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Aus der Stadt Expertenrunde: Wie sieht die Zukunft unserer Schulen aus?
Hannover Aus der Stadt Expertenrunde: Wie sieht die Zukunft unserer Schulen aus?
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22:54 19.12.2018
Beim HAZ-Bildungsforum diskutieren Experten über Schulformen im digitalen Zeitalter. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Wie sollen Schulen mit der steigenden Nachfrage nach Fachkräften umgehen? Wie schafft man eine bessere Verzahnung von Ausbildungsbetrieben und Schulen? Und wie vermitteln Schulen die immer wichtiger werdenden „soft skills“, wie Empathie, Kreativität, Engagement, Teamfähigkeit, Mut und Verantwortung? Um diese und weitere Fragen geht es beim HAZ-Forum am Mittwoch. Auf dem Podium diskutieren:

Hannovers Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski

–der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, Dr. Carl-Michael Vogt

Sonja Otto und Dr. Michael Jürgens vom Stadtelternrat

Anke Warmuth und Ole Moszczynski vom Landesschülerrat Niedersachsen.

Die Moderation des HAZ-Forums im Saal der VHS an der Burgstraße 14 übernimmt HAZ-Redakteur Conrad von Meding. Das HAZ-Forum im Saal der VHS beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Der Liveticker zur Diskussion:

  • 19.12.18 19:46
    90 Minuten lang diskutierten Schulexperten im HAZ-Forum die Frage, welchen Wert das Abitur heute noch hat. Schnell wurde aber klar, dass es viele Antworten gibt. Manche wünschten sich Gymnasien, die nicht allein für ein Studium ausbildeten. Viele Eltern glaubten, dass Schule von heute zu sehr bedeute, Fakten zu lernen statt Empathie und Menschenbildung. Vielleicht gab es eine Übereinstimmung in der Diskussionsrunde: Es dürfe nicht sein, dass in der gesellschaftlichen Wahrnehmung nur das Abitur als einzig wahrer Schulabschluss gelte, und auf alles andere herabgesehen werde.
  • 19.12.18 19:32
    "Vielen Schülern die von Realschulen kommen, fehlen Standards", berichtet die Lehrerin eines berufsbegleitenden Gymnasiums. Ein Zuhörer sagt, Kompetenzen von Schülern müssten besser mit Berufsbildern zusammen kommen. Es sei ein Trugschluss zu glauben, nur das Abitur führe zu einer gesicherten wirtschaftlichen Zukunft. Ein Diskussionsteilnehmer wünscht sich, dass man auch Schüler ohne Abschluss im Blick haben müsse. Es gibt keine weiteren Wortmeldungen.
    Das HAZ-Forum geht zu Ende. Ein erstes Fazit von Moderator Conrad von Meding: "Schule muss offenbar vielfältiger werden."
  • 19.12.18 19:19
    Herr Vogt von der Handwerkskammer plädiert erneut für "individuelle Chancengerechtigkeit". Er wendet sich mit einer Vorhersage an Anke Warmuth, die das Gymnasium abbrach, um eine Lehre zu beginnen: "Sie werden glücklich sein im Leben." Er meint: nicht jeder muss Abitur machen.
  • 19.12.18 19:16
    Schuldezernentin Ryzski wiederholt, was sie nach eigener Einschätzung gebetsmühlenartig stets wiederholt in schulpolitischen Debatten: "Schulträger müssen die Schulen vorhalten, die Eltern wählen." Damit reagiert sie auf Vorwürfe, es fehle Hannover an einer weiteren IGS. Vor Kurzem hatte der Rat beschlossen, dass Hannover ein 18. Gymnasium braucht.
  • 19.12.18 19:10
    Die Runde ist eröffnet. Ein Zuhörer erinnert daran, dass 30 Prozent der Studenten inzwischen abbrechen. Für ihn ein Hinweis, dass zu viele Schüler nach ihrem Abitur mit falschen Vorstellungen an Universitäten gingen. Die Gesellschaft müsse die Realschule wieder aufwerten.
  • 19.12.18 19:06
    Eine Mutter meldet sich zu Wort. Sie kritisiert den Begriff "Elternwille". Der sei auch beeinflussbar. Ihre Meinung ist, dass Eltern oft denken, die beste Bildung gebe es auf dem Gymnasium. Ein Irrtum, sagt sie und fasst eigene Erfahrung zusammen: Am besten gehe es Kindern auf integrierten Gesamtschulen.
  • 19.12.18 18:59
    Die Frage ist also, sagt Moderator von Meding: "Wo muss Schule besser werden?" HAZ-Leser schrieben in Mails, dass es oft an grundsätzlichen Fertigkeiten fehle, etwa der Rechtschreibung, selbst bei Lehramtsanwärtern. Rzyski antwortet und bezieht sich auf den Einwand, Schule müsse auch emotionales Lernen beibringen statt reiner Fakten: "Das müssen wir überhaupt nicht trennen."
  • 19.12.18 18:52
    Eine Zuhörerin setzt sich auf den freien Stuhl des Podiums. Die Richtung der Diskussion gefällt ihr nicht. "Es muss auch um Menschenbildung, um Herzensbildung und Empathie gehen." Im Laufe der Schulzeit gehe die Freude verloren. Schüler müssten lernen, was sie mit ihrem Leben machen wollen, nicht nur Fakten lernen.
  • 19.12.18 18:48
    Arzt, Apotheke, Ingenieur. Diese Berufsgruppen stellen sich oft am Gymnasium des Sohnes von Sonja Otto vor. Sie fragt sich, "warum da nicht mal ein Tischler kommt, um zu zeigen, dass es nach dem Abitur auch andere Berufe gibt". Carl-Michael Vogt von der Handwerkskammer sagt, warum kein Tischler kommt. "Wir kommen da nicht rein. Ausgebildet wird für eine akademische Laufbahn." Schulen müssten da besser werden. An IGSen sei das besser als an Gymnasien.
  • 19.12.18 18:44
    Schulen, sagt Dezernentin Rzyski, müssten mehr Wissen über duale Ausbildungen und die Bandbreite der Berufe vermitteln. Schüler hätten viele Vorstellungen, aber die hätten oft nichts mit der Realität zu tun. Sie plädiert dafür, dass Schule Anforderungen einzelner Berufe klar macht und hilft, diese Anforderungen zu bewältigen. "Man muss nicht immer das ganze System diskutieren."
    Aber kommt das nicht zu früh? Michael Jürgens, Vater von drei Kindern und im Stadtelternrat, glaubt, dass Schüler oft nicht wüssten, welchen Beruf sie ergreifen wollten. Er selbst entschied sich erst nach dem Abitur für eine Richtung.
  • 19.12.18 18:37
    Für Carl-Michael Vogt ist das ein gutes Beispiel, den individuellen Weg zu gehen. Er bricht eine Lanze für das duale Bildungssystem. "Es kommt nicht auf höchsten Schulabschluss an, sondern darum, was tut meinem Kind gut." Dafür bekommt er Applaus.
  • 19.12.18 18:34
    Ole Moszczynski, derzeit im Abitur und im Landesschülerrat, sagt, dass auf seiner Schule viele auf der Strecke geblieben sind. "Ich bin klar dafür, den Druck wegzunehmen". Viele wollen aufs Gymnasium, an seiner Schule wurde deshalb eine zweite fünfte Klasse eingerichtet. Eltern stellen manchmal ihre Interessen über die ihrer Kinder.
    Anke Warmuth hat das Gymnasium abgebrochen und den erweiterten Realschulabschluss absolviert. Der Druck sei weg gewesen, sie habe sich freier gefühlt und macht nun eine Ausbildung. Ihre Wahrnehmung war, dass ein Abschluss unter Abitur kaum etwas zähle.
  • 19.12.18 18:27
    Dezernentin Rzyski ist für eine einheitliche Schule von Klasse eins bis zehn, die alle Schüler nach ihren Talenten fördert. "Das ist mein Ideal." Das würde viele Schüler von sehr viel Druck entlasten. Sortierung sei unsinnig.
  • 19.12.18 18:22
    Ist es schlimm, wenn viele Schüler Abitur haben, fragt Conrad von Meding. Sonja Otto vom Stadtschülerrat meint nein: Wenn viele Schüler so klug sind, sollten sie es auch machen können. Carl-Michael Vogt von der Handwerkskammer sagt: "Wir brauchen die Elite in Deutschland. Aber viele können sich mit Abitur am Ende nicht identifizieren, für die ist Abitur wirklich der Bildungsabschluss."
  • 19.12.18 18:08
    Der Elternverband hatte vor Kurzem kritisiert, dass das Abitur zu leicht geworden sei. Von 4000 Fünftklässlern in Hannover gehen 53 Prozent auf Gymnasium, nur noch 2,6 auf die Oberschule. Was heißt das für unsere Idee von Bildung, die wir haben? Das ist die erste Frage des Moderators.
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