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Aus der Stadt ver.di fordert mehr Raststätten
Hannover Aus der Stadt ver.di fordert mehr Raststätten
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22:22 10.10.2013
ver.di-Sekretär Christoph Feldmann (li.) verteilt Broschüren an Brummi-Fahrer. Quelle: Kießler
Hannover

In Garbsen verteilte ver.di-Sekretär Christoph Feldmann das neue Fahrerhandbuch seiner Gewerkschaft und suchte das Gespräch mit den Fernfahrern. Dabei erfuhr er nicht nur, wie schlecht auch hierzulande vielfach die Arbeitsbedingungen der Lastwagenlenker sind, sondern auch, dass der Mangel an Raststätten in Niedersachsen diese oftmals in Not bringt.

„Es herrscht eine große Diskrepanz zwischen dem, was die Arbeitgeber in Speditionen teilweise von ihren Fahrern erwarten, und dem, was sie für ihre Mitarbeiter tun“, sagt Feldmann. Die Fahrer stünden stets unter großem Zeitdruck, diese Belastung zeige sich jedoch nicht in ihrer Bezahlung. In dem Fahrerhandbuch, das Feldmann verteilt, finden sie Tipps, wie sie ihren rechtmäßigen Monatslohn berechnen können, Rechte und Pflichten von Fernfahrern und Informationen zur Wahl eines Betriebsrates in ihrem Unternehmen.

Dass das Wahren von Rechten nicht immer einfach ist, hört Feldmann in Garbsen aus erster Hand. „Wir haben in unserer Spedition vor zwei Jahren einen Betriebsrat gewählt“, erzählt ein Fahrer aus Schleswig-Holstein. Von dessen sieben Mitgliedern sei nun aber keines mehr in der Firma beschäftigt. „Sie wurden alle nacheinander rausgeekelt“, sagt der Fahrer. Für Feldmann sind solche Berichte nicht neu.

Beim Problem der fehlenden Raststätten ist für ver.di die neue Landesregierung gefordert. „Wir brauchen mehr Raststätten an den Autobahnen in Niedersachsen“, sagt Feldmann. „Die Fahrer kommen abends auf Parkplätze, um Pause zu machen, doch die sind voll, und sie müssen weiterfahren.“ So könnten sie unmöglich ihre Lenkzeiten ordnungsgemäß einhalten und gefährdeten damit zudem noch den Straßenverkehr. „Und wenn wir dann eine Woche später angehalten werden und unser Fahrtenbuch kontrolliert wird, sind wir auch die Angeschmierten“, sagt der Lastwagenfahrer aus Schleswig-Holstein.

Die Strafen müssen die Lkw-Fahrer selbst zahlen. Die Speditionen kommen dafür nicht auf.

Von Jörn Kießler

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