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Aus der Stadt Umbau Hauptbahnhof: Bahnsteige sollen schöner werden
Hannover Aus der Stadt Umbau Hauptbahnhof: Bahnsteige sollen schöner werden
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18:23 21.08.2018
Schöner warten: Die Bahnsteige werden neu gestaltet. Quelle: HAZ
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Hannover

Dem hannoverschen Hauptbahnhof steht eine 15 Jahre dauernde Umbauphase bevor. Dabei werden alle 58 Brücken erneuert, auf denen Gleise und Bahnsteige ruhen. „Das wird eine enorme Herausforderung. Wir bauen praktisch unter den rollenden Zügen“, sagt Klaus Berdan, Leiter des Bahnhofsmanagements bei der Deutschen Bahn (DB), am Dienstag im Verkehrsausschuss der Region. Vorbereitende Bauarbeiten liefen bereits, so richtig los gehe es aber erst 2021. Dabei sollen auch die Bahnsteige moderner und ansehnlicher werden.

Überflüssige Technikhäuschen werden entfernt, moderne Wartebereiche eingerichtet und die Dächer über den Bahnsteigen neu gestaltet. „Bei der Optik orientieren wir uns am Bahnhof Berlin Ostkreuz“, sagt Berdan. Man wolle auf sogenannte Taubenvergrämung verzichten, also Spitzen auf Betonkanten, die den Aufenhalt der Vögel verhindern. Solche Sitzplätze für Tauben soll es unter den neuen Dächern gar nicht erst geben.

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Weitere Veränderungen sind an den Bahnsteigkanten geplant. Im Gespräch sei derzeit, sagt Berdan, Leuchtbänder einzusetzen. Sie können anzeigen, wo bei einem einfahrenden Zug die Türen sein werden. „Auch weisen die Leuchtbänder darauf hin, welche Wagen komplett besetzt sind (rotes Licht) und wo es noch Kapazitäten gibt“, sagt der DB-Manager. Zudem wolle man ein neues taktiles Leitsystem für Blinde im gesamten Bahnhof installieren. Alle Aufzüge sollen ausgetauscht werden, diskutiert wird zudem, ob für den Bereich der Gleise 1 und 2 ein weiterer Aufgang nötig ist. „Die Auslastung auf den Gleisen 1 und 2 ist herausfordernd“, sagt der DB-Vertreter.

Nicht eingeplant ist derzeit, zusätzliche Gleise einzubauen, um den Regionalverkehr mit den Umlandkommunen auszuweiten. Die DB meint, dass der Verkehr auch ohne neue Gleise leistbar sei. Für die Regionsverwaltung ist die Diskussion damit nicht beendet. „Darüber laufen weiterhin Gespräch mit dem Verkehrsministerium in Niedersachsen und in Berlin“, sagt Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. Letztlich geht es darum, wie die erforderlichen 25 Millionen Euro für den Bau der Gleise 15 und 16 aufgetrieben werden können. Ohne Bundesmittel sei das nicht machbar, meint Franz. Sollte genügend Geld zusammengebracht sein, will sich die DB dem Vorhaben nicht verschließen.

Bevor alles schöner wird im Hauptbahnhof, müssen die Reisenden Einschränkungen inkauf nehmen. So werden ab 2022 verschiedene Gleise während der Sommerferien komplett gesperrt. „Die Züge müssen wir dann verlegen“, sagt Berdan. Über Ausweichbahnhöfe werde man die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren.

Von Andreas Schinkel

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