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Aus der Stadt Feuerwehr aus Hannover und der Region soll Waldbrände in Schweden bekämpfen
Hannover Aus der Stadt Feuerwehr aus Hannover und der Region soll Waldbrände in Schweden bekämpfen
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00:15 24.07.2018
Etwa 70 Brände wüten den schwedischen Wäldern. Nun stehen Feuerwehrmänner aus der Region und Hannover bereit, um im Norden beim Löschen zu helfen. Quelle: dpa
Hannover

Eine solche Anfrage wird nicht alle Tage an die Feuerwehren in der Region Hannover herangetragen: Die niedersächsischen Brandbekämpfer sollen ihren schwedischen Kollegen bei der Eindämmung der verheerenden Waldbrände helfen, die seit Tagen in dem skandinavischen Land wüten. „Wir stehen mit 40 Helfern, sechs Tanklöschfahrzeugen und dem Fahrzeug der Technischen Einsatzleitung bereit“, sagt Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing der HAZ. Auch die Feuerwehren in Hannover haben ein ähnlich großes kontingent an Helfern und Fahrzeugen bereit gestellt. Jetzt warten die Einsatzkräfte auf das Zeichen des niedersächsischen Innenministeriums, wann es tatsächlich los gehen soll. Bereits unterwegs sind 52 freiwillige Feuerwehrleute mit neun Fahrzeugen aus dem Landkreis Nienburg. Sie waren am Sonnabendabend aufgebrochen.

Die Anfrage aus dem Königreich Schweden hatte am Freitagnachmittag die Region erreicht. „Das ging über die Europäische Union und die Bundesregierung, die die schwedische Anfrage an die einzelnen Bundesländer und letztlich an die Landkreise weiter gegeben hat“, sagt Mensing. Seit Freitagnachmittag liefen dort die Planungen auf Hochtouren. Inzwischen ist alles abgeschlossen. Außer dem Zeitpunkt, an dem der Auslandseinsatz beginnen soll, ist auch noch unklar in welchem Gebiet die hannöverschen Feuerwehrleute helfen sollen. „Das erfahren wir dann, wenn es wirklich los geht“, sagt Mensing.

Die Helfer aus Deutschland bereiten sich auf einen etwa einwöchigen Einsatz vor. Sie sind in jedem Fall so ausgerüstet, dass sie in Schweden autark arbeiten und sofort loslegen können. Sie haben neben ihrer kompletten Ausrüstung auch Verpflegung für alle und Ersatzteile für die Fahrzeuge dabei. „Wir kommen ja nicht, damit erst uns geholfen werden muss, sondern damit wir sofort helfen können“, sagt Andreas Hamann, der Sprecher der Berufsfeuerwehr Hannover. 96 Stunden können sie theoretisch ohne Hilfe von außen arbeiten.

Der mögliche Auslandeinsatz wird keinerlei Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Wehren in der Region haben. Der Regionsbrandmeister hat darauf geachtet, dass keine Helfer aus den Gebieten der Region, in denen Waldbrandgefahr herrscht, nach Schweden fahren. „Die Kollegen aus Langenhagen, der Wedemark und dem Bereich Mardorf bleiben auf jeden Fall hier“, sagt Karl-Heinz Mensing. Mit mehr als 124 000 Ehrenamtlichen und den hauptamtlichen Kräften der Berufs- und Werksfeuerwehren in Niedersachsen werde der Brandschutz auch weiterhin sichergestellt, erklärte Jörg Schallhorn, Niedersachsens Landesbranddirektor.

Sollte der Feuerwehr-Konvoi Hannover sich von Hannover tatsächlich auf den Weg nach Norden machen, würden die Helfer aus der Region nicht nur die Schweden, sondern auch ihre Kollegen aus Norwegen, Italien und Frankreich entlasten, die bereits vor einigen Tagen von der Regierung in Stockholm angefordert worden waren. „Es wäre gut, wenn wir bald Bescheid bekommen würden, denn mit unseren Einsatzfahrzeugen, die zum Teil nur Tempo 60 fahren dürfen, benötigen wir bestimmt 18 bis 20 Stunden, um vor Ort zu sein“, sagt Karl-Heinz Mensing.

Die Helfer aus Nienburg sind im Rahmen des sogenannten EU-Gemeinschaftsverfahrens für Katastrophenschutz zum Einsatz gekommen. „Der Gedanke der europäischen Solidarität ist für uns von besonderer Bedeutung. Natürlich bieten wir Hilfe an und unterstützen, wo wir nur können“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Von Tobias Morchner

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