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Aus der Stadt ver.di startet Protest in sechs hannoverschen Kliniken
Hannover Aus der Stadt ver.di startet Protest in sechs hannoverschen Kliniken
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21:13 02.02.2010
Sechs Krankenhäusern des Klinikums Region Hannover (KRH) sind von den Warnstreiks betroffen. Quelle: HAZ
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Betroffen sind die Kliniken Oststadt-Heidehaus, Siloah, Nordstadt, Lehrte, Laatzen und die Geriatrie in Langenhagen. In allen Häusern nutzen die Beschäftigen ihre Mittagspause ab 12.30 Uhr zum Protest.

Vor den Kundgebungen, die vor den Haupteingängen der Kliniken stattfinden sollen, informiert ver.di die Beschäftigen jeweils in gesonderten Betriebsversammlungen über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen. „Eine Notvereinbarung zur Sicherstellung der Krankenversorgung ist für die ersten Protestaktionen nicht erforderlich“, sagte KRH-Sprecher Bernhard Koch. Die meisten Mitarbeiter nutzten lediglich ihre Mittagspause, um an der Kundgebung teilzunehmen. Es werde „mit Sicherheit zu keiner Einschränkung in der Krankenversorgung“ kommen. In anderen niedersächsischen Städten legt ver.di bereits eine härtere Gangart ein. So hat die Gewerkschaft die Beschäftigten der Kliniken in Wolfsburg und Norden für heute zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. In insgesamt 20 niedersächsischen Kliniken, darunter auch in Braunschweig, Rinteln und Stadthagen, kommt es zu Protestkundgebungen.

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„Dass die Arbeitgeber erneut kein Angebot vorgelegt haben, ist schon ein starkes Stück“, begründete Joachim Lüddecke, ver.di-Fachbereichsleiter in Hannover, die Aktionen. „Das stößt auf Unmut und Unverständnis bei den Beschäftigten in den Krankenhäusern. Sie sehen darin eine Missachtung ihrer Arbeit“, sagte die Gewerkschaftssekretärin Katja Wingelewski, die für das KRH zuständig ist.

„Wer in Krankenhäusern, Altenheimen und Behinderteneinrichtungen arbeitet, macht einen schweren Job. Die Beschäftigten arbeiten rund um die Uhr, an Wochenenden und Feiertagen“, begründet Lüddecke die Forderung nach einer Entgelterhöhung mit einem Gesamtvolumen von fünf Prozent. Darin enthalten ist die Forderung einer 24-monatigen Übernahme von Auszubildenden, eine Verlängerung der Altersteilzeit sowie eine soziale Komponente, derzufolge die unteren Entgeltgruppen stärker als andere erhöht werden sollen.

Die nächste Verhandlungsrunde der Tarifparteien ist für den 10. Februar anberaumt. Wann es weitere Streikaktionen in der Region Hannover geben wird und welche Berufsgruppen dazu aufgerufen werden, wollte Lüddecke nicht sagen.

Veronika Thomas

Heinrich Thies 02.02.2010