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Aus der Stadt 700 Landesbedienstete demonstrieren für höhere Gehälter
Hannover Aus der Stadt 700 Landesbedienstete demonstrieren für höhere Gehälter
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13:52 20.02.2019
Rund 700 Landesbeschäftigte demonstrieren für höhere Löhne auf dem Goseriedeplatz. Quelle: Andreas Schinkel
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Hannover

Die Gewerkschaft Verdi ruft am Mittwoch alle Landesbeschäftigten in Hannover und im Umland zu einem eintätigen Warnstreik auf. Nach Polizeiangaben versammeln sich rund 700 Demonstranten am Vormittag auf dem Goseriedeoplatz und marschieren durch die City. Die Zwischenkundgebung um 11 Uhr findet auf dem Ernst-August-Platz statt.

Damit versucht Verdi, den Druck auf die Tarifverhandlungen, die jetzt in die dritte Runde gehen, zu erhöhen. Die Gewerkschaft fordert einen Lohnanstieg von 6 Prozent, mindestens aber eine Erhöhung der Entgelte um 200 Euro sowie zusätzlich 300 Euro für die Pflegebeschäftigten. Für die Auszubildenden wünscht sich Verdi einen Zuschlag von 100 Euro, sowie die Übernahme nach der Ausbildung. Zu den Landesbeschäftigten zählen Mitarbeiter der Straßenmeistereien, der Landesämter sowie der Universitäten und Hochschulen. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wird am Streiktag ein Notdienst eingerichtet.

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„So kann man keinen Nachwuchs gewinnen“

„Wir schieben 24-Stunden-Schichten, doch nur 10 Stunden werden anerkannt“, sagt Pflegerin Edith Bochenek. So könne man keine Nachwuchskräfte für den Beruf gewinnen. Bettina Aichinger von der Leibniz Uni Hannover klagt, dass viele Beschäftigte im Verwaltungsbereich, in Küchen und Laboren zu wenig Geld bekommen. „Die Mindestzulage von 200 Euro wird sich vor allem auf die unteren Lohngruppen auswirken“, sagt sie.

Bei der Kundgebung vor dem Hauptbahnhof findet Sprecherin Shagana Shanmuganathan, Pflegekraft in der MHH, deutliche Worte. „Wir arbeiten nicht für den Spaß“, sagt sie. Im Pflegebereich sei man derart unterbesetzt, dass es regelmäßig zu Engpässen komme. „Wie Zombies jagen wir einem Patientenruf nach dem anderen hinterher“, sagt sie unter großem Applaus. Gerade sei sie von der Nachtschicht gekommen – direkt zur Kundgebung.

Noch kein Angebot der Arbeitgeberseite

Bisher hat die Arbeitgeberseite noch kein Angebot vorgelegt. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 28. Februar statt. Betroffen sind in Niedersachsen mehr als 80.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes. Nach Angaben des Finanzministeriums würde ein einprozentiger Lohnanstieg und eine Übertragung auf den Beamtenbereich das Land jährlich mit rund 140 Millionen Euro zusätzlich belasten.

Von Andreas Schinkel