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Aus der Stadt „Unbezahlbar für Normalverdiener“: Das sagen HAZ-Leser zum Schützenfest
Hannover Aus der Stadt

„Unbezahlbar für Normalverdiener“: Das sagen HAZ-Leser zum Schützenfest in Hannover

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20:00 08.07.2019
Teures Spektakel? Die HAZ-Leser diskutieren über die Preise beim Schützenfest 2019. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Hannover

Deutlich weniger Menschen haben in diesem Jahr das Schützenfest besucht. Waren es im vergangenen Jahr noch 1,1 Millionen, zählten die Veranstalter 2019 nur rund 850.000 Besucher. Schuld seien die Hitze am ersten Festwochenende und der Regen am zweiten, meint Schützenpräsident Paul-Eric Stolle. Die HAZ-Leser sind da anderer Meinung.

„So macht das Ganze keinen Spaß“

„Zu wenig Parkmöglichkeiten, viel zu hohe Preise, zu wenig Gewinnchancen – so macht das Ganze keinen Spaß“, schrieb etwa Caro Fadime Deveci bei Facebook. Etliche andere Leser urteilten ähnlich. „Es gab Zeiten, da wurden regelmäßig auf dem Schützenfest neue Fahrgeschäfte präsentiert. Das ist schon lange vorbei. Dazu die hohen Preise. Und die Generation, die sich extra eine Woche Urlaub genommen hat, ist auch nicht mehr in dem Alter, dass sie jeden Tag Party machen können. Die jüngeren Leute haben heute eher andere Interessen“, meint Thomas Thonas.

Daniela Saalfeld schreibt: „Da kann man mit den Kindern von morgens bis abends in den Heide Park. Da haben alle viel, viel mehr von. Meist bekommt man sogar Freikarten für Kinder, und nur der Erwachsene zahlt.“ Und HAZ-Leser Freddy Mielke fasst zusammen: „Da sind wohl alle einer Meinung. Es wird einfach langsam unbezahlbar für Normalverdiener. Die Preise steigen ins Unermessliche, die Gehälter allerdings nur sehr, sehr langsam.“

50 Euro sind schnell ausgegeben

Was ist dran an den Vorwürfen? Katja Ahlers hat mit ihren beiden Töchtern Isabel und Leevke für die HAZ den Preistest auf dem Schützenplatz gemacht. Die drei sind an einem normalen Nachmittag losgezogen – ohne Vergünstigungen durch Familientag oder die HAZ-Rabattmarken. Nach nicht einmal einer Stunde hatten sie schon 50 Euro ausgegeben. Fürs Riesenrad etwa zahlte Ahlers 5 Euro, die Kinder zahlten jeweils 4 Euro. Auch das Trampolinspringen kostete 5 Euro pro Person, für einmal Dosenwerfen zahlten die Kinder jeweils 4 Euro. Wer in der neuen Virtual-Reality-Attraktion „Dr. Archibald“ mitfahren wollte, musste sogar 7 Euro hinlegen.

Dass das Schützenfest immer teurer wird, bestreitet Kevin Kratzsch, Vizepräsident des deutschen Schaustellerbundes. „Wir haben dieses Preisniveau jetzt schon seit einigen Jahren“, sagt er. Eine Fahrt im Fahrgeschäft koste im Schnitt etwa 5 Euro, was viele Gründe habe, etwa die teuren Transportkosten der Anlagen. „Und so etwas wie Mindestlohn geht ja auch nicht an uns vorbei“, sagt Kratzsch. Im Vergleich zu Freizeitparks seien Volksfeste wie das Schützenfest dennoch günstiger, meint der Schausteller: „Im Freizeitpark zahlt man Eintritt und hat außerdem viel längere Wartezeiten.“

Stadt: „Keinen Einfluss auf Preise“

Die Stadt als Veranstalterin sieht keine Möglichkeiten für ein günstigeres Schützenfest. „Die Landeshauptstadt Hannover hat auf die Preise beim Schützenfest keinen Einfluss“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

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