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Aus der Stadt Missverständnis um Blumen: "Helden" statt Diebe unterwegs
Hannover Aus der Stadt Missverständnis um Blumen: "Helden" statt Diebe unterwegs
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20:38 08.07.2018
Auf Instagram postete die Gemeinde Fotos von der Verteilaktion. Quelle: Instagram/@EJHB.Lesum
Hannover

Es war wirklich nur eine gut gemeinte, liebe Geste – aber es sind nervöse Zeiten. Und deshalb haben die vor Haustüren in Waldhausen abgelegten Präsente Nervosität, Sorgen und sogar Angst ausgelöst. Anwohner meldeten sich bei der Polizei und der HAZ und vermuteten eine Einbrechermasche: Stehen die Blumen länger vor der Tür, sind die Bewohner womöglich im Urlaub und die Gelegenheit zum Einbruch günstig (die HAZ berichtete am Sonnabend).

Jetzt aber hat sich nach Ermittlungen der Polizei herausgestellt: Es waren nicht Diebe mit Blumen unterwegs, sondern Jugendliche aus Bremen, die sich in vorbildlicher Weise zu Gruppenleitern der Evangelischen Jugend der Hansestadt Bremen schulen lassen. „Das Motto war die Superheldenausbildung im Zuge der Jugendleiterschulung Juleica“, sagt Fortbildungsleiterin Heike „Elfi“ Heinrichs. „Die Jugendlichen sollten überlegen, was sie am besten können. Dabei sind sie auf die Idee mit den Blumen gekommen.“ Da Superhelden keinen Schlaf brauchen, erzählt sie, wollten die Jugendlichen die Präsente in aller Früh verteilen.

„Das ist richtig sch ... gelaufen“

Tatsächlich waren acht Jugendliche um kurz nach 4 Uhr extra früh aufgestanden und hatten die Geschenke zusammengestellt und beschriftet. Und so zogen sie bei einsetzender Morgendämmerung los, um einigen Anwohnern zwischen Hildesheimer und Salzburger Straße eine Freude zu machen. Das förderten die Ermittlungen der Polizei erst im Verlauf des Sonnabend zutage, nachdem die HAZ berichtet hatte. „Das ist richtig sch ... gelaufen“, sagt Heinrichs. Sie ist verständlicherweise wütend über die negativen Nachwirkungen und das Misstrauen gegenüber der gut gemeinten Geste.

Vor 16 Häusern waren die Präsente mit Blumen, einem Luftballon und Grußkarten („Haben Sie einen schönen Gutn Morgen – EJHB“) der Jugendlichen im Stadtteil Waldhausen aufgetaucht – auch vor der Tür von Hans-Jürgen M. in der Bozener Straße. „Meine Frau hatte noch gesagt: ,Vielleicht handelt es sich einfach nur um ein nettes Geschenk‘“, sagt er am Sonntag, als die HAZ nachfragte und den wahren Hintergrund der Geschenke aufklärte.

„In der heutigen Zeit wird man schnell hellhörig“

Anwohner M. und seine Nachbarn hatten sich zuvor keinen Reim auf den Absender „EJHB“ – eben: Evangelische Jugend der Hansestadt Bremen – machen können. Deshalb hatten sie befürchtet, es könne sich – zumal in dem Stadtteil Waldheim mit seinen relativ gut situierten Bewohnern, der im Stadtteilvergleich deutlich häufiger Einbrüche verzeichnet – um die besagte Masche handeln. „In der heutigen Zeit wird man schnell hellhörig“, sagt M. mit einiger Verwunderung über die Urheber der Aktion und fügt erklärend an: „Die Einbrechermasche – dabei hat alles zusammengepasst.“

Die Luftballons waren mit dem Logo der Bremer St.-Martini-Gemeinde versehen. Aber die ist in Hannover natürlich weithin unbekannt. „In der Innsbrucker Straße stand eine Woche lang unser Bus“ – und auf dem sei das gleiche Logo abgebildet, sagt Fortbildungsleiterin Heinrichs. Aber auch das können Anwohner natürlich übersehen. Im Internet, etwa beim sozialen Netzwerk Instagram, hat die Gruppe Fotos ihrer Aktion veröffentlicht. Auch diese hätten klar gemacht, dass „Superhelden“ und nicht Diebe in Waldhausen am Werk waren – aber wer findet solche Netzeinträge schon, wenn er nicht gezielt danach sucht?

Das ist der JuLeiCa-Lehrgang

Die Jugendleiter-Ausbildung (JuLeiCa) richtet sich an alle, die gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollen. Bei dem Lehrgang werden den Teilnehmern Themen wie die Arbeit in und mit Gruppen, Spielpädagogik und Umgang mit Konflikten näher gebracht. In einem Teil der Ausbildung befassen sich die Jugendlichen und Erwachsenen auch mit rechtlichen Themen wie Aufsichtspflicht und Jugendschutz. Außerdem wird erarbeiten, welche Angebote für welche Altersgruppen geeignet sind. Neben diesen theoretischen Hintergründen gibt es auch eine Vielzahl von praktische Übungen.  Mitmachen können Jugendliche ab 14 Jahren - auch wenn die Jugendleiter-Card erst an Jugendliche ab 16 Jahren ausgehändigt wird. Der Kurs kostet 70 Euro inklusive Verpflegung und Unterbringung.

Von Manuel Behrens

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