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Aus der Stadt Schüler protestieren gegen rücksichtslose Elterntaxis
Hannover Aus der Stadt Schüler protestieren gegen rücksichtslose Elterntaxis
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09:37 26.02.2019
Bitte abstellen: Schüler protestieren gegen rücksichtslose Elterntaxis auf dem Schulweg zur Waldorfschule am Maschsee. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Mit selbstgemalten Flyern und Plakaten haben rund 50 Schüler und Eltern der Waldorfschule am Maschsee am Dienstagmorgen vor der Straße An der Engesohde gegen rücksichtslose Elterntaxis protestiert. Sie wünschen sich einen autofreien Schulweg. Immer wieder würden Eltern mit ihren Wagen in die enge Sackgasse fahren, um ihre Kinder auch noch die letzten 50 Meter bis zur Schule oder in die Krippe und den Kindergarten zu bringen, sagt die 19-jährige Lena. Dabei könne man auch seinen Wagen abstellen und die letzten paar Meter zu Fuß gehen. „Es ist völlig überflüssig, dass die Autos in diese enge Straße überhaupt reinfahren“, sagt die Abiturientin.

Bitte abstellen. Die letzten Meter zur Schule sollte man besser zu Fuß gehen, raten die Demonstranten. Manche Autofahrer an der Waldorfschule am Maschsee reagieren genervt.

Waldorfschüler haben Angst vor Elterntaxis

„Ich habe morgens Angst überfahren zu werden“, sagt der elfjährige Cian. „Die Elterntaxis sind blöd und nerven, so lernen die Kinder ja auch gar nicht, selbstständig zu werden.“ Auch der zehnjährige Leo beklagt sich über rücksichtslose Elterntaxis, die Fußgänger, darunter auch viele kleine Kita-Kinder, und Radfahrer, behindern würden. Manchmal gebe es sogar durch wartende Autos, die in die Straße An der Engesohde einbiegen wollten, einen Rückstau, sodass die Kinder gezwungen seien, auf der Straße zu gehen. „Viele Autos parken auch an der Friedhofsmauer, da kommt man überhaupt nicht mehr durch“, sagt auch Yari (10).

Melanie Witt, Mutter von drei Kindern im Alter von fünf, neun und zehn Jahren, berichtet, dass die Protestaktion eine Idee der Kinder gewesen sein: „Die Situation ist einfach unzumutbar.“ In der Sackgasse sei kein Platz zum Wenden, die Kinder würden unnötigen Gefahren ausgesetzt. Auch Stefan Gelhaus, Vater von Kindern (zehn, 14 und 16 Jahre alt), kritisiert den unübersichtlichen Rangierverkehr. Von der Protestaktion der Schüler erhofft er sich, dass „die aufrüttelt“.

Autofahrer reagieren genervt bis aggressiv

Ein Fahrer in einem großen grauen SUV ist von einer Mutter, die ihm einen der von den Schülern selbstgestalteten Handzettel überreichen will, so genervt, dass er aggressiv davonbraust und ihr fast über den Fuß gefahren wäre. Ein Autofahrer, der seinen Sohn in der Seitenstraße abgesetzt hat, findet, dass mit zweierlei Maß gemessen werde: „Die Lehrer, die an der Schule ihren Parkplatz haben, dürfen in die Straße reinfahren, und wir nicht? Auch Anwohner nutzen die Straße. Es ist doch eine öffentliche Straße.“

Anwohner Daniel Rasch kann den Schülerprotest nachvollziehen, er kennt das Problem mit den Elterntaxis aus eigener Erfahrung: „Hier ist morgens kein Durchkommen, das ist schon seit Jahren ein Problem, eigentlich versuchen wir schon morgens vor 7. 30 Uhr weg zu sein, um dem Schulverkehr nicht in die Quere zu kommen.“

Von Saskia Döhner

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