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Aus der Stadt Warum Herr Busacker keine Fahrradgarage bauen darf
Hannover Aus der Stadt

Warum Herr Busacker keine Fahrradgarage bauen darf

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10:06 18.09.2019
Olaf Busacker (57) wünscht sich im Wittekamp/ Ecke Franklinstraße eine private Fahrradgarage auf öffentlichem Grund. Quelle: Laura Ebeling
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Insgesamt 20 Treppenstufen rauf oder runter muss Olaf Busacker sein 25 bis 30 Kilo schweres E-Bike vom Keller bis vor die Eingangstür tragen – und das mit Knieproblemen. Sein rund 3500 teures Fahrrad vor dem Haus anzuschließen, ist für den 57-Jährigen auch keine Lösung. Er habe zwar eine Versicherung abgeschlossen, aber wenn er es draußen stehen lasse, sei es entweder beschädigt oder weg. „Ich brauche mein Fahrrad verlässlich, weil wir kein Auto haben“, erklärt Busacker. Er brauche keinen PKW in der Stadt, sondern habe sich lieber ein altersgerechtes Fahrrad gekauft. „Dann stellte sich aber die Frage, wo stelle ich das Rad hin?“, erinnert er sich. Daher kämpft Busacker seit nun rund vier Jahren für eine private Fahrradgarage auf öffentlichem Grund im Wittekamp.

Kontrolliert ob Bedarf dar ist

Zunächst sei er an die Parteien im Stadtbezirk Vahrenwald-List herangetreten, später an den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und an den Verein Ökostadt. Nach mehreren Anläufen habe sich dann die SPD-Fraktion des Gremiums mit für seinen Vorschlag eingesetzt. Gemeinsam mit dem ADFC, Ökostadt und der Fachverwaltung Tiefbau hätte es schon eine Ortsbesichtigung gegeben. „Es wurde kontrolliert, ob da wirklich ein Bedarf ist und ob ich das Rad nicht privat unterstellen kann“, erklärt er. In Hannover gebe es bereits eine private Fahrradgarage in der Fundstraße (Oststadt). Außerdem hätte der Rat der Landeshauptstadt Hannover im Verwaltungsausschuss am 18. Dezember 2017 beschlossen, im Stadtgebiet zehn Fahrradparkhäuschen zu bauen.

Rund 6000 Euro kostet eine Garage

Insgesamt sechs Fahrräder sollen in waagerechter Position in Busackers Fahrradgarage passen, die Kosten trägt er mit Unterstützern allein – rund 5500 bis 6000 Euro. Dazu kommen dann noch Aufstellungskosten und die Miete für den Platz an die Stadt. „Die Stadt übernimmt zum jetzigen Zeitpunkt nichts“, erzählt er. Natürlich hoffen sie noch auf Unterstützung, wären aber auch bereit das allein zu zahlen, ergänzt er. Zunächst hatte der Initiator angedacht, die Fahrradgarage vor das Haus am Wittekamp 4 zu stellen. Doch im Zuge der Umbauarbeiten des Wittekamps, die laut der Verwaltung für den Haushalt 2021/22 angemeldet werden, kann der Raum dafür nicht mehr genutzt werden. Aber Busacker hat schon einen anderen Standort für seine Garage gefunden: einen Senkrechtparkplatz im Wittekamp/ Ecke Franklinstraße.

Olaf Busacker (57) mit seinem E-Bike. Quelle: Laura Ebeling

Erste Pilotprojekt

Unterstützt wird der Initiator hauptsächlich von dem Verein Ökostadt, der den Carsharingdienst Stadtmobil gründet hat. Ökostadt-Vorstandsmitglied Hermann Husen findet, dass es private Fahrradgaragen auf öffentlichem Flächen aus den gleichen Grund wie (bezahlte) Anwohnerparkzonen geben sollte. „Hochwertige Fahrräder erfordern einen besonderen Diebstahlschutz und in dicht besiedelten Stadtteilen bestehen oftmals keine abgeschlossenen Stellflächen auf privatem Grund“, unterstützt er Busacker. Das Projekt sei das erste von bis zu zehn Pilotprojekten, ausgehend von dem Ratsbeschluss 2017, das von Ökostadt und einer lokalen Nutzerinitiative betrieben wird. Ökostadt sei auf Wunsch der Stadt zentraler Ansprechpartner und koordiniere die Interessen der lokalen Initiativen, teilt Husen mit.

Projekt kann realisiert werden

Laut Stadt-Pressesprecherin Michaela Steigerwald begrüßt die Verwaltung solche privat initiierten Projekte. Diese können einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Radverkehrsnutzung in Wohnquartieren darstellen. „Sollten auf privaten Flächen keine gesicherten und gut erreichbaren Abstellanlagen installiert werden können, unterstützt die Verwaltung bei der Standortsuche auf öffentlichen Verkehrsflächen“, versicherte sie. Wenn ein geeigneter und verträglicher Standort gefunden wird, kann ein solches Projekt im Rahmen einer Sondernutzung realisiert werden.

Ende des Monats soll es laut Olaf Busacker wieder eine Ortsbegehung geben. Dabei hofft er auf schnelle Ergebnisse. „Bis jetzt waren die Widerstände im Tiefbauamt recht hoch“, findet er.

Von Laura Ebeling

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