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Aus der Stadt Leuchtstele am Steintor: Stadt präsentiert Pläne in einer Ausstellung
Hannover Aus der Stadt

Viel Zustimmung zu Steintor-Plänen in Hannover - Ausstellung eröffnet

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07:33 28.01.2020
Es wird keine Säule, wie Könige sie sich als Denkmäler auf Plätze gesetzt haben“: Landschaftsarchitekt Stefan Grieger (links) und Stadtbaurat Uwe Bodemann eröffnen in der Bauverwaltung die Ausstellung zum Steintorplatz. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Ulrich Stark hat vor Jahren intensiv gegen die ursprünglich geplanten großen Häuser auf dem Steintorplatz gekämpft. Jetzt sind die Pläne für die Neugestaltung öffentlich: Statt der Gebäude bekommt die Fläche eine kunstvolle Leuchtstele, mehr Bäume werden gepflanzt, an den Rändern sollen Spiel- und Ruhezonen entstehen. „Mutig“ sei das Konzept, sagt der 63-jährige Stark: „Und Hannover braucht Mut, wir brauchen dort ein Ausrufezeichen.“

Ausstellung zu Steintor-Entwürfen ist jetzt geöffnet

So wie ihm ging es vielen, als Stadtbaurat Uwe Bodemann am Montag in der Bauverwaltung eine Ausstellung mit allen acht Entwürfen zur Platzgestaltung eröffnet hat. Einige waren zunächst skeptisch. „Ich sehe gar keine großen Veränderungen“, sagte Anette Seidel zu Beginn. Doch nachdem Architekt Stefan Grieger vom Berliner Siegerbüro Grieger Harzer den Plan erklärt hat, fällt ihr Urteil positiver aus. Die Idee mit der Säule als Blickfang gefalle ihr gut, das Mehr an Grün auch.

Ob es aber jemals gemütlich werde auf dem Platz mit der stark befahrenen Straße daneben, da habe sie Zweifel. Und bei der Radwegeführung sei Fingerspitzengefühl gefragt: Keinesfalls dürften die Wege künftig länger werden, wenn man Radstrecken und Fußgängerbereiche stärker trennen wolle.

Künftig mit Säule und mehr Grün an den Rändern: Der siegreiche Entwurf zum Steintorplatz vom Berliner Büro Grieger Harzer Landschaftsarchitektur GbR. Quelle: Grieger und Harzer

Der hannoversche Landschaftsplaner Christoph Schonhoff lobt die neuen Proportionen im siegreichen Konzept der Berliner. „Die Freifläche des Platzes war zu groß. Jetzt hat sie sinnvolle Kanten und bekommt mit der Säule eine kraftvolle Mitte.“ Sein Büro hat gerade die Flanierwege am Hohen Ufer neu konzipiert. „Hannover erfährt eine echte Aufwertung am Hohen Ufer, am Marstall und jetzt auch am Steintor.“ Er sei sicher, dass die Platzqualitäten Veränderungen auch im ungeliebten Rotlichtviertel beschleunigen werden: „Das wird ausstrahlen.“

Kritische Reaktionen im Netz

Im Internet waren die Reaktionen teils kritischer – per Facebook erreichten die HAZ zahlreiche Kommentare. „Solch ein Zahnstocher ist nicht kraftvoll, sondern einfach nur hässlich und überflüssig“, schreibt etwa Alexa von Reden. Thomas Kolwe meint, solange Hannover „Schultoiletten wie im Mittelalter betreibe“, seien solche Projekte befremdlich. Und Nicola Thomas moniert: „Ich habe noch nicht ganz verstanden, was das soll. Ist es einfach nur Kunst, oder hat es etwas Tiefsinnigeres zu bedeuten?“

„Schönes Licht in die Stadt bringen“

Platzplaner Grieger stellte bei der Ausstellungseröffnung klar, dass es natürlich Kunst sei. Die Details des Stelenkonzepts aber würden derzeit mit der Kunstdozentin Ina Weise aus Dessau entwickelt. „Es wird keine Säule, wie Könige sie sich als Denkmäler auf Plätze gesetzt haben“, versprach er. Auf einem Steinsockel solle die 25 Meter hohe Stele aus leuchtendem Material vielmehr die Vielfalt der Bürgergesellschaft zeigen – und „dazu einfach schönes Licht in die Stadt bringen“. Zudem sei denkbar, dass sie wie eine Sonnenuhr auf in den Boden eingravierte Stadtnamen verweise. „Wenn Hannover Kulturhauptstadt wird, könnten dort etwa die Namen anderer Kulturhauptstädte stehen.“ Aber eigentlich ist da alles noch offen.

Bodemann: Steintorplatz hat es verdient

Stadtbaurat Bodemann erinnerte, dass Hannover in den vergangenen Jahren zahlreiche Plätze durch gefühlvollen Umbau „wieder in Wert gesetzt“ habe, etwa vor der Oper oder am Rathaus. „Dem Steintorplatz hat solch eine Aufwertung über Jahre gefehlt – aber er hat sie verdient.“

Steintor-Ausstellung bis Ende Februar zu sehen

Noch bis Ende Februar ist die Ausstellung mit den acht Entwürfen zum Steintorplatz in der Bauverwaltung neben dem Neuen Rathaus, Rudolf-Hillebrecht-Platz, zu sehen. Sie kann dort werktags zwischen 8 und 18 Uhr im ersten Obergeschoss besichtigt werden. Hinter dem ersten Platz mit der Leuchtstele, der vom Berliner Büro Grieger Harzer stammt, hat sich das hannoversche Büro LAD+ von Martin Diekmann platziert, der den Platz mit einer umlaufenden Bank einfassen wollte. Den dritten Platz sprach die Jury dem Rotterdamer Büro West8 zu, das eine mehr als 30 Meter hohe Gerüstkonstruktion mit Leuchtschrift an den Platzrand stellen wollte.

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Von Conrad von Meding

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