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Aus der Stadt „Kein Vergleich zur Kommunalwahl“: So lief es am Sonntag in Hannovers Wahllokalen
Hannover Aus der Stadt

Wahlen in Hannover: So lief es am Sonntag in den Wahllokalen

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20:07 26.09.2021
So lief in den Wahllokalen in Hannover
So lief in den Wahllokalen in Hannover Quelle: Voss/ Peschke/ Kutter
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Hannover

Die Stoppuhr zeigt fünf Minuten und fünf Sekunden: So lange beziehungsweise so kurz hat es für Thomas Lotze (58) und Tochter Victoria (27) gedauert, um zu wählen. Vor der IGS Südstadt ist am Sonntagmittag keine Schlange. Thomas und Victoria Lotze mussten nicht anstehen, für sie ging es direkt zur Stimmabgabe in die Aula der Schule. Dank insgesamt sechs Wahlkabinen für die Wahlbezirke 0426 und 0224 lief auch die Stimmabgabe problemlos und vor allem schnell: „Kein Vergleich zur Kommunalwahl“, sagte auch Südstädterin Maude Elise Heitmann (41) und freute sich über die gute Organisation der Wahl.

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In den frühen Morgenstunden hingegen hatte es einige Schlangen gegeben: Etwa im Werner-Blumenberg-Haus in Linden-Nord. Die Schlange war gegen 9 Uhr deutlich länger als noch vor zwei Wochen, aber auch deutlich schneller abgearbeitet. Schließlich wurden die Wahlkabinen im Wahlraum 3310 sogar verdoppelt: von zwei auf vier Wahlkabinen.

Manche sind extra früh aufgestanden

Aus Sorge vor langen Schlangen waren einige Wählerinnen und Wähler früh aufgestanden, um gleich zur Öffnung der Wahllokale vor Ort zu sein: Sarah Macke (35) aus Linden-Süd wählte mit Sohn Ole in der Humboldtschule: „Wir haben vor zwei Wochen fast eine Stunde gewartet“, sagt die Lindenerin. Zur Bundestags- und Stichwahl des Regionspräsidentschaftsamtes lief es hingegen ohne lange Wartezeit.

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Eine durchschnittliche Wahldauer von etwa fünf Minuten gab es auch in Wettbergen. Auch hier zeigte sich, dass die Entscheidung zur dritten Wahlkabine die richtige gewesen ist. Zur Mittagszeit vermeldete dann die Stadt Hannover: Die Wahlbeteiligung lag um 12 Uhr bei 49,2 Prozent.

Ärger bei Seniorinnen und Senioren

Ärger gab es hingegen bei einigen Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Handicap: An einigen Wahllokalen war der Zugang zur Wahlkabine nicht barrierefrei möglich. „Das ist echt ein Unding“, sagte eine Wahlhelferin in der Grundschule Salzmannstraße in Linden. Sie war dazu abgestellt worden, gehbehinderten Wählerinnen und Wählern sowie älteren Menschen mit Rollatoren die Stufen hinauf- und hinab zu helfen.

Vor der IGS Südstadt rollte die 91-jährige Seniorin Gisela Wolff ebenfalls mit ihrem Rollator auf Treppenstufen zu. Sie blieb optimistisch: „So komme ich ins Gespräch mit meinen Nachbarn“, sagte die Südstädterin. Kurzerhand halfen Gabriele Erwig (63) und Marcel Sarluis (53) der 91-Jährigen samt Rollator ins Wahllokal.

15. Bundestagswahl für 79-Jährige

Auch Gertrut Kreuzer aus Linden kam mit ihrem Rollator. Ins Wahllokal in der Grundschule Salzmannstraße schaffte auch sie es nur mit Unterstützung von anderen Wählerinnen und Wählern. Für die 79-Jährige war es bereits die 15. Bundestagswahl, bei der sie wählen konnte. „Die Wahl ist diesmal ziemlich wichtig“, fand sie.

Erstwähler: „Durchweg positive Erfahrung“

Das sah auch Erstwähler Leo Friedrichsmeier so: „Ich finde es spannend, nun meine Stimme zu nutzen, um etwas zu verändern“, sagte der 18-Jährige. Er wolle die Chance nutzen und sich mit seiner Stimmabgabe für den Klimaschutz stark machen. Seine erste Bundestagswahl war eine durchweg positive Wahlerfahrung: Friedrichsmeier musste im Wahllokal nicht warten – wie in den meisten Stadtteilen, in denen pro Wahlbezirk mindestens drei Wahlkabinen aufgestellt worden waren.

Von Sophie Peschke, Martin Voss und Jonathan Josten