Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Üstra schafft 48 Elektrobusse an
Hannover Aus der Stadt Üstra schafft 48 Elektrobusse an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 27.01.2019
Die Üstra hat eine Vision. Quelle: Christian Behrens
Hannover

 Die Üstra erhält in den kommenden drei Jahren 48 Elektrobusse und kann damit den Verkehr in Hannovers Innenstadt komplett auf die umweltfreundliche Nahverkehrsvariante umstellen. Möglich ist das Großprojekt mit einem Volumen von 53 Millionen Euro durch massive Förderung von Bund, Region und Land. „Wir sind gut vorbereitet und können nun mit Vollgas loslegen“, sagt Volkhardt Klöppner, Vorstandsvorsitzender der Üstra, was angesichts des Themas eine etwas eigenwillige Formulierung ist.

Regionspräsident Hauke Jagau, die Üstra-Vorstände Volkhardt Klöppner und Denise Hain sowie Regionsdezernent Ulf-Birger Franz (von links) präsentieren das Elektrobus-Projekt auf dem Opernplatz. Quelle: Christian Behrens

Die Üstra hatte 2013 einen Pilotversuch mit drei Elektrobussen auf der städtischen Ringlinie gestartet, der nach Angaben von Projektleiter Frank Ahrndt zufriedenstellend verlaufen ist. „Wir wollten außer technischen Erkenntnissen vor allem wissen, ob Elektrobusse genauso flexibel einsetzbar sind wie Dieselbusse“, erläutert er. Dies Ergebnisse seien erfreulich.

Die notwendige Kraftquelle – Ladestation am August-Holweg-Platz in Ricklingen. Quelle: Christian Behrens

Was die Ladetechnik angeht, ist die Üstra nach Einschätzung von Ahrndt europaweit Vorreiter. Sie nutzt Schnellladestationen wie derzeit am August-Holweg-Platz in Ricklingen, an denen ein Bus in sieben Minuten komplett aufgeladen werden kann und dann mit ausreichend Energie für eine 16-Kilometer-Runde auf der Ringlinie versorgt ist. Der Strom kommt aus dem Fahrleitungsnetz der Stadtbahn. „Das System funktioniert auch im Winter, obwohl der Stromverbrauch pro Bus wegen der Heizung dann zweieinhalb Mal höher ist als im Sommer“, erklärt Ahrndt.

Entscheidend für die nun eingeleitete Elektrobusoffensive ist die Förderung des Bundesumweltministeriums in Höhe von 22,7 Millionen Euro. Damit erhält die Üstra fast ein Viertel des bundesweit zur Verfügung gestellten Gesamtvolumens dieses Topfes. Weitere 3,3 Millionen Euro kommen vom Land; 27 Millionen Euro steuert die Region bei. „Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klima- und zum Lärmschutz“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau.

Für den umweltfreundlichen Busverkehr muss die Üstra nicht nur Fahrzeuge anschaffen, sondern auch neue Ladestationen an sechs Endhaltestellen der Buslinien sowie auf zwei Betriebshöfen bauen. „Wir sprechen uns dabei intensiv mit der Stadt und den Stadtwerken ab“, sagt Klöppner.

Was die Batterien der Busse angeht, kooperiert die Üstra mit dem Fahrzeughersteller Alstom. „Sie halten sieben Jahre, danach sind sie für den Busverkehr nicht mehr einsetzbar“, erläutert der Vorstandschef. Geplant sei der Bau eines so genannten Gleichrichterunterwerks auf dem Betriebshof Peiner Straße. Dort können die Batterien, auch wenn sie nicht mehr so leistungsstark sind, immer noch genutzt werden und Verbrauchsschwankungen ausgleichen. „Wir waren die ersten, die die Bushersteller nach einem solchen Nachnutzungskonzept gefragt haben“, sagt Klöppner.

Die Üstra hat die Busse bereits auf dem Markt ausgeschrieben. Mögliche Lieferanten wären etwa das polnische Unternehmen Solaris, das bereits die drei Busse für den Pilotversuch geschickt hat, die Daimler-Tochter Evobus sowie der holländische Hersteller VDL. Laut Zeitplan sollen Ende 2019 die ersten Busse nach Hannover kommen. Im folgenden Jahr will die Üstra dann die Ringlinie sowie die Linie 121 (Altenbekener Damm–Haltenhoffstraße) komplett mit Elektrobussen ausstatten. 2021 sind noch die restlichen Innenstadtlinien 120 (Altenbekener Damm–Ahlem), 128 und 134 (jeweils Peiner Straße– Nordring) an der Reihe.

Regiobus hängt in der Warteschleife

Auch die Regiobus hat sich um finanzielle Zuschüsse des Bundes für Elektrobusse bemüht, ist in der ersten Vergaberunde aber nicht zum Zuge gekommen. „Der Fördertopf ist für dieses Jahr derzeit ausgeschöpft, wird allerdings wegen der großen Nachfrage noch einmal aufgestockt“, sagt Unternehmenssprecher Tolga Otkun. Ob die Regiobus in der zweiten Auflage zum Zuge kommt und dann zehn bis 15 Elektrobusse anschaffen kann, entscheidet sich nach seinen Angaben im Frühjahr.

Geplant ist, dass die Regiobus die Ladestationen der Üstra ebenfalls nutzt und deshalb zunächst die Sprinterlinien 300, 500 und 700 mit den Ökofahrzeugen ausstattet, die vom Umland aus in die Innenstadt Hannovers fahren. Um die drei Verbindungen komplett auf Elektromobilität umzustellen, sind insgesamt knapp 30 Fahrzeuge erforderlich. Bislang hat die Regiobus anders als die Üstra noch keinen Stromer in ihrem Fuhrpark.

Von Bernd Haase

Mit deutlich mehr Ausstellern will die Deutsche Messe AG mit ihrer Hannover Messe in diesem Jahr neue Akzente setzen. Im Mittelpunkt der Industrie-Messe stehen aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Bereich der „Industrie 4.0“.

24.01.2019

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Michael Höntsch (SPD) gehört zu den Opfern des Hacker-Angriffs eines hessischen Schülers. Das Landeskriminalamt Sachsen informierte Höntsch über den Datendiebstahl.

24.01.2019

Laura S. hatte ihr Baby 2016 vier Tage lang neben einem skelettierten Kind eingesperrt und war im März 2017 zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Jetzt hat eine Zivilkammer ein Versäumnisurteil ausgesprochen.

27.01.2019