Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt aha fürchtet um 1056 Arbeitsplätze in der Region Hannover
Hannover Aus der Stadt aha fürchtet um 1056 Arbeitsplätze in der Region Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:13 11.04.2011
Von Mathias Klein
Der Abfallwirtschaftsbetrieb aha fürchtet um 1056 Arbeitsplätze.
Der Abfallwirtschaftsbetrieb aha fürchtet um 1056 Arbeitsplätze. Quelle: Uwe Dillenberg
Anzeige

Wie Hülter am Montagmorgen auf einer Personalversammlung mitteilte, könnte aha durch die Gesetzespläne 64 Prozent seiner bisherigen Leistungen im Müllbereich verlieren. Das wiederum führte zum Verlust von 1056 Arbeitsplätzen und zu massiven Gebührensteigerungen, da die Privatunternehmen nur Wertstoffe sammeln wollten, die sie anschließend verkaufen könnten.

Trotz dieser Botschaften sprach aha-Personalratschef Michael Ludwig im Anschluss an die Sitzung von Aufbruchstimmung bei aha. „Wir wollen verhindern, dass das Gesetz verabschiedet wird“, sagte er. In den kommenden Tagen werde der Personalrat alle Bundestagsabgeordneten aus der Region anschreiben und um eine Stellungnahme bitten. Nach Ostern wollen Müllwerker in Fußgängerzonen und auf Märkten die Bürger über die Pläne der CDU/FDP-Bundesregierung informieren.

An der Personalversammlung hatten rund 1300 der insgesamt 1600 aha-Beschäftigten teilgenommen. Unter den Gästen waren auch Oberbürgermeister Stephan Weil und Regionspräsident Hauke Jagau. „Die jetzt geplanten Veränderungen im Kreislaufwirtschaftsgesetz haben klare Folgen: Die Kosten für die Bevölkerung steigen, ohne dass sich die Qualität verbessert“, sagte Jagau. Es sei sogar zu befürchten, dass die Qualität sinke. Gleichzeitig gerieten Arbeitsplätze in Gefahr. „Das kann nicht in unserem Sinn sein“, meinte er. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch machte seine Ablehnung des neuen Gesetzes deutlich. Die Pläne sehen vor, dass Wertstoffe künftig von privaten Entsorgern eingesammelt und dann weiterverkauft werden können. Dazu gehören Kunststoffe wie alte Schüsseln, Kleidung, Elektrogeräte und Müll. „Das wäre ein Milliardengeschäft“, sagte Personalratschef Ludwig. Passend dazu hatte der Personalrat eine goldene Tonne auf das Podium gestellt.

Unterdessen wird aha schon jetzt von einem privaten Entsorgungsunternehmen attackiert. Die Landbell AG aus Mainz klagt gegen den Abfallwirtschaftsbetrieb wegen des Modellversuchs mit der sogenannten O-Tonne für Wertstoffe. Landbell will erreichen, dass aha den vor wenigen Monaten gestarteten Großversuch mit der Tonne einstellt. Das Unternehmen wirft dem Abfallwirtschaftsbetrieb vor, dass eine Abstimmung mit den Betreibern des Dualen Systems für Verpackungsmüll unterblieben sei. Nach Ansicht von aha ist eine solche Abstimmung nicht erforderlich, weil die in der O-Tonne mit eingesammelten gelben Säcke aussortiert und den Unternehmen zur Verfügung gestellt würden. Daher gebe es durch den Modellversuch auch keine Nachteile für die Firmen. Über das Eilverfahren verhandelt das Verwaltungsgericht Hannover bereits am kommenden Freitag.