermann
„Viel Arbeit, aber es macht Spaß“: Hinrich (l.) und Philipp Detmering haben die Chance ergriffen, als der frühere Firmeninhaber einen Nachfolger suchte. Quelle: H. Detmering
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Lehrte

Dass er sich eines Tages selbstständig machen werde, wusste Hinrich Detmering genau. Und dann kam die Gelegenheit: Die A&S Betondemontage GmbH in Lehrte stand zum Verkauf. Der Gründer und Eigentümer suchte nach einem Nachfolger, weil er selbst keine Nachkommen hat. „Wir haben die Gelegenheit beim Schopf ergriffen“, sagt der gerade einmal 32 Jahre alte Detmering.

Bei Abrissen führend

Seit Jahresbeginn sind er und sein Bruder Philipp (29) Eigentümer des Unternehmens, das auf seinem Gebiet zu den führenden Adressen im weiten Umkreis zählt. Zum Geschäft gehören Abrisse von Gebäuden und Brücken, Entkernungen und Asbestsanierungen.

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Die beiden Brüder fühlten sich bereits durch die Familie dem Baugeschäft verbunden. Der Vater führte selbst eine Erdbaufirma. Hinrich bringt eine kaufmännische Ausbildung mit, sein Bruder eine technische. „Wir haben mitbekommen, dass der Alteigentümer in den Ruhestand gehen will“, erzählt Hinrich Detmering, der zuvor in der Speditionsbranche tätig war. Die Entscheidung musste schnell getroffen werden - und dabei kam die Hannoversche Volksbank ins Spiel. Schließlich musste die Übernahme finanziert werden.

„Sie geben richtig Gas.“ 

Firmenkundenbetreuer Helge Stille erinnert sich: „Ich war stark beeindruckt von der fachlichen Kompetenz und dem Engagement der beiden Brüder, sie geben richtig Gas.“ Es ging immerhin um einen „erheblichen Betrag“, genauer wollen die Beteiligten nicht werden. Der Bankmitarbeiter entwarf ein Finanzierungskonzept in Zusammenarbeit mit der bundeseigenen KfW-Bank und der Niedersächsischen Bürgschaftsbank (NBB). Die KfW gab günstiges Geld. Die Volksbank war für die ganze Abwicklung zuständig und behielt einen kleinen Teil des Risikos - 80 Prozent des Ausfallrisikos übernahm die NBB.

„Paradebeispiel für Unternehmensnachfolge

Alle Seiten geben sich ein halbes Jahr nach dem Abschluss mit dem Geschäft und der Zusammenarbeit vollauf zufrieden, alles habe reibungslos geklappt. Stille spricht von einem „Paradebeispiel für eine gelungene Unternehmensnachfolge“. Und Detmering fühlt sich in seiner neuen Rolle als Unternehmer wohl. „Wir haben viel Arbeit, aber es macht Spaß.“ Dabei hilft die gute Baukonjunktur. Die Lehrter Firma ist mit ihren 140 Mitarbeitern bestens ausgelastet. „Das Geschäft läuft sehr gut“, sagt Detmering. Auf 17 Millionen Euro Jahresumsatz kam das Unternehmen zuletzt. Die Auftragsgrößen reichen „von 500 Euro bis 3 Millionen Euro“.

Die Übernahme in Lehrte gehört zu den insgesamt 371 Kreditbürgschaften, die die NBB im vergangenen Jahr gegeben hat. Laut NBB-Geschäftsführer Rainer Breselge kletterte der Wert der Bürgschaften um 12 Prozent auf 112 Millionen Euro. Die meisten Bürgschaften gab es für Handwerks- und Handelsbetriebe. Ein Viertel entfiel auf Nachfolgeregelungen und 17 Prozent auf Existenzgründungen. Wegen der guten Wirtschaftslage sei das Geschäft äußerst lebendig verlaufen, hieß es.

Dies gilt auch für die mit der NBB verbundene Mittelständische Beteiligungsgesellschaft. Laut Geschäftsführer Detlef Siewert ging sie 43 neue Beteiligungen ein. Das Volumen übertraf mit 10,6 Millionen Euro den Vorjahreswert um 40 Prozent. Im laufenden Jahr stellen die beiden Geschäftsführer eine gewisse Beruhigung im Vergleich zum Vorjahr fest. Das solle man aber nicht überbewerten, meinen sie.

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