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Aus der Stadt Verband will MHH-Neubau nicht in Gärten
Hannover Aus der Stadt Verband will MHH-Neubau nicht in Gärten
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17:48 09.01.2019
Zahlreiche Kleingärtner, wie Margarethe Mikos, müssten für einen MHH-Neubau ihre Parzellen räumen. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Wenn es um den Standort für den Neubau der Zentralklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) geht, gilt das Kleingartengelände am Stadtfelddamm als klarer Favorit. Sowohl führende Professoren der MHH, der Wissenschaftliche Beirat für den Neubau und auch Wissenschaftsminister Björn Thümler haben sich für den Stadtfelddamm ausgesprochen. Die Alternative, ein Neubau innerhalb des bisherigen MHH-Geländes an der Karl-Wiechert-Allee, ist nach den Worten Thümler eine „nicht ganz optimale Lösung“.

Allerdings gibt es jetzt Gegenwind: Der Umwelt- und Natutrschutzverband BUND lehnt wegen der ökologischen Bedeutung der Kleingärten einen Neubau am Stadtfelddamm ab. Durch den Bau westkich des derzeitigen MHH-Geländes gingen rund 10 Hektar Kleingartenfläche verloren, sagt der Regionsvorsitzende des BUND, Gerd Wach. „Damit werden nicht nur eine Vielzahl von Kleingärtnern auf die Straße gesetzt, sondern auch wertvolle Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten für immer zerstört“, sagte er. Außerdem rücke die Bebauung immer näher an die Eilenriede heran.

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Dagegen sei die Alternativfläche , der bisherige Parkplatz der MHH an der Karl-Wiechert-Allee, bereits vollständig versiegelt. Die ökologischen Auswirkungen seien daher deutlich geringer, als der Neubau im Bereich der Kleingärten, betonte Wach. Gleichzeitig bestehe dort die Chance, einen repräsentativen Neubau im Eingangsbereich des MHH-Geländes zu schaffen. Zudem sei dort der Anschluss an den Nahverkehr deutlich günstiger. Wach schlägt vor, die Stadtbahnhaltestelle direkt mit Aufzügen und Rolltreppen mit der neuen Zentralklinik zu verbinden.

Nach Angaben von Wach gehört Hannover bundesweit schon jetzt zu den am stärksten versiegelten Städten. Der BUND-Vorsitzende zitiert eine Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer, nach der der Versiegelungsgrad in Hannover 42,6 Prozent der Gesamtfläche betrage. Nur in München und Oberhausen liege dieser Wert höher. Ein Neubau am MHH-Stadtfelddamm würde den Anteil versiegelter Flächen in Hannover erneut erhöhen.

Eine Entscheidung über den Standort soll noch im ersten Quartal dieses Jahres fallen. Ministeriumssprecherin Anna Anding betonte, dass das Gebiet bereits seit den sechsziger Jahren als mögliches Erweiterungsgelände für die MHH vorgesehen sei.

Von Mathias Klein