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Aus der Stadt Reiterstaffel der Polizei muss Hannover verlassen
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Welfenplatz: Reiterstaffel der Polizei muss Hannover verlassen - Behörde schweigt zu den Plänen

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18:15 08.11.2019
Der Umzug der Reiterstaffel soll voraussichtlich am 1. Oktober 2020 beginnen. Quelle: Emine Akbaba
Hannover

Sie kommen regelmäßig bei großen Demonstrationen oder Risikofußballspielen zum Einsatz, sind aber auch in der Eilenriede oder in Kleingartenanlagen auf Streife unterwegs: die 32 Pferde und die dazugehörigen Beamtinnen und Beamten der Reiterstaffel der Polizei Hannover. Jetzt müssen die Tiere und ihre Reiter Hannover verlassen. Die Reiterstaffel soll im kommenden Jahr Hannover den Rücken kehren und im Landgestüt Celle ihr Quartier aufschlagen. Grund für die Maßnahme: Die 140 Jahre alten Ställe am Welfenplatz müssen umgebaut werden.

Die Reiterstaffel der Polizei Hannover im Einsatz. Quelle: Peer Hellerling

Umzug beginnt voraussichtlich am 1. Oktober 2020

Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe rechnet damit, dass mit dem Umzug voraussichtlich am 1. Oktober 2020 begonnen werden kann. „Wir sind in denkmalgeschützen Ställen untergebracht. Die Umbaumaßnahmen waren notwendig geworden, weil sich die Vorschriften im Tierschutz im Bezug auf die Unterbringung der Pferde geändert haben“, sagte der Behördenleiter der HAZ. Die neuen Regelungen sehen vor, dass die Stallgröße künftig nach der Widerristhöhe bemessen werden muss. „Da wir in der Regel sehr große Pferde kaufen, ist der Umbau notwendig“, sagt Kluwe.

In den Ställen am Welfenplatz sollen die Boxen künftig in der Höhe flexibel verstellbar sein. Zudem müssen an dem historischen Gebäude weitere Arbeiten vorgenommen werden, beispielsweise an der Wasserversorgung. „Wir haben uns auch in Hannover nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten für die Tiere umgesehen, aber nichts passendes gefunden, deshalb gehen wir jetzt ins Landgestüt. Die Hundestaffel, die ebenfalls am Welfenplatz untergebracht ist, ist von dem Umzug nicht betroffen.

„Wenn es so weit ist, rücken wir zusammen“

Axel Brockmann, der Landstallmeister im Landgestüt Celle, geht davon aus, dass die Reiterstaffel ein halbes Jahr lang zu Gast sein wird. „Wir müssen das genau planen, weil wir nicht immer den Platz haben, aber wenn es so weit ist, rücken wir zusammen“, sagt Brockmann der HAZ. Obwohl das Landgestüt ebenfalls in einem historischen Bau untergebracht ist, entsprechen die Pferdeboxen in Celle den Vorschriften. „Wir haben im Jahr 2009 die letzten zu kleinen Boxen vergrößert, sodass es hier keine Probleme mehr gibt“, sagt der Landstallmeister. Die Beamten der Reiterstaffel werden in der Zeit des Umbaus in Hannover zum Teil einen weiteren Anfahrtsweg zum Dienst in Kauf nehmen müssen. Bürokapazitäten sind in Celle nicht das Problem. Denn unmittelbar neben dem Landgestüt befindet sich die Polizeiinspektion Celle. Von dort aus kann die Einsatzplanung oder die Futterbestellung für die Pferde organisiert werden.

Landstallmeister Brockmann erhofft sich von den Gästen neue Eindrücke. „Wir freuen uns auf den Austausch mit den Kollegen und werden bestimmt etwas über andere Arten des Pferdetrainings erfahren“, sagt er. Denn anders als die Hengste im Landgestüt werden die Pferde der Polizei auf alltägliche Situationen vorbereitet. Sie dürfen nicht scheuen, wenn ein Regenschirm geöffnet wird oder ein Auto laut hupt. Sie werden sogar trainiert, auch vor Flammen keine Angst mehr zu haben. „All das ist mit unseren Trainings nicht vergleichbar“, sagt Brockmann.

Was passiert mit der Hundestaffel?

Die Reiterstaffel der Polizeidirektion Hannover ist mit 32 Pferden, 39 Beamten und sechs Pferdepflegern eine der größten in Deutschland. Sie wurde am 1. Juli 1920 gegründet. In Niedersachsen gibt es eine weitere Reiterstaffel nur noch in Braunschweig. Sie ist mit 19 Pferden und 22 Beamten deutlich kleiner als die in Hannover.

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