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Aus der Stadt Mehr Platz fürs Rad: ADFC-Mitglieder sperren eigenmächtig Busspur am Steintor
Hannover Aus der Stadt

Verkehr in Hannover: Mehr Platz fürs Rad: ADFC-Mitglieder sperren eigenmächtig Busspur am Steintor

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21:34 18.10.2019
Kurzerhand haben Mitglieder des ADFC Hannover die Busspur am Steintor mit Pylonen abgesperrt und so vorübergehend in einen Fahrradstreifen verwandelt. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

„Noch eine Runde, schnell, die Polizei kommt“, ruft Jürgen Niehoff, Mitglied des Vorstands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Hannover – und saust mit seinem Fahrrad über die Busspur stadtauswärts am Steintor. Dort haben knapp ein Dutzend ADFC-Mitglieder zuvor Poller mit Absperrbändern aufgestellt. Was sie stört: Der Radweg endet in einem Busstreifen und wird erst danach weitergeführt.

Mehr Platz und Sicherheit für Radler

Stephanie Gudat, ebenfalls Mitglied des Vorstandes, findet das gefährlich. Da der Bus über den Radweg fahre, müssten Fahrradfahrer anhalten oder gar auf die Fahrbahn ausweichen. Dadurch liefen sie Gefahr, mit Autos oder dem Bus zu kollidieren. Die Fahrradlobbyisten haben daher am Freitag kurzerhand die Busspur in einen Fahrradweg umgewandelt. Im Zuge der Kampagne #MehrPlatzfürsRad wollen sie zeigen, wie eine sichere und durchgehende Verkehrsführung auszusehen hätte.

Nach rund fünf Minuten ist alles vorbei

„Wenn man eine Verkehrswende möchte, muss man auch den Radfahrern Platz einräumen“, sagt Gulat. Den haben sie sich am Steintor vorübergehend erobert, die Radler drehen ihre Runden auf dem abgesperrten Busstreifen. Selbst der Bus muss auf der Fahrbahn halten und die Fahrgäste dort hinauslassen. Doch nach etwa fünf Minuten ist die Guerillaaktion schon wieder vorbei. Denn die Polizei ist darauf aufmerksam geworden, und ein Beamter fordert die Teilnehmer freundlich auf, die Pylonen von der Straße zu räumen.

Grüne Jugend fordert Maßnahmen gegen Falschparker

Mit seinen Forderungen ist der ADFC nicht allein: Vergangenen Sonnabend hat bereits die Grüne Jugend von der Stadt mehr Sicherheit auf den Radwegen gefordert. Dabei kritisierten deren Vertreter vor allem falsch parkende Autos auf Fahrradwegen, -streifen und Fußwegen. „Die ratspolitischen Forderungen nach mehr Radverkehr lassen sich nur umsetzten, wenn die Radwege in entsprechendem Zustand sind“, heißt es in einem offenen Brief.

ADFC plant weitere Aktionen

Gulat hingegen droht nun ein Bußgeld, weil die Veranstaltung nicht angemeldet war. Trotzdem zeigt sie sich insgesamt zufrieden: „Wir haben nochmal 100 Leute darauf aufmerksam gemacht. Aber es war ein bisschen kurz.“ Das Problem mit den Falschparkern kennt sie auch und verrät, dass schon bald eine Aktion dagegen geplant ist. Dieses Mal werde die Versammlung aber angemeldet.

Der ADFC fordert mehr Platz für Radler im Straßenverkehr. Um zu zeigen, wie eine sichere Radverkehrsführung aussehen könnte, haben ADFC-Mitglieder kurzerhand die Busspur am Steintor abgesperrt.

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Von Alina Stillahn

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