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Aus der Stadt Landesbischof kritisiert Satirepartei-Plakat mit 96-Chef Kind
Hannover Aus der Stadt Landesbischof kritisiert Satirepartei-Plakat mit 96-Chef Kind
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00:18 12.04.2019
Gezielte Provokation: Wahlplakat von Die Partei Hannover in der Culemannstraße.
Gezielte Provokation: Wahlplakat von Die Partei Hannover in der Culemannstraße. Quelle: privat
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Hannover

Der evangelische Landesbischof Ralf Meister hat scharfe Kritik an einem Plakat der Satire-Partei „Die Partei“ geübt. Das Plakat zeigt ein Porträtfoto von Martin Kind, Chef des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, mit dem Slogan „Ethik-Kommission ermittelt: Kind abtreiben?“.

Der Theologe entdeckte das Plakat jetzt in der Culemannstraße, in Nähe von Rathaus und 96-Stadion. Meister reagiert ausgesprochen empört. „Auch für eine Satire-Partei muss es Grenzen geben. Das ist eine widerwärtige und abstoßende Form, Aufmerksamkeit zu bekommen.“ 96-Chef Martin Kind liegt seit Jahren im Clinch mit einem Teil der hannoverschen Fußball-Fans über die wirtschaftliche Ausrichtung des Vereins. Der Landesverband der Satirepartei weiß den Konflikt für sich zu nutzen. Er vertreibt das Plakatmotiv auch als Aufkleber.

Die Partei geht davon aus, dass Mitglieder das Motiv an einer unteren zweistelligen Anzahl von Stellen in Hannover ausgehängt haben. Eine Distanzierung von dem Motiv gab es nicht. Der Kreisverband bedankt sich für die Empörung, die erst die Aufmerksamkeit auf das Plakat lenke und damit „eine wunderbare Öffentlichkeitsarbeit“ sei.

Die Satirepartei „Die Partei“ ist bekannt für ihre teils witzig-skurrilen, teils abseitigen Einfälle. So errichtete sie vergangenen Sommer eine symbolische Mauer auf dem Platz der Weltausstellung. Die Aktion war Teil einer Gegenkundgebung zu einer Demonstration der rechten Gruppierung „Hagida“ am 17. Juni. In den Kommunalwahlkampf war „Die Partei“ 2016 mit den Forderungen gegangen, aus der Niki-Promenade ein Bällebad zu machen, aus dem Maschsee eine gigantische Off- shore-Anlage und den Schiffgraben so ausbauen, dass dort Kreuzfahrtschiffe anlegen können.

Von Bärbel Hilbig