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Aus der Stadt Hannover soll 55 e-Taxis bekommen
Hannover Aus der Stadt Hannover soll 55 e-Taxis bekommen
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00:17 19.05.2017
Von Conrad von Meding
Wollen Hannover zur Qualitätsteststadt für VW-Taxis machen (v. li.): Michael Frenzel vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen, Wolfgang Pettau vom Verbund "Hallo Taxi", Elisabeth Clausen-Muradian von der Grünen-Ratsfraktion und VW-Flottenhändler Heinrich Jacobi, Geschäftsführer von Gessner & Jacobi. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Bislang fährt keines der gut 600 Taxis in Hannover vollelektrisch: Fast alle dieseln vor sich hin, etwa 20 haben Hybrid- und vielleicht 15 Gasantrieb. Grünen-Wirtschaftspolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian hat jetzt eine Initiative gestartet, um endlich e-Taxis auf die Straße zu bringen. Gemeinsam mit den Taxiunternehmen, dem Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) und dem hannoverschen VW-Flottenhändler Gessner & Jacobi hat sie ein Konzept erarbeitet, mit dem Ladestationen an Taxihaltepunkten eingerichtet werden und die Unternehmer Zuschüsse für den Projektstart erhalten könnten.

Losgehen wird es wohl erst 2020. "Wir sind auch ungeduldig, aber wir haben uns von VW erklären lassen, dass die Fahrzeuge nicht früher zur Verfügung stehen", sagt Clausen-Muradian. Immerhin: VW habe signalisiert, dass Hannover zur Qualitätsteststadt für e-Taxis werden könne. "Das geht eben nicht in Braunschweig oder Wolfsburg, sondern in der Landeshauptstadt, wo die meisten Taxis in Niedersachsen rollen", sagt Händler Heinrich Jacobi.

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Der neue e-Golf sei leider kein optimales Taxifahrzeug, sagt "Hallo-Taxi"-Mitgeschäftsführer Wolfgang Pettau. Zu niedrig sei der Einstieg, zu klein der Gepäckraum. Man setze auf den neuen VW-ID und den elektrischen T7, beide wird es wohl nicht vor 2020 geben. Michael Frenzel (GVN) betont: Etwa 50 Fahrzeuge sei die kritische Größe für einen Projektstart. "Mit weniger Fahrzeugen macht es keinen Sinn, die Infrastruktur einzurichten."

Die Stadt soll als Teil ihres e-Logistikkonzepts Fördergeld beim Bund beantragen, dort gibt es ein millionenschweres Infrastrukturprogramm für e-Mobilität. Damit könnten die Stadtwerke an zehn wichtigen Haltepunkten Gleichstrom-Schnellladestationen für die Taxis einrichten, etwa an der Messe oder an der Noltemeyerbrücke. Für Nachtladungen müssten zudem auf den Taxihöfen der Unternehmen Ladepunkte installiert werden. Die Taxen würden dann nicht für Langstreckenfahrten eingesetzt, könnten in der Stadt aber zur Luftreinhaltung beitragen und zudem VW wichtige Informationen zur Nutzbarkeit ihrer Fahrzeuge im Dauereinsatz liefern.

"Unternehmen bei Innovationen unterstützen und zugleich die Luftqualität verbessern - das ist Grüne Wirtschaftspolitik", sagt Clausen-Muradian. Man habe viele Gespräche mit allen Betroffenen geführt. Jetzt ist ein Ratsantrag formuliert. Man hoffe, dass die Partnerfraktionen von SPD und FDP das Projekt unterstützten. "Wenn die Landeshauptstadt so etwas koordiniert, dann wäre das schon ein tolles Signal", sagt GVN-Mann Frenzel.

Conrad von Meding 18.05.2017
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