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Aus der Stadt Airport-Mitarbeiter sorgen sich um Jobs
Hannover Aus der Stadt Airport-Mitarbeiter sorgen sich um Jobs
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00:16 17.08.2018
Ein 30-prozentiger Gesellschafteranteil des Flughafens soll an einen Finanzinvestor verkauft werden.
Ein 30-prozentiger Gesellschafteranteil des Flughafens soll an einen Finanzinvestor verkauft werden. Quelle: Julian Stratenschulte, dpa
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Hannover

Die Mitarbeiter des Flughafens Hannover-Langenhagen werfen Politikern der Landeshauptstadt und des Landes vor, den Verkauf von Flughafen-Anteilen an an einen britischen Finanzinvestor nicht ausreichend zu diskutieren. Die Mitarbeiter des Flughafens sorgten sich unter anderem um ihre Arbeitsplätze und die Arbeitsbedingungen, sagt Betriebsratschef Torsten Krups.

Die Befürchtung der Mitarbeiter sei, dass der künftige Anteilseigner, die Icon Infrastrukturgesellschaft, „sicherlich eine mehr als angemessene Rendite für ihre Kapitalgeber“ fordere, erläutert Krups. Diese Renditeforderungen seien nicht „ohne für die Belegschaft einschneidende Maßnahmen“ zu erfüllen. Der Betriebsrat rechne mit einem Abbau von Arbeitsplätzen und der Vergabe bestimmter Aufgaben an Leiharbeitsfirmen zu Dumpinlöhnen. „Hier sehen wir die Gesellschafter in der Fürsorgepflicht“, sagt Krups.

Wie berichtet, will die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport ihren 30-Prozent-Anteil am Flughafen an den britischen Finanzinvestor verkaufen. Der Verkaufserlös wird auf 109,2 Millionen Euro beziffert. Jeweils 35 Prozent des Airports gehören der Stadt Hannover und der Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft, die dem Land Niedersachsen gehört. Beide Anteilseigner können das Geschäft verhindern, wenn sie von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.

Die Mitarbeiter befürchten, dass durch den wachsenden Rendite-Druck die künftig notwendigen Modernisierungen gestrichen werden könnten. Es sei auch nicht auszuschließen, dass Icon seine Anteile weiterverkaufe. „Ein Interesse an der verkehrlichen Weiterentwicklung unseres Flughafens ist nicht erkennbar“, sagt der Betriebsrat. Daher fordere die Belegschaft Stadt und Land auf, die Anteile zurückzukaufen.

Von Mathias Klein