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Aus der Stadt Üstra-Linien in Hannover: Warum die neuen E-Busse aussehen wie Erlkönige
Hannover Aus der Stadt

Üstra will in Hannover ab 2023 nur noch Elektrobusse fahren lassen

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19:32 14.01.2020
Die ersten Busse vom Typ eCitaro sind Dienstag als Erlkönige auf dem Üstra-Betriebshof in Mittelfeld eingetroffen. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Die Elektrobusflotte der Üstra hat sich am Dienstag mehr als verdoppelt. Zu den bisherigen drei Elektrobussen sind vier neue hinzugekommen, die spätestens ab Juni regulär auf den Linien 100 und 200 fahren sollen. Regionspräsident Hauke Jagau, Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz und der Üstra-Vorstand nahmen die vier Busse am Dienstagmittag auf dem Üstra-Betriebsgelände in Hannover-Mittelfeld in Empfang.

Die Fahrzeuge sind die ersten von insgesamt 48 Bussen des Typs eCitaro vom Hersteller Daimler, mit denen das hannoversche Nahverkehrsunternehmen bis Ende 2022/Anfang 2023 den Busverkehr auf den Innenstadtlinien auf reinen Elektroantrieb umstellen will. „Die Busse stoßen keine Emissionen aus und verursachen weniger Lärm – das wird Hannover gut tun“, sagte Jagau. Zwischen 500.000 und 700.000 Euro pro Fahrzeug kostet ein Bus die Üstra.

Marketinginstrument Hashtag (von links): Üstra-Vorstandsvorsitzender Dr. Volkhardt Klöppner, Regionsrat Ulf-Birger Franz, Üstra-Vorstand Denise Hain, Üstra-Vorstand Elke Maria van Zadel und Regionspräsident Hauke Jagau nehmen die Busse in Empfang. Quelle: Rainer Dröse

Das Unternehmen hat beim Lieferanten Daimler auch längere Gelenkbusse bestellt – eine Neuheit: „Eigentlich sind diese zu schwer für den Akkubetrieb, es gibt bisher nur sehr wenige E-Gelenkbusse“, erklärt Üstra-Vorstand Denise Hain. Die ersten vier von ihnen sollen im Sommer ausgeliefert werden.

Rund 30 Millionen Euro soll die neue Elektrobus-Flotte kosten – 22,7 Millionen Euro davon kommen vom Bund, knapp 3 Millionen von der Landesnahverkehrsgesellschaft. Dazu kommen Kosten für neue Ladestationen am August-Hohlweg-Platz, am Altenbekener Damm, der Haltenhoffstraße, der Peiner Straße, am Nordring, Aegidientorplatz und in Ahlem sowie an den beiden Betriebshöfen in Mittelfeld und Vahrenwald. Insgesamt rechnet die Üstra mit Kosten von knapp 50 Millionen Euro.

Akku lädt in sechs bis elf Minuten

Die Akkus der Elektrobusse sollen tagsüber innerhalb von sechs bis elf Minuten aufgeladen werden. Auf den Linien 100 und 200 müssen die Busse dann rund 16 Kilometer zurücklegen. Auch für die 34 Kilometer der längsten Innenstadtlinie 134 sollen die Akkus laut Üstra ausreichen.

Die Üstra-Busse im Video – so schön still:

Regulär sind die vier Busse zwar erst ab Mai oder Juni diesen Jahres unterwegs, aber aufmerksame Beobachter können die Fahrzeuge bereits ab Februar in der Innenstadt entdecken. „Bei uns beginnt jetzt eine Testphase, sowohl für Werkstattpersonal als auch für die Fahrer und Fahrerinnen“, erklärt Hain. Besonders das Anfahren mit den neuen Bussen sei „spannend“. „Man muss aufmerksam mit dem Gaspedal sein.“

Ab Februar im Stadtverkehr

Zu erkennen sind die Busse ganz einfach. Die Üstra hat sie mit einer auffälligen Tarnfarbenfolie bekleben lassen, die an Erlkönige erinnern sollen. Davon verspricht sich die Üstra einen Werbeeffekt. Das Unternehmen hofft darauf, dass die Bürger nach den neuen Bussen Ausschau halten und sie fotografieren. Unter dem Hashtag #ekoenig könnten die Fotos dann in den sozialen Netzwerken verbreitet werden, sagen die Verantwortlichen.

Wenn die Testphase gut verläuft, werden die Elektrobusse die anderen drei E-Fahrzeuge auf den Linien 100 und 200 ab Mai oder Juni ergänzen. Zudem sollen im Sommer 15 weitere Elektrobusse geliefert werden.

Bis 2023 sollen auf allen innerstädtischen Buslinien nur noch E-Fahrzeuge unterwegs sein. Nach der Linie 100/200 in diesem Jahr ist im Frühjahr 2021 die Linie 121 an der Reihe. Im Dezember 2021 sollen die Linien 128, 134 und 120 folgen.

Brennstoffzellentechnologie für Überlandfahrten

Doch auch außerhalb der innerstädtischen Umweltzone plant die Region, den Busverkehr nachhaltig zu verändern. „Wir wollen schrittweise alle Busverkehre in der Region auf Elektro- und Wasserstoffantrieb umstellen“, erklärt Verkehrsdezernent Franz. Für die langen Strecken des Umlandverkehrs seien akkubetriebene Elektrobusse ungeeignet. Daher plane man, im Sommer auf den Überlandstrecken der Regiobus und der Üstra den Verkehr mit wasserstoffbetriebenen Bussen zu testen, sagt Franz. Zunächst mit geliehenen Fahrzeugen.

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