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Aus der Stadt ver.di hofft auf schnelle Tarifeinigung
Hannover Aus der Stadt ver.di hofft auf schnelle Tarifeinigung
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21:38 12.02.2009
Von Mathias Philipp
Jeden Tag Demonstrationen: Wie hier am Donnerstag in Hannover gingen in den vergangenen Tagen Tausende Landesdiener für mehr Gehalt auf die Straße. Quelle: Michael Thomas
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Die Gewerkschaft ver.di ist zuversichtlich, dass in der dritten Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) am Sonnabend und Sonntag in Potsdam eine Einigung erzielt werden kann. „Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung bekommen“, sagte ver.di-Tarifexperte Achim Meerkamp dieser Zeitung. Wenn eine Einigung erreichbar scheine, könne man auch bis Montag verhandeln, um den Sack zuzumachen.

Die Gewerkschaften ver.di, dbb tarifunion, GEW und GdP fordern für die knapp 800 000 Angestellten der 14 verhandelnden Bundesländer – Hessen und Berlin gehören der TdL nicht an – Einkommensverbesserungen um acht Prozent, mindestens aber 200 Euro im Monat. Auszubildende sollen 120 Euro mehr verdienen. Die Erhöhung soll dann schnell auf die Landes- und Kommunalbeamten übertragen werden. Die TdL, deren Verhandlungsführer der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring ist, hält die Forderung für weit überzogen, hat aber für dieses Wochenende ein Angebot angekündigt. Meerkamp schließt gleichwohl eine Eskalation nicht aus. „Wir lassen uns nicht länger vertrösten“, betont er und verweist auf die über Erwarten große Beteiligung der Beschäftigten an den Aktionen. „Ich glaube, dass die Demonstrationen der vergangenen Tage die Finanzminister nicht unbeeindruckt gelassen haben“, sagt das ver.di-Vorstandsmitglied.

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Rund 1000 Beschäftigte der Landesverwaltungen sowie Angestellte der Hochschulen aus ganz Niedersachsen demonstrierten in der Innenstadt für deutlich mehr Lohn und Gehalt.

„Ein Muss“ ist für den 53-Jährigen eine soziale Komponente des Abschlusses, also ein Sockelbetrag, wie ihn die Gewerkschaften vor einem Jahr für die Beschäftigten von Bund und Kommunen erreicht haben. Damals wurde eine feste Aufstockung der Gehälter um 50 Euro vereinbart, dazu kamen prozentuale Erhöhungen. Ziel der Gewerkschaften sei es jetzt, „die Lücke von mittlerweile fünf Prozent zwischen den Einkommen der Beschäftigten in Bund und Kommunen auf der einen und der Landesbediensteten auf der anderen Seite zu schließen“, sagt Meerkamp – und räumt ein, dass dies durchaus ehrgeizig ist. „Wir sind bewegungsfähig“, sagt er. Das deutet darauf hin, dass am Wochenende auch über eine lange Laufzeit des Tarifabschlusses und Einmalzahlungen verhandelt wird.

Erfreut sind die Gewerkschaften über den veränderten Ton auf der Arbeitgeberseite. Im Jahr 2006 hatte die TdL sich lange Zeit kaum bewegt und erst nach 15 Wochen Streik einem Tarifabschluss zugestimmt, sogar der Abschied vom Flächentarif stand damals im Raum. „Diesmal tritt die TdL wirklich wie eine Tarifvertragspartei auf und scheint an einem Ergebnis interessiert zu sein“, berichtet Meerkamp.