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Aus der Stadt Zweifel am Geständnis zu Jenisa Muja
Hannover Aus der Stadt Zweifel am Geständnis zu Jenisa Muja
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20:41 14.07.2014
Von Jörn Kießler
Ibrahim B., der ehemalige Lebensgefährte von Jenisas Tante, soll das damals achtjährige Mädchen im Jahr 2007 ermordet haben. Quelle: Thomas
Hannover

Stundenlang hat eine Hundertschaft der Polizei ein Waldstück bei Wunstorf nach Spuren der verschwundenen Jenisa Muja durchkämmt - ohne Erfolg. Jetzt gibt es einen schlimmen Verdacht: Ist das angebliche Geständnis des Jungenmörders Ibrahim B., der Details zum Leichenversteck von Jenisa verraten haben soll, gar nicht echt? Bei den Ermittlungsbehörden jedenfalls wachsen die Zweifel.

Fast sieben Jahre nach dem Verschwinden der achtjährigen Jenisa hat die Polizei offenbar neue Erkenntnisse: Eine Hundertschaft durchkämmt ein Waldstück in Wunstorf. Dort vermuten die Beamten die Leiche des Mädchens.

2007 ist die damals achtjährige Jenisa in Hannover verschwunden, als sie eine Tante im Ihme-Zentrum besuchen wollte und stattdessen auf ihren Onkel Ibrahim B. traf. Weil der kürzlich gestanden hat, einen Jungen in Herford umgebracht zu haben, und angeblich auch die Tötung von Jenisa zugegeben hat, kommen die Ermittlungen jetzt erneut ins Rollen. Doch nun steht die Glaubwürdigkeit von Informanten infrage.

Entgegen ersten Angaben hat gar nicht der Verdächtige aufgeschrieben, wie er das Mädchen getötet und ihre Leiche versteckt haben will, sondern zwei seiner Mithäftlinge, die das Schreiben später über ihren Anwalt an die Polizei weitergaben. Einer der beiden aber hat bereits einige Wochen zuvor Hinweise in einem anderen Mordfall an die Staatsanwaltschaft gegeben, die sich bisher nicht bestätigt haben. Die beiden Häftlinge müssen eine Chance auf Strafmilderung gewittert haben. Angeblich überredeten sie B., ihnen zu erzählen, wo er das tote Mädchen damals versteckt habe. Die Mithäftlinge schrieben das siebenseitige angebliche Geständnis auf, ließen es von Ibrahim B. unterzeichnen und gaben es an ihren Anwalt Sascha Haring weiter, der Hannovers Kriminalpolizei informierte. Staatsanwältin Kathrin Söfker will deshalb auch nicht von einem Geständnis sprechen, sondern nur von „Hinweisen aus dem Umfeld des Verdächtigen“.

Vor knapp sieben Jahren verschwand die achtjährige Jenisa aus Hannover. Jetzt stehen die Ermittler möglicherweise vor der Aufklärung des Falls. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick:

Für Anwalt Haring werden die Informationen dadurch nicht weniger verlässlich. „Natürlich hat sich mein Mandant davon Strafmilderung erhofft“, sagt der Rechtsanwalt und gibt sich überzeugt: „Ich denke, dass sich alle Aussagen bestätigen werden.“ Genützt hat es dem Straftäter bislang nichts: Am Freitag wurde der 48-Jährige unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubes zu sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Die anderen Hinweise bezogen sich auf das Auto eines verschwundenen Physiotherapeuten aus Hüllhorst in Nordrhein-Westfalen - auch in dem Fall hat die Polizei keinerlei Spuren ermitteln können. Wie auch bei ihrer jüngsten Suche nach Jenisa Muja.

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Das Verschwinden der seit sieben Jahren vermissten Jenisa Muja ist allem Anschein nach aufgeklärt. Die Hinweise verdichten sich, dass Ibrahim B., der ehemalige Lebensgefährte von Jenisas Tante, das damals achtjährige Mädchen im Jahr 2007 ermordet hat. Das soll B. Mithäftlingen in der JVA Bielefeld anvertraut haben.

Tobias Morchner 05.12.2015

Jenisa verschwand am 7. September 2007. Sie war auf dem Weg zu ihrer Tante, die damals im Ihme-Zentrum wohnte. Dann verliert sich ihre Spur. In Verdacht geriet ihr Onkel, der wegen Mordverdacht in einem anderen Fall in U-Haft sitzt. Verfolgen Sie hier die Chronologie der Ereignisse der vergangenen sieben Jahre.

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